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Artikel von Winn Collier

Unsere tiefsten Sehnsüchte

Als junger Mann hatte Stefan Angst gehabt, nicht genug Geld zu  haben. So begann er Anfang zwanzig, ehrgeizig seine Zukunft    zu gestalten. Stefan kletterte in einer angesehenen Firma die Karriereleiter hinauf und kam zu enormem Reichtum. Er hatte ein volles Bankkonto, einen Luxus-Sportwagen und ein teures Zuhause. Er hatte alles, was er wollte; dennoch war er zutiefst unglücklich. „Ich war ängstlich und unzufrieden“, sagte Stefan. „In der Tat kann Reichtum das Leben schlimmer machen.“ Haufenweise Bargeld sorgten nicht für Freundschaft, Gemeinschaft oder Freude - und brachten ihm oft nur mehr Kummer.

Die Rettung sehen

Im Alter von 53 Jahren erwartete Sonia kaum, ihr Geschäft und ihre Heimat zurückzulassen, um sich einer Gruppe Asylsuchender anzuschließen, um in ein neues Land zu ziehen. Nachdem Gangs ihren Neffen töteten und versucht hatten, ihren 17-jährigen Sohn in ihren Bann zu ziehen, schien Flucht für Sonia die einzige Option zu sein. „Ich bete zu Gott . . . ich tue, was immer nötig ist. Ich tue alles, damit mein Sohn und ich nicht verhungern . . . lieber sehe ich ihn leiden, als dass er in einem Sack oder einem Kanal endet“, sagte sie.

Aus dem Käfig gelassen

Beim Laufen begegnete Martin oft einem Mann mit vier Terriern. Drei von ihnen sprangen munter durch die Gegend, aber einer blieb dicht bei seinem Herrchen und lief nur im Kreis um ihn herum. Irgendwann fragte Martin den Mann, was mit dem Hund los sei. Der Hund komme aus einem Tierheim, erklärte der ihm, und habe die meiste Zeit seines Lebens in einem Zwinger verbracht. Obwohl er jetzt in Freiheit war, lief der Hund weiter im Kreis, als befinde er sich immer noch in seinem Käfig.

Kinder zu Gott führen

Ein überzeugter Atheist hält es für unmoralisch, wenn Eltern ihren Kindern die Religion beibringen, als ob sie tatsächlich wahr wäre. Er behauptet sogar, dass Eltern, die ihren Glauben an ihre Kinder weitergeben, Kindesmissbrauch begehen. Obwohl diese Ansichten extrem sind, höre ich von Eltern, die zögern, ihre Kinder offen zum Glauben zu ermutigen. Während die meisten von uns bereitwillig hoffen, ihre Kinder in Bezug auf Politik, Ernährung oder Sport zu beeinflussen, gehen einige von uns aus irgendeinem Grund anders mit ihrem Glauben an Gott um.

Gott wartete

Als Denise Levertov gerade zwölf Jahre alt war, lange bevor sie eine berühmte Dichterin wurde, hatte sie den Mut, dem großen Dichter T. S. Eliot ein Gedichtband zu schicken. Dann wartete sie auf eine Antwort. Überraschenderweise sandte Eliot zwei Seiten handschriftliche Ermutigung. Im Vorwort zu ihrer Sammlung The Stream and the Sapphire, erklärte sie, wie die Gedichte „ihre eigene Entwicklung vom Agnostizismus bis zum christlichen Glauben verfolgen“. Es ist daher überwältigend zu erkennen, wie eines der späteren Gedichte Annunciation (Verkündigung des Herrn) die Hingabe Marias an Gott erzählt. Der Heilige Geist wollte Maria nicht überwältigen, sondern hatte den Wunsch, dass Maria sich frei für das Kind entschied. So stehen diese beiden Worte im Mittelpunkt des Gedichts: Gott wartete.

Der Segen des Vaters

Kürzlich baten mich einige Menschen aus unserer Gemeinde, die schlechte Beziehungen zu ihren Vätern hatten, als liebende Vaterfigur für sie einzustehen und sie zu segnen. Dieser Segen bat um Vergebung für die Art und Weise, wie ein Vater seine Kinder verletzen kann, wenn zu hohe Erwartungen gesetzt werden, er abwesend ist, keine liebevolle Nähe oder keine Bestätigungen gibt. Der Segen brachte aber auch Freude, Bewunderung und überreiche Liebe zum Ausdruck. Als ich den Segen aussprach, weinte ich. Ich erkannte, wie sehr auch ich diese Worte brauchte und wie sehr meine Kinder sie brauchten.

Frei von Verdammnis

Während ein Ehepaar durch das trockene Nordkalifornien fuhr, spürten sie, wie ein Reifen platzte und hörten das Scharren des Metalls auf dem Bodenbelag. Die Funken entzündeten den Flächenbrand Carr Fire im Jahr 2018, der beinahe 93.000 Hektar niederbrannte, mehr als 1.000 Häuser zerstörte und zum Tode etlicher Menschen führte.

Mein größter Wunsch

Die Maus Riepischiep ist vielleicht die tapferste Figur in den Narnia-Chroniken. Sie reiste auf der Morgenröte zu den dunklen Inseln. Mit gezücktem Schwert stürzte sie sich in den Kampf und trotzte allen Ängsten. Woher nahm sie den Mut? Sie wollte in Aslans Land gelangen. „Das ist mein Herzenswunsch.“ Riepischiep wusste, was er wirklich wollte, und das führte ihn zu seinem König.

Keine Angst mehr

Drei Löwen mit schwarzen Mähnen standen um die entführte Zwölfjährige, als sie nach einer Woche von der äthiopischen Polizei gefunden wurde. Sieben Männer hatten das Kind geschnappt, in den Wald geschleppt und geschlagen. Doch wie durch ein Wunder war ein kleines Löwenrudel von den Schreien angelockt worden und hatte die Angreifer vertrieben. „Die Löwen standen Wache, bis wir sie gefunden hatten. Dann ließen sie sie stehen und verschwanden wieder im Gebüsch“, berichtete Sergeant Wondimu einem Reporter.

Samen der Gnade

Beinahe vierzig Jahre lang arbeitete ein Mann in Indien daran, ein verbranntes, sandiges Brachland wiederzubeleben. Als er sah, wie Erosion und das sich verändernde Ökosystem die Flussinsel zerstörte, die er liebte, pflanzte er einzelne Bäume, erst Bambus und dann Baumwolle. Inzwischen füllen üppige Wälder und ein großer Tierbestand die mehr als 520 Hektar. Jedoch besteht der Mann darauf, dass die Neugeburt des Landes nicht sein Verdienst war. Er erkannte die fantastische Art und Weise, wie die Natur entworfen ist, staunte darüber, wie Samen durch den Wind zu fruchtbarem Boden getragen werden. Vögel und Tiere beteiligen sich ebenfalls am Säen und auch Flüsse helfen den Pflanzen und Bäumen zu wachsen.

Der Hauptdarsteller

Ich hörte von einem Studenten, der in einer bekannten Bibelschule einen Predigtkurs besuchte. Der Student, ein junger Mann, der ein bisschen zu sehr von sich überzeugt war, lieferte seine Predigt mit Redegewandtheit und offenkundiger Leidenschaft ab. Selbstzufrieden setzte er sich hin. Der Professor hielt einen Moment inne, ehe er darauf reagierte. „Das war eine machtvolle Predigt“, sagte er. „Sie war sehr gut aufgebaut und mitreißend. Das einzige Problem ist, dass Gott in keinem einzigen Satz das Thema war.“

Rückwärts gehen

Ich stolperte über Filmaufnahmen einer britischen Filmcrew, die im Jahr 1932 die sechsjährige Flannery O’Connor auf ihrer Familienfarm filmte. Flannery, die später zu einer berühmten Autorin wurde, machte die Filmcrew auf sich aufmerksam, weil sie einem Huhn beibrachte, rückwärts zu laufen. Abgesehen von der Neuheit des Films, war dieser historische Ausschnitt für mich eine perfekte Metapher. Aufgrund ihrer literarischen Sensibilität und ihrer geistlichen Überzeugungen, verbrachte sie ihre 39 Jahre auf jeden Fall damit, rückwärts zu gehen—sie dachte und schrieb auf eine gegenkulturelle Weise. Verleger und Leser waren erstaunt, wie ihre biblischen Themen sich den von ihnen erwarteten religiösen Ansichten widersetzten.

Eine traurige Geschichte

Das Böse, das lange Zeit unter den Teppich gekehrt wurde—der sexuelle Missbrauch von Frauen durch Männer, die Macht über sie besaßen—kommt immer mehr ans Licht. Die Schlagzeilen waren schwer zu ertragen. Besonders betroffen war ich, als ich erfuhr, dass auch zwei Männern, die ich immer bewundert habe, Missbrauch nachgewiesen wurde. Die Kirche ist nicht immun gegen solche Dinge.

Wiederherstellung

In einem Dokumentarfilm sprach der Autor, wie die Scheidung den Zustand unserer Welt beschreibt. Wir sind voneinander geschieden, von unserer Geschichte, vom Land. Dinge, die ganz sein sollten, sind getrennt. Als der Autor gefragt wurde, wie wir mit dieser traurigen Tatsache umgehen könnten, sagte er: „Wir können nicht alles wieder zusammensetzen. Wir können nur zwei Dinge nehmen und sie zusammensetzen.“ Wir können zwei zerbrochene Dinge nehmen und sie wieder zusammensetzen.

Gott ist größer

Giles Kelmanson, ein südafrikanischer Wildhüter, beschreibt diese unglaubliche Szene: zwei Honigdachse kämpfen gegen ein Rudel von sechs Löwen. Wenngleich in der Unterzahl, weigern sich die Honigdachse, vor den wilden Raubtieren zurückzuweichen, auch wenn sie zehnmal so groß sind wie sie. Die Löwen glaubten, es mit einer leichten Beute zu tun zu haben, aber der Videobeweis zeigt, dass die Dachse scheinbar stolz davonziehen.

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