Monat: Mai 2017

Schöne Scherben

Kintsugi heißt die alte japanische Methode, Keramik zu reparieren. Ein besonderes Harz wird mit Goldstaub vermischt und mit dieser Masse werden die zerbrochenen Teile zusammengesetzt oder Risse gefüllt. So entsteht—trotz sichtbarer Reparatur—wieder etwas Schönes.

Voll Erbarmen

Als ich mich beklagte, dass das Verhalten einer Bekannten sie nur tiefer in die Sünde führen und ihr Handeln auch mich treffen würde, legte die Frau, mit der ich mich jede Woche zum Gebet treffe, ihre Hand auf meine und sagte: „Wir wollen für uns alle beten.“

Ehre, wem Ehre gebührt

Die feierliche und doch sehr schlichte Wachablösung am Grab des Unbekannten Soldaten auf dem amerikanischen Nationalfriedhof von Arlington hat mich schon immer sehr beeindruckt. Der präzise Ablauf der Zeremonie zum Gedenken an die Soldaten, deren Namen—und Opfer—„nur Gott kennt“, ist bewegend. Genauso bewegend ist es, die Wachen zu beobachten, wenn die Zuschauermenge sich wieder aufgelöst hat: hin und zurück, Stunde für Stunde, Tag für Tag, auch im schlimmsten Wetter.

Nicht ein Sperling

Meine Mutter, ihr ganzes Leben lang so würdevoll und auf sich bedacht, lag nun von Altersschwäche gekennzeichnet auf dem Sterbebett. Das Atmen fiel ihr schwer und ihr Zustand stand in krassem Kontrast zu dem herrlichen Frühlingstag, der auf der anderen Seite der Fensterscheiben lockte.

Gestört

Heute spricht man oft von dysfunktional, wenn von gestörten Personen, Familien, Beziehungen, Organisationen oder sogar Staaten die Rede ist. Während funktional bedeutet, dass alles richtig funktioniert, ist dysfunktional das Gegenteil—etwas funktioniert nicht richtig und kann seinen Zweck nicht erfüllen.

Durch stürmische Fluten

Ich war das erste Mal beim Wildwasser-Rafting dabei und ganz begeistert—bis ich vor uns das Rauschen von den Stromschnellen hörte. Plötzlich schwankten meine Gefühle zwischen Unsicherheit, Angst und Zweifel. Ich spürte, das hier war nichts für Angsthasen! Und dann war es schon vorüber. Der Führer hinten im Schlauchboot hatte uns durchgelotst. Ich war in Sicherheit—zumindest bis zu den nächsten Stromschnellen.

Mittel gegen Eifersucht

Ich war gern bereit, die Enkel zu hüten, während ihre Eltern ausgingen. Nach der Begrüßung fragte ich die Jungs, was sie am Wochenende gemacht hatten. Der drei Jahre alte Bridger berichtete atemlos, dass er bei Tante und Onkel übernachten durfte—und es gab Eis und er war Karussell gefahren und hatte einen Film angeguckt! Der fünfjährige Samuel murmelte eher einsilbig: „Camping.“ „Und?“, fragte ich, „war es schön?“ „Nicht so besonders“, erwiderte er lahm.

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