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Artikel von David Roper

Gute Werke

Es heißt, die amerikanische Autorin Anne Herbert habe ihren Satz „Praktiziere spontane Gesten der Freundlichkeit und sinnlosen Schönheit“ 1982 zunächst auf einem Tischset im Restaurant notiert. Inzwischen ist daraus eine ganze Bewegung geworden und es gibt sogar den „Weltfreundlichkeitstag“.

Nach kurzem Schlaf

Henry Durbanville, ein schottischer Pastor aus einem früheren Jahrhundert, erzählt die Geschichte von einer älteren Frau in seiner Gemeinde, die in einer recht entlegenen Gegend wohnte. Sie hätte gern einmal die Stadt Edinburgh gesehen, aber sie hatte Angst vor der Reise, weil die Fahrt mit der Eisenbahn durch einen langen, finsteren Tunnel führte.

Freundlich bleiben

Als Kind habe ich die Bücher von L. Frank Baum über den Zauberer von Oz verschlungen. Vor kurzem stieß  ich auf ein Exemplar von Rinkitink in Oz mit den   Originalzeichnungen und musste wieder lachen über die Schrullen von König Rinkitink und seine unerschütterliche Freundlichkeit. Prinzessin Inga sagt es so: „Sein Herz ist sanft und freundlich und das ist viel besser, als klug zu sein.“

Geködert

V or ein paar Jahren stolperte ich über eine Anleitung zum Fischen von Claudius Aelianus, einem griechischen Autor aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Dort hieß es: „Zwischen Boroca und Thessalonica fließt der Astracus und in ihm gibt es Fische mit gepunkteter Haut (Forellen).“ Weiter schrieb er von einem „Köder für die Fische, mit dem sie überlistet werden. Sie wickelten rote Wolle um einen Haken und machten zwei Federn daran fest. Dann warfen sie den Köder aus und die Fische kamen, von der Farbe angelockt, weil sie meinten, es gäbe etwas zu Fressen“ (Vom Wesen der Tiere).

Bergauf

Hoch in den Bergen nördlich von unserem Wohnort liegt ein Gletschersee. Der Weg dorthin führt über einen steilen Gebirgskamm durch Fels und Geröll. Der Aufstieg ist ziemlich anstrengend.

Schritt für Schritt

4.Mose 33 ist ein Kapitel, das wir vielleicht ohne groß zu überlegen überspringen. Es scheint nichts weiter zu enthalten als eine Liste von Orten, an denen das Volk Israel auf dem Weg von Ägypten nach Moab lagerte. Aber es muss doch wichtig sein, denn es ist der einzige Abschnitt im ganzen Buch, in dem es heißt: „Mose schrieb auf nach dem Befehl des Herrn . . .“ (V.2).

Ein Geschenk

V or ein paar Jahren schrieb ich einen Artikel über meine Sammlung von Spazier- und Wanderstöcken und meinte, dass ich irgendwann vielleicht noch einen Rollator brauchen könnte. Nun, inzwischen ist es soweit. Rückenprobleme und eine Nervenerkrankung haben dafür gesorgt, dass ich eine Gehhilfe vor mir herschiebe. Ich kann nicht mehr wandern; ich kann nicht mehr fischen; vieles von dem, was mir sonst Freude gemacht hat, kann ich nicht mehr tun.

Juwelen der Wüste

Edward Abbey, ein Parkwächter im heutigen Arches-Nationalpark im amerikanischen Bundesstaat Utah, erzählt in einem Buch mit dem Titel Desert Solitaire, was er bei seinen Einsätzen erlebt hat. Die Lektüre lohnt sich, und sei es nur wegen Abbeys klarer Sprache und den lebendigen Schilderungen aus dem Südwesten der Vereinigten Staaten.

Wie man eine Ente schnitzt

Meine Frau und ich lernten Phipps Festus Bourne 1995 in seinem Laden in Virginia kennen. Bourne war ein begnadeter Holzschnitzer, dessen Schnitzereien ihrem Original oft täuschend ähnlich sahen. „Eine Ente zu schnitzen ist ganz einfach“, sagte er. „Du siehst dir das Holzstück an, stellst dir genau vor, wie eine Ente aussieht, und meisselst dann einfach alles weg, was nicht ins Bild passt.“

Riesen im Land

Zwei Jahre hatte das Volk Israel am Sinai gelagert. Nun stand es kurz vor dem Einzug in das verheißene Land. Gott ließ zwölf Männer losschicken, um das Land und seine Menschen auszukundschaften. Als sie sahen, wie stark die Kanaaniter und wie groß ihre Städte waren, sagten zehn von ihnen: „Wir können es nicht!“ Zwei sagten: „Wir schaffen das!“

Ein festes Herz

Das Fitnesscenter, das ich seit Jahren besuche, hat vergangenen Monat geschlossen und ich musste mir ein neues suchen. Das bisherige Studio war ein freundlicher Ort, und wer dorthin ging war gesellig und unterhielt sich gern mit den anderen Besuchern. Es kam selten vor, dass wir in Schweiß ausbrachen. Im neuen Studio dagegen geht es echt zur Sache. Wer hierhin kommt, will ernsthaft Sport betreiben und seinen Körper stählen. Ich beobachte die Leute, wie sie sich an den Geräten abquälen. Nach außen wirken sie stark, aber ich frage mich, ob ihre Herzen auch durch Gnade gestärkt sind.

Hu-ah!

Hu-ah“ brüllen die Truppen der amerikanischen Armee, wenn sie ihre Zustimmung zum Ausdruck bringen wollen. Woher der Brauch stammt, ist heute nicht mehr klar. Manche meinen, es handele sich um die Abkürzung von „Gehört, Verstanden, Bestätigt“. Auf Englisch: „Heard, Understood, Acknowledged“—also HUA. Mir ist das Wort zum ersten Mal während der Grundausbildung begegnet.

Heimwärts paddeln

Ich mag Riepischiep, den kleinen tapferen sprechenden Mäuserich aus der Narnia-Serie von C. S. Lewis. Fest entschlossen, das „östlichste Ende der Welt“ zu erreichen und sich dort zu dem großen Löwen Aslan [Symbol für Christus] zu gesellen, erklärt er: „Solange ich kann, werde ich mit der Morgenröte nach Osten segeln. Wenn sie mich im Stich lässt, rudere ich mit meinem kleinen Weidenboot. Wenn es sinkt, paddele ich mit meinen vier Pfoten nach Osten. Und wenn ich nicht mehr schwimmen kann und wenn ich Aslans Land bis dann noch nicht erreicht habe, dann recke ich meine Nase in den Sonnenaufgang und gehe unter.“

Ruhen und warten

Es war um die Mittagszeit. Müde vom langen Fußmarsch ruhte Jesus am Brunnen Jakobs aus. Seine Jünger waren in die Stadt Sychar gegangen, um Brot zu kaufen. Eine Frau kam aus der Stadt, um am Brunnen Wasser zu schöpfen . . . und fand ihren Messias. Aus dem Bericht wissen wir, dass sie schnell zurück in die Stadt lief und andere einlud, mit ihr zu kommen und einen Menschen zu sehen, „der mir alles gesagt hat, was ich getan habe“ (Joh. 4,29).

Sturm am Horizont

Unser Sohn Josh ist Berufsfischer in Kodiak in Alaska. Vor einiger Zeit schickte er mir ein Foto von einem kleinen Schiff, das ein paar hundert Meter vor seinem Boot durch eine kleine Meerenge fährt. Am Horizont drohen dunkle Wolken. Aber von einer Seite der Enge zur anderen erstreckt sich ein Regenbogen, das Zeichen von Gottes Fürsorge und Nähe, und umhüllt quasi das ganze kleine Schiff.

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> Unser Täglich Brot

Ganze Hingabe

Als ich Basketball spielte, habe ich mir jede Saison ganz bewusst vorgenommen, mich konsequent den Anweisungen des Trainers zu unterstellen, sobald ich die Sporthalle betrete—egal, was er von mir verlangen würde.

Odem des Lebens

An einem frostig-kalten Morgen ging ich mit meiner Tochter zur Schule. Fasziniert beobachteten wir, wie unser Atem in der Luft zu sehen war. Wir kicherten über die kleinen Dampfwölkchen, die wir produzierten. Für mich war der Augenblick wie ein Geschenk. Ich freute mich an meiner Tochter und am Leben.

Weitergeben

Im März 1974 gruben chinesische Bauern einen Brunnen und machten dabei eine überraschende Entdeckung: Unter der trockenen Erde von Zentralchina begraben lag die Terrakotta-Armee—lebensgroße Terrakottafiguren, die aus dem 3. Jahrhundert vor Christi stammten. Zum außergewöhnlichen Fund gehörten rund 8000 Soldaten, 150 Schlachtrosse und 130 Wagen, die von 520 Pferden gezogen wurden. Die Terrakotta-Armee wurde zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in China und zieht jährlich über eine Million Besucher an. Der erstaunliche Schatz lag Jahrhunderte lang verborgen. Doch jetzt ist er auf der ganzen Welt bekannt.