Kategorie  |  Unser Täglich Brot

Das Bild der Verzweiflung

Während der Weltwirtschaftskrise nahm die berühmte Fotografin Dorothea Lange ein Bild von Florence Owens Thompson und ihren Kindern auf. Dieses bekannte Foto, Migrant Mother, ist das Bild der Verzweiflung einer Mutter in den Nachwirkungen einer verdorbenen Ernte. Dorothea Lange hoffte, die Behörden auf die Not der verzweifelten Erntehelfer aufmerksam zu machen.

Chirpy

Zwölf Jahre lang besuchte Chirpy, eine Möwe, täglich einen Mann, der ihr half, während ihr gebrochenes Bein heilte. John hatte Chirpy mit Hundekeksen zu sich gelockt und konnte sie dann gesundpflegen. Auch wenn Chirpy in Instow Beach in Devon, England, nur zwischen September und März überwintert, finden sich Chirpy und John ganz einfach. Chirpy fliegt geradewegs zu ihm, wenn John täglich zum Strand kommt, auch wenn Chirpy sonst die Menschen meidet. Eine ungewöhnliche Beziehung.

Begründet langsam

In der BBC-Videoserie Das Leben der Säugetiere, klettert der Moderator David Attenborough auf einen Baum, um einen humorvollen Blick auf ein Dreifinger-Faultier zu werfen. Von Angesicht zu Angesicht begrüßt er das langsamste Säugetier der Welt mit einem „Buh!“ Als er keinerlei Reaktion erhält, erklärt er, dass ein Dreifinger-Faultier sich nun mal langsam bewegt, weil es sich fast ausschließlich von Blättern ernährt, die weder leicht verdaulich noch sehr nahrhaft sind.

Freude am Buch

Tsundoku. Das Wort, das ich immer gebraucht habe! Ein japanischer Begriff, der sich auf einen Bücherstapel auf einem Nachttisch bezieht, der gelesen werden will. Bücher bieten das Potenzial, um zu lernen oder sich in eine andere Zeit und an einen anderen Ort zu flüchten. Ich sehne mich nach den Freuden und den Einblicken, die zwischen diesen Seiten zu finden sind. Der Stapel bleibt also.

Freude in der Todeszelle

Im Jahr 1985 wurde Anthony Ray Hinton wegen Mordes an zwei Restaurantleitern verurteilt. Es war eine Falle. Er war viele Kilometer weit weg, als die Morde stattfanden. Dennoch wurde er für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. In der Verhandlung vergab Ray denen, die Lügen über ihn erzählt hatten und fügte hinzu, dass er trotz der Ungerechtigkeit Freude verspüre. „Nach meinem Tod gehe ich in den Himmel“, sagte er. „Wohin geht ihr?“

Noch bevor du fragst

Meine Freunde Robert und Claudia führen eine gesunde Ehe. Ich liebe es zuzusehen, wie sie miteinander umgehen. Einer reicht dem anderen die Butter, noch ehe danach gefragt wurde. Der andere gießt gerade im rechten Moment das Glas nach. Wenn sie Geschichten erzählen, beenden sie einander die Sätze des anderen. Manchmal scheint es fast, als könnten sie die Gedanken des anderen lesen.

Eine wunderbare Fähigkeit

Der Leiter unseres Universitätschores dirigierte und begleitete uns gleichzeitig auf dem Klavier. Er machte das großartig. Am Ende eines Konzertes sah er besonders erschöpft aus und ich fragte, ob es ihm gut ginge? Er antwortete: „So etwas musste ich noch nie machen.“ Dann erklärte er: „Das Klavier war derart verstimmt, dass ich das gesamte Konzert in zwei verschiedenen Tonarten spielen musste. Meine linke Hand spielte eine Tonart, meine rechte spielte eine andere!“. Ich war total sprachlos hinsichtlich dieser Fähigkeit und ich war begeistert über den Einen, der Menschen erschafft, die so etwas können.

Die Rechnung ist bezahlt

„Was ist dir zugestoßen?“, fragte Zeal, ein nigerianischer Geschäftsmann, als er sich über ein Krankenhausbett in Lagos beugte. „Jemand hat auf mich geschossen“, sagte der junge Mann, dessen Bein bandagiert war. Auch wenn es dem Verletzten gut genug ging, dass er nach Hause gehen konnte, durfte er das Krankenhaus nicht verlassen, bis die Rechnung beglichen worden war. Das ist die übliche Handlungsweise von Regierungskrankenhäusern in dieser Region. Nachdem er sich mit einem Sozialarbeiter beraten hatte, bezahlte Zeal anonym die Rechnung aus einem gemeinnützigen Fond, den er errichtet hatte, um seinen christlichen Glauben zu zeigen. Im Gegenzug hoffte er, dass diejenigen, die ein Geschenk von ihm erhielten, es eines Tages anderen zurückgeben.

Besser als das Leben

Auch wenn Maria Jesus liebhatte, war das Leben schwer. Zwei Söhne starben vor ihr, wie auch zwei ihrer Enkel, die beide Opfer von Schießereien wurden. Maria selbst erlitt einen heftigen Schlaganfall, der sie einseitig gelähmt zurückließ. Aber sobald es ihr möglich war, machte sie sich wieder auf den Weg zum Gottesdienst. Dort war es nicht ungewöhnlich, dass sie in gebrochenem Deutsch den Herrn lobte: „Meine Seele liebt Jesus. Sein Name sei gepriesen!“

Vergebliche Liebesmüh

Wahrscheinlich weißt du, wie es ist. Jeder Tag scheint neue Rechnungen zu bringen, Beratung, Versicherungen, Kreditraten, Reparaturen. Günther hat das erst kürzlich erlebt. Er klagte: „Wir schulden tausende Euro. Wenn wir nur diese Rechnungen bezahlen könnten, dann wäre das Leben gut und ich wäre zufrieden. Ich fühle mich, als würde ich dieses Computerspiel spielen, in dem ständig Plastik-Maulwürfe auftauchen und der Spieler wild auf ihnen rumschlägt.“

Jede Möglichkeit

Schon mal einen Drachen gefangen? Ich nicht, bis mein Sohn mich davon überzeugte, mir ein Spiel auf das Handy herunterzuladen. Das Spiel produziert eine digitale Karte der echten Welt und man kann in seiner Nähe bunte Kreaturen fangen.

Er weiß alles darüber

Finn, ein siamesischer Kampffisch, lebte zwei Jahre lang in unserem Haus. Meine kleine Tochter beugte sich oft über ihn und sprach mit ihm, nachdem sie ihn gefüttert hatte. Als im Kindergarten das Thema Haustiere besprochen wurde, war sie stolz darauf, ihn ihr Eigen zu nennen. Schließlich starb Finn und meine Tochter war tieftraurig.

Gebrochen, um geteilt zu werden

Wir trafen uns jeden Donnerstag, seitdem er seine Frau bei einem Autounfall verloren hatte. Manchmal kam er mit Fragen, auf die es scheinbar keine Antworten gab. Manchmal kam er mit Erinnerungen, die er erneut durchleben wollte. Mit der Zeit akzeptierte er, dass, auch wenn der Unfall ein Resultat unserer zerbrochenen Welt war, Gott dennoch am Werk ist. Einige Jahre später unterrichtete er eine Gruppe in unserer Gemeinde zum Thema Trauer und wie man gut klagt. Schon bald wurde er für Menschen, die einen Verlust erlitten hatten, ein Ansprechpartner. Manchmal nimmt Gott gerade dann unser „nicht genug“, wenn wir meinen nichts zu haben, was wir geben können, und macht es zu „mehr als genug“.

Von Gott behütet

Unser kleiner Enkel winkte zum Abschied und stellte mir dann eine Frage: „Oma, bleibst du auf der Veranda stehen, bis wir weg sind?“ Ich lächelte ihn an und fand seine Frage „süß“, weil er so jung ist. Er sah so besorgt aus, also suchte ich nach einer guten Antwort. „Nun, es ist höflich“, sagte ich. „Wenn du mein Gast bist, dann zeige ich dir, dass du mir wichtig bist, indem ich warte, bis du gegangen bist.“ Er dachte nach, sah aber immer noch verwirrt aus. Also sagte ich ganz einfach: „Ich werde warten, denn ich habe dich lieb. Wenn euer Auto abgefahren ist, dann weiß ich, dass du auf dem sicheren Weg nach Hause bist.“ Er lächelte und umarmte mich. Jetzt hatte er es verstanden.

Reiner Lobpreis

Max war Pastor in einer Gemeinde, die für ihre Programme und Theaterproduktionen bekannt war. Sie waren gut gemacht, aber er sorgte sich darum, dass die Geschäftigkeit der Gemeinde sich in ein Geschäft verwandelt habe. Wuchs die Gemeinde aus den richtigen Gründen oder nur wegen ihrer Aktivitäten? Max wollte das herausfinden, also sagte er sämtliche Extratermine der Gemeinde ab. Seine Versammlung sollte sich darauf konzentrieren, ein lebendiger Tempel zu sein, in dem die Menschen Gott anbeten.

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