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Artikel von Elisa Morgan

Die Segensschüssel

Das vertraute Piepen einer neu eingetroffenen E-Mail unterbrach mich bei der Arbeit am Computer. Normalerweise widerstehe ich der Versuchung, jede E-Mail sofort zu lesen, aber diesmal machte die Betreffzeile mich neugierig: „Du bist ein Segen.“

Im Alltag

Ich lud die Einkäufe ins Auto und fuhr vorsichtig aus der Parklücke. Plötzlich sprang ein Mann, der meine Absicht nicht bemerkt hatte, direkt vor mir auf die Straße. Ich trat auf die Bremse und kam knapp vor ihm zum Stehen. Erschreckt sah er auf und traf meine Blicke. Nun lag es an mir—sollte ich wütend die Augen verdrehen oder ihm freundlich zulächeln? Ich entschied mich fürs Lächeln.

Mensch sein

Ein Polizeibeamter wurde gefragt, wie er seine Rolle in einer Gesellschaft, die sich nicht immer gesetzeskonform verhält, definieren würde. Er zückte nicht seinen Dienstausweis oder verwies auf seinen Dienstgrad, sondern meinte: „Wir sind Menschen, die mit Menschen in einer Krise zu tun haben.“

Ein sicherer Ort

Zusammen mit meiner Tochter wollte ich zu einem größeren Familientreffen fahren. Weil sie etwas nervös war wegen der langen Fahrt, bot ich ihr an, dass ich fahren könnte. „Gut“, erwiderte sie. „Aber lass uns mein Auto nehmen. Kannst du es fahren?“ Ihr Auto ist etwas geräumiger als mein kleines. Deshalb fragte ich zurück: „Ist dir meins zu eng?“ „Nein“, entgegnete sie. „Aber mein Auto ist mein Zufluchtsort. Irgendwie fühle ich mich darin sicherer.“

Nozomi-Hoffnung

Das Erdbeben vor Fukushima mit dem folgenden Tsunami kostete 2011 fast 19.000 Menschen das Leben. 230.000 Häuser wurden zerstört. Mit dem Nozomi-Projekt sollen Betroffene wieder Einkünfte, Gemeinschaft, Würde und Hoffnung auf einen Gott finden, der sie nicht im Stich lässt. Nozomi heißt auf Japanisch „Hoffnung“.