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Artikel von Winn Collier

Nur die Wahrheit

Ein Baseballtrainer wollte einem kleinen Jungen, der nahe an der Spielerbank saß, einen Baseball geben. Doch als der Trainer ihm den Ball zuwarf, fing ihn stattdessen ein Mann. Videos von dem Vorfall gingen viral. In den Nachrichten und Sozialen Medien wurde dieser „unverschämte“ Mann auseinandergenommen. Die Zuschauer kannten jedoch nicht die ganze Geschichte. Zuvor hatte der Mann dem Jungen geholfen, einen weiteren Ball zu ergattern, und sie hatten vereinbart, alle weiteren Bälle, die in ihre Richtung kamen, zu teilen. Leider dauerte es vierundzwanzig Stunden, bis die wahre Geschichte ans Licht kam. Der Mob hatte bereits Schaden angerichtet und einen unschuldigen Mann verurteilt.

Guter Ärger

Als John Lewis, ein amerikanischer Kongressabgeordneter und Bürgerrechtsführer, im Jahr 2020 starb, trauerten Menschen aus vielen politischen Richtungen. Im Jahr 1965 marschierte Lewis mit Martin Luther King Jr. für das Wahlrecht für schwarze Bürger. Während des Marsches erlitt Lewis einen Schädelbruch, der Narben hinterließ, die er für den Rest seines Lebens trug. „Wenn man etwas sieht, das nicht richtig, nicht gerecht, nicht fair ist“, sagte Lewis, „hat man die moralische Verpflichtung, etwas zu sagen. Etwas zu tun.“ Er sagte auch: „Habt niemals, niemals, Angst davor, etwas Lärm zu machen und in guten, notwendigen Ärger zu geraten.“

Standhafte Weigerung

Als die Nationalsozialisten Franz Jägerstätter während des Zweiten Weltkriegs einberiefen, absolvierte er zwar die militärische Grundausbildung, weigerte sich aber, das geforderte Gelöbnis der persönlichen Treue gegenüber Hitler abzulegen. Die Behörden erlaubten Franz, auf seinen Bauernhof zurückzukehren, aber sie riefen ihn später zum aktiven Dienst. Nachdem er die Nazi-Ideologie aus nächster Nähe gesehen und vom Völkermord an den Juden erfahren hatte, entschied Jägerstätter, niemals für die Nazis zu kämpfen, da seine Loyalität Gott galt. Er wurde verhaftet und zur Hinrichtung verurteilt. Er hinterließ seine Frau und drei Töchter.

Göttliche Rettung

Als der Notruf eines besorgten Bürgers einging, fuhr ein Polizeibeamter sofort zu den Eisenbahnschienen und leuchtete mit seinem Flutlicht in die Dunkelheit. Schnell entdeckte er das Fahrzeug, das auf den Schienen stand. Die Kamera auf dem Armaturenbrett des Beamten hielt die erschütternde Szene fest, als ein Zug auf das Auto zugerast kam. „Dieser Zug kam schnell“, sagte der Polizist, „mit bestimmt 100 Kilometern pro Stunde.“ Ohne zu zögern zog er einen bewusstlosen Mann aus dem Fahrzeug, nur Sekunden bevor der Zug in den Wagen krachte.

Perfekte Gerechtigkeit

Im Jahr 1983 wurden drei Jugendliche wegen Mordes an einem Vierzehnjährigen verhaftet. Berichten zufolge wurde der Teenager „wegen seiner [Sport-]Jacke erschossen“. Die drei Täter wurden zu lebenslanger Haft verurteilt und verbrachten sechsunddreißig Jahre hinter Gittern, bis Beweise auftauchten, die ihre Unschuld bewiesen. Ein anderer Mann hatte das Verbrechen begangen. Bevor der Richter sie als freie Männer entließ, entschuldigte er sich.

Reichlich Wasser

In Australien schrieb jemand „eine düstere Geschichte“ von extremer Dürre, Hitze und Feuer. Die Geschichte schilderte ein schreckliches Jahr mit nur geringen Niederschlägen. Ausgetrocknetes Gestrüpp verwandelte sich in Zunder. Wütende Brände fackelten die Landschaft ab, Fische starben. Die Ernten gingen verloren. Und das alles nur, weil in Australien eine einfache Ressource nicht immer zur Verfügung steht, die wir oft als selbstverständlich ansehen: Wasser, das wir alle zum Leben brauchen.

Mit neuen Augen sehen

Ein Videospiel, das zu einem kulturellen Phänomen geworden ist, setzt hundert Spieler auf einer virtuellen Insel ab. Dort müssen sie gegeneinander antreten, bis nur noch ein Spieler übrigbleibt. Wann immer ein Spieler dich aus dem Wettbewerb rauswirft, kannst du weiterhin durch den Blickwinkel dieses Spielers zusehen. Wie ein Journalist bemerkt: „Wenn man in die Fußstapfen eines anderen Spielers tritt und seinen Standpunkt einnimmt, verschiebt sich das emotionale Register … von der Selbsterhaltung zur …gemeinschaftlichen Solidarität. Man fängt an, sich in den Fremden zu investieren, der einen vor nicht allzu langer Zeit besiegt hat.“

Die Liebe zügelt uns

Die meisten Jungen des Inselstaates Samoa erhalten eine Tätowierung als Zeichen ihrer Verantwortung gegenüber ihrem Volk und ihrem Häuptling. Natürlich bedecken daher die Zeichen dann auch die Arme der samoanischen Männer-Rugby-Mannschaft. Als sie für ein Rugby-Spiel nach Japan reisten, wo Tätowierungen negative Bedeutungen tragen können, erkannten das Team, dass ihre Symbole ein Problem für ihre Gastgeber darstellen. Daher trugen die Samoaner hautfarbene Ärmel, die die Motive verdeckten. „Wir sind respektvoll und achten die japanische Lebensart“, erklärte der Mannschaftskapitän. „Wir achten darauf, dass das, was wir zeigen, für andere in Ordnung ist.“

Aus unserer Armut heraus

Warren Buffett und Bill und Melinda Gates schrieben Geschichte, als sie The Giving Pledge (‚Das Versprechen, etwas herzugeben‘) ins Leben riefen, indem sie versprachen die Hälfte ihres Geldes zu spenden. Seit 2018 bedeutet das, dass ca. 81 Milliarden Euro hergegeben wurden. Das Versprechen machte den Psychologen Paul Piff neugierig, die Muster des Gebens zu studieren. Durch einen Forschungstest entdeckte er, dass die Armen dazu neigten, 44 Prozent mehr von dem zu geben, was sie hatten, als die Reichen. Diejenigen, die ihre eigene Armut fühlen, sind oft zu größerer Freigiebigkeit bereit.

Anders denken

Während meines Studiums verbrachte ich einmal einen Sommer in Venezuela. Das Essen war hervorragend, die Menschen reizend, das Wetter und die Gastfreundschaft herrlich. Doch schon in den ersten Tagen stellte ich fest, dass meine Vorstellungen von Zeitmanagement von meinen neuen Freunden nicht geteilt wurden. Wenn wir uns zum Mittagessen verabredeten, konnte das irgendwann zwischen 12 und 13 Uhr sein; dasselbe bei Treffen oder Ausflügen. Zeitangaben waren nur ungefähr. Ich lernte, dass meine Idee von „Pünktlichkeit“ viel mehr kulturell bedingt war, als mir bewusst war.

Ein Haus auf Fels

In einem Bundesstaat in Amerika sind etwa 34000 Häuser einsturzgefährdet, weil ihre Fundamente nicht sicher sind. Das Material, das die Zementfirma aus einem Steinbruch geholt hat, ist mit einem Mineral durchsetzt, das den Zement mit der Zeit reißen und bröckeln lässt. Die Fundamente von fast sechshundert Häusern haben sich bereits aufgelöst und die Zahl wird steigen.

Mächtig

Baby Saybie, geboren als „Frühgeburt“ mit 23 Wochen, wog nur 245 Gramm. Die Ärzte bezweifelten, dass Saybie überleben würde und sagten ihren Eltern, dass sie wahrscheinlich nur eine Stunde mit ihrer Tochter verbringen könnten. Doch Saybie kämpfte weiter. Auf einer rosa Karte in der Nähe ihres Kinderbettes hieß es: „Winzig, aber mächtig“. Nach fünf Monaten im Krankenhaus ging Saybie auf wundersame Weise als gesundes Fünf-Pfund-Baby nach Hause. Und sie nahm einen Weltrekord mit: „Das leichteste überlebende Baby der Welt“.

Tante Bettina

Es fühlte sich immer wie Weihnachten an, wenn meine Lieblingstante Bettina in meiner Kindheit zu Besuch kam. Sie brachte Star Wars Spielzeug mit oder steckte mir Geld zu, wenn sie wieder ging. Wann immer ich ein paar Tage bei ihr war, füllte sie den Tiefkühlschrank mit Eiscreme und kochte niemals Gemüse. Sie hatte nur wenige Regeln und ich durfte lange wachbleiben. Meine Tante war wunderbar und spiegelte Gottes Großzügigkeit wider. Um aber gesund aufzuwachsen, brauchte ich mehr als die Art und Weise, wie Tante Bettina agierte. Ich brauchte auch meine Eltern, die Erwartungen an mich und mein Verhalten stellten und einforderten.

Ein offenes, großzügiges Herz

Vickys Auto hatte den Geist aufgegeben. Eine Reparatur war nicht mehr möglich und sie begann, für ein anderes zu sparen. Chris, ein häufiger Gast in dem Schnellrestaurant, in dem Vicky am Schalter arbeitete, hörte einmal, wie sie davon sprach, dass sie ein neues Auto brauchte. „Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf“, sagt er. „Ich musste etwas machen.“ Und so kaufte er das Auto, das sein Sohn gerade verkaufen wollte, polierte es gründlich und übergab Vicky die Schlüssel. Vicky war geschockt. „Wer macht denn sowas?“, meinte sie dankbar und total überwältigt.

Heimkehr

Walter Dixon hatte fünf Tage Zeit für die Flitterwochen. Dann zog er in den Krieg. Kaum ein Jahr später fand man auf dem Schlachtfeld seine Jacke mit Briefen von seiner Frau in den Taschen. Man teilte ihr mit, dass ihr Mann im Kampf gefallen war. Tatsächlich aber war Dixon noch am Leben und verbrachte die nächsten zweieinhalb Jahre in Kriegsgefangenschaft. In jeder wachen Stunde überlegte er, wie er entkommen könnte. Er unternahm fünf Fluchtversuche. Jedes Mal wurde er gefasst. Schließlich wurde er freigelassen. Was muss das für ein Schock gewesen sein, als er heimkam!

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