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Artikel von Poh Fang Chia

Weihnachten in Nr. 72

Etwa 230 Familien und Einzelpersonen leben bei mir um die Ecke in Haus Nr. 72. Im zehnten Stock etwa wohnt eine ältere Frau, deren Kinder inzwischen ausgezogen sind. Jetzt lebt sie allein. Ein paar Türen weiter ist ein junges Paar mit zwei Kindern. Und ein paar Etagen weiter unten ein junger Mann, der beim Militär ist. Er war schon mal in der Kirche. Vielleicht kommt er an Weihnachten wieder. Ich habe alle diese Menschen letzte Weihnachten kennen gelernt, als wir mit der Gemeinde unterwegs waren, um Weihnachtslieder zu singen.

Erst denken, dann reden

Cheung war verärgert. Sie wollten den Japan Urlaub mit dem Besuch in einem ausgezeichneten Restaurant krönen, bevor es auf den Heimflug ging. Aber seine Frau hatte ihm den Weg falsch angegeben und jetzt reichte die Zeit nicht mehr für ein üppiges Mahl. Cheung war frustriert und ließ das an seiner Frau aus.

Geflügelte Sonne

Fünf Jahre lag ein Siegel, das man bei Ausgrabungen an der südlichen Stadtmauer Jerusalems gefunden hatte, in einem Schrank im archäologischen Institut in Jerusalem. Erste Untersuchungen hatten keine Erkenntnisse über das fast 3000 Jahre alte Fundstück gebracht. Erst als ein Forscher die Inschrift etwas genauer untersuchte, kam es zu einer erstaunlichen Entdeckung. Dort stand: „Eigentum von Hiskia [Sohn von Ahas], König von Juda.“

Was Simon sagt

Refuge Rabindranath ist schon seit über zehn Jahren Jugendarbeiter auf Sri Lanka. Oft ist er bis tief in die Nacht mit den Jugendlichen zusammen, spielt mit ihnen, hört ihnen zu und berät sie. Er arbeitet gern mit jungen Menschen. Aber manchmal ist er auch enttäuscht, wenn Schüler, die vielversprechend angefangen haben, sich vom Glauben entfernen. An manchen Tagen fühlt er sich deshalb ein bisschen wie Simon Petrus in Lukas 5.

Den Lauf vollenden

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio erregten zwei Läuferinnen des 5000-Meter-Laufs die Aufmerksamkeit der ganzen Welt. Nach etwa 3200 Metern stießen Nikki Hamblin aus Neuseeland und Abbey D’Agostino aus den USA zusammen und stürzten. Abbey war schnell wieder auf den Beinen und half Nikki, hochzukommen. Kurz darauf schwächelte Abbey, weil sie sich beim Sturz offensichtlich verletzt hatte. Nun blieb Nikki stehen und ermunterte sie zum Weiterlaufen. Als Abbey schließlich über die Ziellinie stolperte, wartete Nikki bereits auf sie und nahm sie in die Arme. Ein schönes Bild gegenseitiger Hilfe!

Den ersten Schritt machen

Tham Dashu spürte, dass in seinem Leben etwas fehlte. Also fing er an, in die Kirche zu gehen—dieselbe, die seine Tochter besuchte. Aber sie gingen nie gemeinsam. Vor langer Zeit hatte er ihr Unrecht getan und das hatte einen Keil zwischen sie getrieben. So schlüpfte er nun in den Saal, wenn das erste Lied erklang, und ging sofort nach dem letzten Amen.

Was bleibt?

Eine Bekannte hat in letzter Zeit viel Schweres durchgemacht. Sie schrieb vor kurzem: „In den letzten vier Semestern hat sich wahnsinnig viel verändert . . . Es ist beängstigend. Nichts bleibt.“

Du nicht

David hatte die Pläne gezeichnet. Er hatte die Einrichtung entworfen und das Material herangeschafft. Er hatte alle Vorbereitungen getroffen (siehe 1.Chron. 28,11-19). Aber der erste Tempel, der in Jerusalem gebaut wurde, ist als Tempel Salomos bekannt geworden, nicht Davids.

Vollkommene Liebe

Ihre Stimme zitterte, als sie von den Problemen mit ihrer Tochter erzählte. Weil sie sich wegen der zweifelhaften Freunde des Mädchens sorgte, hatte sie ihr Handy konfisziert und überwachte sie auf Schritt und Tritt. Doch ihr Verhältnis zueinander wurde nur noch schlimmer.

Kein Mangel

Stell dir vor, du würdest ohne Gepäck auf eine Reise gehen—ohne Kleider zum Wechseln, ohne Geld und Kreditkarten, ohne die allernötigsten Dinge. Irgendwie unklug und beängstigend, oder?

Das Leben finden

Die Worte von Ravis Vater saßen: „Du bist ein Versager und eine Schande für die Familie.“ Anders als seine begabten Geschwister galt Ravi nur als peinlich. Er versuchte es im Sport und war sogar sehr gut, aber er fühlte sich trotzdem als Verlierer. Was soll aus mir werden?, fragte er sich. Bin ich wirklich nichts wert? Kann ich mich irgendwie schmerzfrei aus diesem Leben verabschieden? Der Gedanke ließ ihn nicht los, aber er sprach mit niemandem darüber. Das tat man in seiner Kultur einfach nicht. „Wie es in dir aussieht, geht niemand was an“, hatte man ihn gelehrt. „Die Fassade muss gewahrt bleiben.“

Schläge eines Freundes

Charly beklagte sich bei einem Freund über seine Rückenschmerzen. Er suchte nur ein bisschen Anteilnahme. Stattdessen bekam er eine ehrliche Antwort. „Ich glaube nicht, dass dein Rücken das Problem ist“, erwiderte nämlich sein Freund. „Es ist dein Bauch. Dein Bauch ist zu dick und belastet deine Wirbelsäule.“

Ein sicherer Hafen

Ein junger Japaner hatte ein Problem—er hatte Angst, das Haus zu verlassen. Um keinem Menschen zu begegnen, schlief er am Tag und verbrachte die Nacht mit fernsehen. Er war ein hikikomori, ein moderner Eremit. Das Problem begann, als er wegen seiner schlechten Noten aufhörte, in die Schule zu gehen. Je länger er sich von der Gesellschaft fernhielt, desto mehr fühlte er sich als Außenseiter. Mit der Zeit riss der Kontakt zur Familie und Freunden völlig ab. Was ihm wieder zurückhalf, war der Besuch eines Jugendclubs in Tokio, der als ibasho bekannt ist—als sicherer Ort, an dem gestrandete Menschen lernen können, sich wieder zu integrieren.

Kalorienbremse

Ich liebe Roti prata, die Eierpfannkuchen aus meiner Heimat Singapur. Deshalb staunte ich, als ich las, dass eine 57 Kilo schwere Person 30 Minuten lang mit 8 Stundenkilometern laufen muss, um 240 Kalorien zu verbrennen. Soviel Kalorien hat ein einziger Roti prata.

Wer sagt es ihm?

Der zweite Weltkrieg war vorbei. Man hatte Frieden geschlossen. Aber Hiroo Onoda, ein junger Leutnant der japanischen Armee auf einer Insel der Philippinen, wusste nichts davon. Man versuchte ihn ausfindig zu machen. Flugblätter wurden über seinem Standort abgeworfen, auf denen stand, dass der Krieg vorbei sei. Aber Onoda, dessen letzter Befehl 1945 gelautet hatte, zu bleiben und zu kämpfen, hielt sie für feindliche Propaganda. Erst im März 1974 ergab er sich—fast 30 Jahre nach Kriegsende—als sein früherer Kommandant von Japan auf die Philippinen reiste, den ursprünglichen Befehl aufhob und Onoda offiziell aus dem Dienst entließ. Nun glaubte er endlich, dass der Krieg vorbei war.