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Artikel von Lawrence Darmani

Leg die Lasten ab

Ein Mann war mit seinem Pickup auf einer Landstraße unterwegs, als er an einer Frau vorbeikam, die eine schwere Last trug. Er hielt an und bot ihr an, sie mitzunehmen. Die Frau bedankte sich herzlich und kletterte auf den Rücksitz.

Seltsamer Trost

Das Thema unserer Freizeit lautete: „Tröstet mein Volk.“ Die Referate machten uns Mut. Doch auf einmal änderte sich der Ton. Der letzte Referent wählte den Text Jeremia 7,1-11 und als Thema: „Wacht auf vom Schlaf.“ Liebevoll, aber unverblümt rief er uns dazu auf, aufzuwachen und von der Sünde abzuwenden.

Pass gut auf

Ich hatte den Blick fest auf den Pastor gerichtet und man hätte meinen können, dass ich alles, was er sagte, tief in mich aufnahm. Plötzlich fingen alle an zu lachen und zu klatschen. Überrascht sah ich auf. Anscheinend hatte der Prediger etwas Lustiges gesagt, aber ich hatte nichts davon mitbekommen. Äußerlich hatte es so gewirkt, als würde ich aufmerksam zuhören, aber tatsächlich war ich mit den Gedanken ganz woanders gewesen.

Auf der Hut

Mein Schreibtisch steht an einem Fenster mit Blick in die Nachbarschaft. Von dort aus kann ich auch die Vögel beobachten, die in den nahegelegenen Bäumen sitzen. Manche kommen sogar ans Fenster, um Mücken aufzupicken, die an der Scheibe kleben.

Ich bin bei dir

Als ich bei einer christlichen Zeitschrift ein Praktikum machte, schrieb ich einmal einen Bericht über eine  Person, die Christ geworden war. Er hatte sich radikal  von seinem früheren Leben abgewendet, um Jesus zu folgen, seinem neuen Herrn. Ein paar Tage nach der Veröffentlichung drohte ein anonymer Anrufer: „Darmani, sei vorsichtig. Wir beobachten dich! Dein Leben in diesem Land ist in Gefahr, wenn du solche Geschichten schreibst.“

Für andere sterben

Ich liebe Vögel. Deshalb kaufte ich sechs Käfigvögel und brachte sie unserer Tochter Alice mit nach Hause, die sich von da an um sie kümmerte. Doch dann wurde einer krank und starb. Wir fragten uns, ob es den Vögeln nicht besser ginge, wenn sie nicht eingesperrt wären. Deshalb ließen wir die übrigen fünf frei und sahen ihnen nach, wie sie jubelnd davonflogen.

Gute Arznei

Rücksichtsloses Fahren, Wutausbrüche und wüste Beschimpfungen von Taxi- und Minibusfahrern sind in unserer Hauptstadt Accra Quellen ständiger Konflikte. Ein Unfall, dessen Zeuge ich wurde, ging jedoch anders aus. Ein Bus stieß beinahe mit einem rücksichtslosen Taxifahrer zusammen. Ich erwartete, dass der Busfahrer wütend würde und den anderen beschimpfen würde. Stattdessen grinste er den schuldbewusst dreinschauenden Taxifahrer an. Und sein Lächeln wirkte Wunder. Der Taxifahrer hob entschuldigend die Hand, lächelte zurück und fuhr davon. Die Spannung hatte sich aufgelöst.

Weitergeben

Ich sehe gern bei Staffelläufen zu und staune über die Kraft, Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer, die von den Sportlern verlangt wird. Aber an einem Punkt werde ich immer nervös. Das ist der Moment, wo der Stab von einem Läufer an den anderen weitergegeben wird. Nur ein kurzes Zögern, ein Ausrutscher, und das ganze Rennen ist verloren.

Tun, was er sagt

Ich brauchte einen unterirdischen Wassertank und gab dem Mann, der ihn einbauen sollte, ganz genaue Anweisungen. Als ich am nächsten Tag sah, dass er sich nicht an meine Vorgaben gehalten hatte, ärgerte ich mich. Er hatte den Plan abgeändert und damit ging auch ein Teil der gewünschten Wirkung verloren. Die Entschuldigung, die er vorbrachte, war genauso ärgerlich wie sein eigenmächtiges Vorgehen.

Ehrenhaftes Leben

In einer öffentlichen Rede erregte ein bekannter Staatsmann und Politiker die Aufmerksamkeit seines Volkes, als er erklärte, die meisten ehrenwerten Mitglieder seines Parlaments seien ziemlich unehrenhaft. Er warf ihnen vor, sie seien korrupt und aufgeblasen, ihre Sprache sei anstößig und vieles mehr. Er rief sie zu dringenden Reformen auf. Wie zu erwarten, kamen seine Bemerkungen nicht gut an und riefen jede Menge Gegenvorwürfe an seine Adresse hervor.

Der Vater weiß

Ich war erst vier Jahre alt, als ich in einer heißen Sommernacht neben meinem Vater im Bett lag. (Meine Mutter hatte mit dem Baby damals ein eigenes Zimmer.) Das war im Norden von Ghana, wo meist ein trockenes Klima herrscht. Mein Körper war schweißbedeckt und die Kehle völlig ausgetrocknet. Ich war so durstig, dass ich meinen Vater wachrüttelte. Mitten in jener trockenen Nacht stand er auf und goss mir aus einem Krug Wasser ein, um meinen Durst zu stillen. Mein ganzes Leben lang blieb er für mich, wie damals in jener Nacht, der Inbegriff eines liebenden Vaters. Er gab mir, was ich brauchte.

Falsches Vertrauen

Ich beobachte gern Vögel. Das tue ich schon seit meiner Kindheit in einem Urwalddorf in Ghana, wo es die unterschiedlichsten Vogelarten gab. In dem Stadtteil, in dem ich jetzt wohne, habe ich vor kurzem ein paar Krähen zugeschaut, die sich sehr interessant verhielten. Sie flogen auf einen Baum zu, der schon fast alle Blätter verloren hatte, und ließen sich dort nieder. Doch anstatt sich auf die dicken Äste zu setzen, landeten sie auf den dünnen, trockenen, die unter ihnen sofort nachgaben. Erschrocken flatterten sie wieder hoch—nur um es erneut zu probieren. Ihr Vogelverstand sagte ihnen offensichtlich nicht, dass die dicken Äste zum Ausruhen sicherer und verlässlicher waren.

Mach mit

Ein Frauengebetskreis in meinem Land betet regelmäßig jeden Monat für Ghana und andere afrikanische Länder. Gefragt, warum sie das tun, erwiderte die Leiterin: „Sieh dich doch einmal um und schau die Nachrichten an. Unsere Völker leiden. Kriege, Katastrophen, Krankheiten und Gewalt drohen völlig zu verdecken, dass Gott die Menschen liebt und uns segnen will. Wir glauben, dass Gott auch in die Geschicke der Völker eingreifen kann. Deshalb preisen wir ihn für seine Güte und flehen um sein Eingreifen.“

Nicht abdriften

Ich war mit meiner Frau unterwegs, um unsere Tochter am Schuljahresende aus der rund 100 Kilometer entfernten Schule abzuholen. Auf der Rückfahrt machten wir einen kleinen Abstecher zu einem Strandlokal. Wir sahen den Booten zu, die am Ufer lagen. Normalerweise sind sie vertäut, damit sie nicht abtreiben. Aber ich sah eins, dass ungehindert zwischen den anderen dahintrieb—und langsam aber stetig zum Meer getrieben wurde.

Sag es weiter!

Es war 1975. Ich suchte meinen Freund Francis, weil ich ihm unbedingt erzählen musste, was mit mir passiert war. Er war zwar zu Hause, aber in Eile und wollte gerade fortgehen. Doch als er mich sah, schien er zu spüren, dass ich ihm etwas Wichtiges mitteilen wollte. „Was ist?“, fragte er. „Gestern habe ich mein Leben Jesus übergeben“, stieß ich hervor.

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