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Artikel von Philip Yancey

Gute Erde

Bill Anders war einer der Astronauten in der Apollo 8, die 1968 den Mond umkreisten. Er schilderte die Mondoberfläche als einen „bedrohlich wirkenden Horizont . . . einen öden und unappetitlich aussehenden Ort“. Dann las die Besatzung vor den Augen der Welt abwechselnd aus dem Schöpfungsbericht in 1.Mose 1. Kommandant Frank Borman schloss mit den Worten aus Vers 10: „Und Gott sah, dass es gut war.“ Dann fügte er an: „Gott segne sie alle, dort unten auf der guten Erde.“

Gemeinschaft bauen

„Gemeinschaft“ ist der Ort, wo immer genau die Person lebt, mit der du am wenigsten zusammenleben möchtest, sagt Henri Nouwen. Oft wollen wir von den Menschen umgeben sein, mit denen wir am liebsten zusammen sind. Aber das ist ein Klub oder eine Clique, keine Gemeinschaft. Einen Klub kann jeder gründen. Um eine Gemeinschaft zu bilden, braucht es Barmherzigkeit, eine gemeinsame Vision und harte Arbeit.

Vollkommene Gnade

Dass Jesus absolute Ideale und absolute Gnade predigte, scheint widersprüchlich.

Gottes Angesicht

Ein großer Teil meiner schriftstellerischen Tätigkeit dreht sich um das Problem des Leids. Immer wieder stoße ich auf dieselben Fragen wie auf eine alte Wunde, die nicht zuheilen will. Ich erhalte Reaktionen von meinen Lesern und ihre Geschichten geben meinen Zweifeln ein Gesicht. Da ist der Jugendpastor, der mich anrief, nachdem er erfahren hatte, dass seine Frau und seine kleine Tochter wegen einer infizierten Bluttransfusion an Aids sterben würden. „Wie soll ich meiner Jugendgruppe von einem liebenden Gott erzählen?“

Bin ich wichtig?

Ich stehe in der Schlange im örtlichen Supermarkt und sehe mich um. Ich sehe Teenager mit rasierten Köpfen und Nasenringen nach einem Snack suchen. Ein junger Geschäftsmann kauft ein Steak, ein paar Stangen Spargel und eine Süßkartoffel. Eine ältere Dame betrachtet Pfirsiche und Erdbeeren. Kennt Gott alle diese Menschen mit Namen?, frage ich mich. Sind sie ihm wirklich wichtig?

Einander helfen

Der Leib Christi“ ist ein rätselhafter Ausdruck, der im Neuen Testament über dreißig Mal vorkommt. Vor allem der Apostel Paulus gebraucht ihn als Bild für die Gemeinde. Nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren war, beauftragte er fehlerhafte, stümperhafte Menschen damit, sein Werk fortzuführen. Er übernahm die Rolle als Haupt der Gemeinde, die Aufgabe der Hände und Füße, Augen, Ohren und Mund hingegen überließ er seinen unsteten Jüngern—also dir und mir.

Keine Angst

Fast jedes Mal, wenn in der Bibel ein Engel erscheint, sind seine ersten Worte: „Fürchtet euch nicht” oder „Fürchte dich nicht” (Dan. 10,12.19; Matth.28,5; Offb. 1,17). Kein Wunder. Wenn das Übernatürliche in Kontakt mit dem Planeten Erde tritt, haut es den menschlichen Beobachter meistens um vor Angst. Aber Lukas berichtet, wie Gott auf eine Weise auf die Erde kam, die keine Angst erweckt. In Jesus, in einem Stall geboren und eine Futterkrippe gebettet, hat Gott einen Weg gefunden, vor dem wir uns nicht fürchten müssen. Was kann es weniger Furchterweckendes geben als ein neugeborenes Baby?

Am Glauben festhalten

Es ist verlockend, den Glauben für eine Art Zauberformel zu halten. Wer nur genug glaubt, wird reich, bleibt gesund und zufrieden und alle Gebete werden automatisch erhört. Aber das Leben hält sich nicht an solche glatten Vorgaben. Der Verfasser des Hebräerbriefs zeigt am Beispiel einiger Glaubenshelden aus dem Alten Testament auf irritierende Art, was „echten Glauben“ ausmacht (Hebr. 11).

Sicherheitsnetz

Jahrelang habe ich die Bergpredigt (Matth. 5–7) als Anleitung für richtiges Verhalten verstanden, einen Maßstab, dem niemand wirklich gerecht werden kann. Wie konnte ich sie so missverstehen? Jesus wollte uns nicht frustrieren, sondern zeigen, wie Gott ist.

Osterbeginn

Ein Detail aus der Ostergeschichte hat mich schon immer gewundert. Wieso hat Jesus nach der Kreuzigung die Narben behalten? Er konnte doch sicher selbst darüber bestimmen, welchen Auferstehungsleib er haben wollte. Aber er entschied sich für die Narben, die man sehen und berühren konnte. Wieso?

Seid stille

V or Jahren beantwortete ich Briefe innerhalb von ein paar Wochen und die Empfänger waren glücklich. Dann kam das Faxgerät und sie waren zufrieden, wenn sie meine Antwort nach einigen Tagen erhielten. Heute, mit E-Mail und Smartphone rechnen sie noch am selben Tag damit!

An der Quelle

Unser Haus liegt an einem Bach am Fuß eines Berges. Während der Schneeschmelze und nach heftigen Regenfällen schwillt der Bach an und wird zu einem reißenden Fluss. Es sind schon Menschen in ihm ertrunken. Eines Tages verfolgte ich ihn einmal zurück bis zur Quelle, einem Schneefeld auf dem Gipfel. Von dort macht sich der schmelzende Schnee auf den langen Weg ins Tal. Unterwegs nimmt er noch andere Rinnsale auf, bis er zu dem Bach wird, der an meinem Haus vorbeiströmt.

Erste Schritte

Eine Bekannte hielt mich vor ein paar Tagen an, um mir das Allerneuste zu erzählen. Sie schilderte mir dann zehn Minuten lang die ersten Schritte ihres einjährigen Neffen. Er konnte laufen! Für jemanden, der uns zufällig hörte, muss das ziemlich bizarr geklungen haben. Die meisten Leute können laufen. Was soll das?

Schachmeister

Als Schüler war ich stolzer Schachspieler. Ich war im Schach  club und saß über Mittag mit anderen über Bücher gebeugt   mit Titeln wie Klassische Eröffnungszüge. Ich übte Techniken, gewann die meisten Partien und räumte die Figuren dann zwanzig Jahre lang zur Seite. Dann lernte ich einen Spieler kennen, der seine Technik seit damals immer weiter vervollkommnet hatte. Ich erfuhr, was es heißt, gegen einen Meister zu spielen. Obwohl ich völlig frei war, meine Figuren so zu setzen, wie ich wollte, half mir alle Taktik nicht weiter. Er war mir so haushoch überlegen, dass jeder meiner Züge letztlich seinen Zielen diente.

Unseresgleichen

Ende des 19. Jahrhunderts fühlte sich William Carey berufen, als Missionar nach Indien zu gehen, um die gute Nachricht von Jesus weiterzugeben. Die Pastoren um ihn herum spotteten: „Junger Mann, wenn Gott in Indien Menschen retten will, dann wird er das ohne deine oder unsere Hilfe tun!“ Sie hatten nicht begriffen, was Partnerschaft bedeutet. Gott tut auf der Erde sehr wenig ohne unseresgleichen.