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Artikel von Amy Boucher Pye

Happy End

Wir saßen im Kino, um Apollo 13 anzuschauen. Als das Licht ausging, flüsterte meine Bekannte mir zu: „Schade, dass sie alle ums Leben kamen.“ Gespannt verfolgte ich den Film über den Raumflug aus dem Jahr 1970 und erwartete in jedem Moment die Katastrophe. Erst beim Abspann merkte ich, dass ich hinters Licht geführt wurde. Ich hatte nicht gewusst—oder mich nicht mehr daran erinnert—wie die Geschichte wirklich ausging. Denn trotz mancher Schwierigkeiten waren die Astronauten alle wohlbehalten auf die Erde zurückgekehrt.

In Gott verwurzelt

Als Bekannte von uns in ein neues Haus zogen, pflanzten sie am Zaun einen Blauregen und freuten sich, dass in fünf Jahren die ersten lila Blüten erscheinen würden. Über zwanzig Jahre lang erfreuten sie sich an der Pflanze und hegten und pflegten sie. Doch dann starb sie plötzlich ab. Die Nachbarn hatten auf der anderen Seite des Zauns Unkrautvernichter gespritzt. Das Gift war in die Wurzeln des Blauregens gedrungen und der Baum ging ein—dachten sie zumindest. Doch zu ihrer großen Überraschung erschienen im nächsten Jahr neue Triebe aus dem Boden.

Der verkleidete Jesus

Als eine Bekannte ihre pflegebedürftige Schwiegermutter fragte, was sie sich am meisten wünsche, antwortete die: „Dass mir jemand die Füße wäscht.“ „Oh, wie ich das gehasst habe!“, gestand meine Freundin. „Jedes Mal, wenn sie mich darum bat, war ich voller Groll und musste Gott um Hilfe bitten, damit ich meine Gefühle vor ihr verstecken konnte.“

Der gute Hirte

Nervös saß ich mit meinem Mann im Krankenhaus. Unser Sohn wurde am Auge operiert und mir krampfte sich förmlich der Magen zusammen vor lauter Angst und Sorgen. Ich versuchte zu beten, damit Gott mich ruhig machte, und blätterte in meiner Bibel. Mir fiel Jesaja 40 ein und ich schlug den bekannten Text auf und war gespannt, ob ich dort neue Hilfe finden würde.

Unter seinen Flügeln

Bettys Tochter fühlte sich nicht wohl, als sie von einer Fernreise zurückkam. Als die Schmerzen unerträglich wurden, brachten die Eltern sie zur Notfallstation. Die Ärzte und Schwestern machten sich an die Arbeit und nach ein paar Stunden sagte eine zu Betty: „Das wird wieder! Wir werden uns um sie kümmern und dafür sorgen, dass sie wieder gesund wird.“ Betty spürte, wie sich Liebe und ein tiefer Friede in ihr ausbreiteten. Während sie Sorgen um ihre Tochter trug, erkannte sie, dass Gott ja der vollkommene Vater ist, der sich um seine Kinder kümmert und uns in schweren Zeiten tröstet.

Wohnen im Zelt

Ich bin in Minnesota aufgewachsen, dem US-Bundesstaat mit den vielen Seen, bin immer gern zum Camping gegangen und habe mich gefreut an Gottes schöner Schöpfung. Das Schlafen in einem wackeligen Zelt gehörte aber nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen—vor allem, wenn es regnete und das Zelt undicht war und der Schlafsack nass wurde.

Briefe schreiben

Meine Mutter und ihre Schwestern pflegen eine mittlerweile aussterbende Kunst—sie schreiben Briefe. Jede Woche schreiben sie einander ein paar persönliche Worte, und das so regelmäßig, dass der Postbote sich Sorgen macht, wenn er einmal nichts zu überbringen hat! Sie schreiben von ganz alltäglichen Dingen, von Freud und Leid, Familie und Freunden.

Rein gemacht

Als ich den Geschirrspüler öffnete, wunderte ich mich. Statt glänzend reine Tassen und Teller vorzufinden, war das gesamte Geschirr mit einem dünnen Kalkfilm überzogen. Ich fragte mich, ob mit den Wasserleitungen in der Gegend etwas nicht in Ordnung war oder mit der Maschine selbst etwas nicht stimmte.

Reif zur Ernte

Letztes Jahr im Spätsommer wanderten wir durch den New Forest in England, pflückten die wild wachsenden Brombeeren und schauten den Pferden zu, die auf der nahen Weide herumtollten. Während ich mich über die süßen Früchten freute, die andere vielleicht vor vielen Jahren dort gepflanzt haben, fiel mir ein, was Jesus einmal zu den Jüngern gesagt hat: „Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt“ (Joh. 4,38).

Nicht Furcht, sondern Glaube

„Meinem Mann wurde eine bessere Stelle im Ausland angeboten. Aber ich hatte Angst, von zu Hause wegzugehen. Deshalb hat er das Angebot abgelehnt, wenn auch ungern“, erzählte mir eine Freundin. Sie erklärte, wie die Bedenken über eine solche Veränderung sie davon abhielten, sich auf Neues einzulassen, und dass sie sich manchmal fragte, was sie durch ihr Bleiben wohl verpasst hatten.

Alles hat seine Zeit

Kürzlich auf einem Flug beobachtete ich ein paar Reihen vor mir eine Mutter mit zwei Kindern. Das ältere spielte ganz zufrieden, während sie das Baby auf dem Arm hielt, mit ihm schäkerte und ihm zärtlich die Wange streichelte. Mit großen Augen schaute der Kleine zurück. Ich freute mich an ihrem Anblick, beim Gedanken an früher und meine eigenen Kinder wurde ich aber auch etwas wehmütig.

Von Angesicht

Obwohl die Welt elektronisch miteinander verbunden ist wie nie zuvor, geht nichts über das direkte Zusammensein mit einem Menschen. Wenn wir miteinander reden und lachen, können wir—fast unbewusst—am Gesichtsausdruck merken, was der andere empfindet. Menschen, die sich gernhaben, ob Familie oder Freunde, unterhalten sich deshalb gern von Angesicht zu Angesicht.

Ruhetag

An einem Sonntag stand ich einmal an dem kleinen Flüsschen, das sich durch unseren Stadtteil windet, und freute mich an der Schönheit, die es in unsere ziemlich verbaute Gegend bringt. Ich spürte, wie ich beim Anblick des plätschernden Wassers entspannte, hörte dem Zwitschern der Vögel zu und dankte Gott dafür, wie er uns hilft, unsere Seele zur Ruhe zu bringen.

Glaube in Aktion

Bei der Fahrt zum Supermarkt sah eine Bekannte eine Frau am Straßenrand entlanggehen und fühlte den Impuls, das Auto zu wenden und sie zu fragen, ob sie mitfahren wolle. Die Frau erzählte eine traurige Geschichte. Sie hatte kein Geld für den Bus, deshalb lief sie im heißen, feuchten Wetter zu Fuß nach Hause. Und auch am Morgen war sie schon ein paar Stunden gegangen, um pünktlich um 4 Uhr früh an der Arbeit zu sein.

Das Band des Friedens

Ich hatte einer Bekannten eine E-Mail wegen einer Meinungsverschiedenheit geschickt , die zwischen uns herrschte. Als sie nicht reagierte, fragte ich mich: Bin ich zu weit gegangen? Ich wollte die Sache nicht noch schlimmer machen und in sie drängen. Andererseits wollte ich das Ganze aber auch nicht auf sich beruhen lassen, weil ich wusste, dass sie demnächst auf eine längere Reise gehen würde. Immer wieder musste ich in den folgenden Tagen an sie denken und betete für sie. Dann begegnete ich ihr eines Tages ganz unverhofft beim Spaziergang im Stadtpark. Sie sah nicht sehr glücklich aus, als sie mich entdeckte. „Danke, Herr, dass ich mit ihr reden kann“, murmelte ich und ging lächelnd zu ihr hin. Wir konnten offen miteinander reden und das Problem beilegen.