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Artikel von Amy Boucher Pye

Gott am Werk

„Hast du kürzlich Gott am Werk gesehen“, fragte ich einige Freunde. Einer sagte, „Ich sehe ihn am Werk, wenn ich jeden Morgen in der Bibel lese; ich sehe ihn bei der Arbeit, wenn er mir hilft, dem neuen Tag entgegenzutreten; ich sehe ihn am Werk, wenn ich weiß, dass er jeden Schritt auf dem Weg bei mir ist—ich erkenne, wie er mir geholfen hat, mich Herausforderungen zu stellen und mir Freude damit gibt.“ Ich liebe seine Antwort, weil es zeigt, wie durch das Wort Gottes und die innewohnende Gegenwart des Heiligen Geistes, Gott denen nahe ist und in denen arbeitet, die ihn lieben.

In der Nähe bleiben

Nachdem ich meine Tochter zur Schule gebracht habe, habe ich etwa anderthalb Kilometer zurückzulaufen. Eine gute Gelegenheit, ein paar Bibelverse auswendig zu lernen—wenn ich will. Wenn ich die Zeit tatsächlich nutze, um Gottes Wort in meinen Gedanken zu bewegen, stelle ich im Verlauf des Tages oft fest, wie einzelne Worte zurückkommen, mich trösten und ermutigen.

Die Ketten zerbrechen

Wir fanden unseren Besuch der Christ Church Cathedral in Stone Town, Sansibar, sehr bewegend, weil sie an dem Ort steht, wo einst der größte Sklavenmarkt Ostafrikas war. Die Erbauer dieser Kathedrale wollten durch ein physisches Symbol zeigen, wie das Evangelium die Ketten der Sklaverei zerbricht. Nie mehr würde der Ort ein Ort von bösen Taten und schrecklichen Grausamkeiten sein, sondern von Gottes verkörperter Gnade.

Nicht Beeilen

„Eile muss schonungslos eliminiert werden.“ Als zwei Freunde den Spruch des weisen Dallas Willard zitierten, wusste ich, dass ich ihn in Betracht ziehen musste. Wo drehten sich meine Räder, verschwendete ich Zeit und Energie? Noch wichtiger, wo lief ich voraus und achtete nicht auf Gottes Führung und Hilfe? In den Wochen und Monaten, die folgten, erinnerte ich mich an diese Worte und orientierte mich neu an dem Herrn und seiner Weisheit. Ich erinnerte mich daran, ihm zu vertrauen, anstatt mich auf meine Wege zu verlassen.

Die Krone des Königs

Wir saßen am Tisch und jeder von uns setzte einen Zahnstocher in einem Styroporring vor uns. Bei unserem Abendessen in den Wochen vor Ostern machten wir eine Dornenkrone—jeder Zahnstocher stellte etwas dar, was wir an diesem Tag getan hatten, das uns leidtat und wofür Jesus die Strafe trug. Diese Übung zeigte uns Abend für Abend auf, wie wir durch unsere Sünden schuldig wurden, wie sehr wir einen Erlöser brauchen und wie Jesus uns durch seinen Tod am Kreuz befreite.

Gefäß der Liebe

Vor vielen Jahren in einer Physikstunde bat uns unser Lehrer, ohne uns umzudrehen zu erzählen, welche Farbe die hintere Wand des Klassenzimmers hat. Niemand von uns konnte die Frage beantworten, denn wir hatten nicht aufgepasst.

Ohne Angst

Wenn wir uns bedroht fühlen oder Angst haben, spüren wir das oft auch körperlich. Der Magen krampft sich zusammen, der Herzschlag rast und wir schnappen nach Luft. Die Natur sorgt dafür, dass der Körper reagiert und wir unsere Gefühle nicht ignorieren können.

Das letzte Wort

Eines Tages während einer Philosophiestunde in der Universität machte ein Student einige aufrührerische Kommentare über die Ansichten des Professors. Zur Überraschung der anderen Studenten, dankte der Lehrer ihm und ging zu einem weiteren Kommentar über. Als er später gefragt wurde, warum er nicht auf den Studenten reagiert habe, sagte er, „Ich übe die Disziplin, nicht das letzte Wort haben zu müssen.“

Die Macht des Gebets

Eines Tages, als ich in tiefer Sorge um jemanden war, der mir nahestand, fand ich im Alten Testament Ermutigung in der Geschichte von Samuel, einem weisen Führer der Israeliten. Als ich las, wie Samuel für Gottes Volk eintrat, als dieses in Gefahr war, stärkte dies meinen Entschluss für denjenigen zu beten, den ich liebte.

Gott mit uns

„Christus mit mir, Christus vor mir, Christus hinter mir, Christus in mir, Christus unter mir, Christus über mir, Christus zu meiner Rechten, Christus zu meiner Linken . . . “ Diese Worte von St. Patrick, dem keltischen Mönch aus dem fünften Jahrhundert, kommen mir in den Sinn, wenn ich im Matthäusevangelium von Jesu Geburt lese. Sie sind wie eine herzliche Umarmung, die mir sagt: Ich bin nie allein.

Warten

„Wie lange ist es noch bis Weihnachten?“ Als meine Kinder noch klein waren, haben sie das oft gefragt. Obwohl wir einen Adventskalender hatten, der die Tage bis Weihnachten zählte, fiel ihnen das Warten schwer.

Unser mächtiger Gott

Am Strand sah ich entzückt ein paar Windsurfern zu, wie sie über die Wellen tanzten. Als einer an Land kam, fragte ich ihn, ob das Ganze so schwierig sei, wie es aussehe. „Nein“, erwiderte er. „Im Prinzip ist es leichter als das normale Surfen, weil du die Kraft des Windes nutzen kannst.“

Happy End

Wir saßen im Kino, um Apollo 13 anzuschauen. Als das Licht ausging, flüsterte meine Bekannte mir zu: „Schade, dass sie alle ums Leben kamen.“ Gespannt verfolgte ich den Film über den Raumflug aus dem Jahr 1970 und erwartete in jedem Moment die Katastrophe. Erst beim Abspann merkte ich, dass ich hinters Licht geführt wurde. Ich hatte nicht gewusst—oder mich nicht mehr daran erinnert—wie die Geschichte wirklich ausging. Denn trotz mancher Schwierigkeiten waren die Astronauten alle wohlbehalten auf die Erde zurückgekehrt.

In Gott verwurzelt

Als Bekannte von uns in ein neues Haus zogen, pflanzten sie am Zaun einen Blauregen und freuten sich, dass in fünf Jahren die ersten lila Blüten erscheinen würden. Über zwanzig Jahre lang erfreuten sie sich an der Pflanze und hegten und pflegten sie. Doch dann starb sie plötzlich ab. Die Nachbarn hatten auf der anderen Seite des Zauns Unkrautvernichter gespritzt. Das Gift war in die Wurzeln des Blauregens gedrungen und der Baum ging ein—dachten sie zumindest. Doch zu ihrer großen Überraschung erschienen im nächsten Jahr neue Triebe aus dem Boden.

Der verkleidete Jesus

Als eine Bekannte ihre pflegebedürftige Schwiegermutter fragte, was sie sich am meisten wünsche, antwortete die: „Dass mir jemand die Füße wäscht.“ „Oh, wie ich das gehasst habe!“, gestand meine Freundin. „Jedes Mal, wenn sie mich darum bat, war ich voller Groll und musste Gott um Hilfe bitten, damit ich meine Gefühle vor ihr verstecken konnte.“