Kategorie  |  Unser Täglich Brot

Leichte Beute

Vor vielen Jahren hatten Soldaten, die in einem Dschungel kämpften, ein ungewöhnliches Problem. Eine dort wuchernde Kletterpflanze streckte sich ohne Vorwarnung nach ihnen aus und umschlang sie mitsamt ihren Waffen. Sie waren gefangen. Je mehr sie versuchten, sich zu befreien, desto mehr Zweige griffen nach ihnen. Die Soldaten nannten die Pflanze die „Wartet-mal-Klette“, weil sie jedes Mal, wenn sie in ihre Fänge geraten waren und sich nicht mehr weiterbewegen konnten, den Kameraden zurufen mussten: „Wartet mal, ich hänge fest!“

Papa, wo bist du?

„Papa, wo bist du?“ Ich bog gerade in die Einfahrt ein, als meine Tochter mich anrief. Ich sollte um sechs Uhr zu Hause sein, um sie zur Probe zu bringen. Und ich war pünktlich. Die Panik in der Stimme meiner Tochter machte mich nachdenklich und ich fragte zurück: „Ich bin hier. Wieso vertraust du mir nicht?“

Zielgerichtet

1994 erschien der Film Forrest Gump. Forrest, der Hauptdarsteller, wird berühmt für sein Laufen. Was als Spurt „bis zum Ende der Straße“ begann, dauerte drei Jahre, zwei Monate, vierzehn Tage und sechzehn Stunden. Jedes Mal, wenn Forrest an einem Ziel ankam, setzte er sich das nächste und lief weiter. So lief er kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten, bis er eines Tages keine Lust mehr hatte. Weil er „Lust hatte“, hatte er mit dem Rennen begonnen. „Aus irgendeinem Grund“, sagt er, „beschloss ich an jenem Tag, ein bisschen zu laufen.“

Warnkreise

Afrikanische Gazellen bilden in der Savanne instinktiv „Warnkreise“. Sie sammeln sich in Rudeln und jedes Tier schaut in eine etwas andere Richtung. So haben sie den gesamten Horizont im Blick und können sich gegenseitig warnen, wenn Gefahr droht oder Beute naht.

Wahre Freunde

In der Schule hatte ich eine „Gelegenheits“-Freundin. Wir waren „Kumpel“ in unserer kleinen Gemeinde (wo ich so ziemlich die einzige in ihrem Alter war), und ab und zu steckten wir auch außerhalb der Schule mal zusammen. Aber in der Schule selbst war es anders. Wenn sie mir allein begegnete, sagte sie knapp „Hallo“. Aber nur wenn sonst niemand da war. Deshalb suchte ich auch keinen näheren Kontakt. Unsere Freundschaft hatte Grenzen.

Seine Liebe, unser Reichtum

Im Jahr 2016 entsorgte eine Frau den Computer ihres verstorbenen Mannes auf dem Recyclinghof. Der Computer stammte aus dem Jahr 1976. Bemerkenswerter als sein Jahrgang war allerdings, wer ihn hergestellt hatte: Er war eines von 200 Geräten, die Apple-Gründer Steve Jobs persönlich gebaut hatte, und schätzungsweise 200000 € wert! Um den wahren Wert einer Sache zu erkennen, muss man manchmal wissen, wer sie gemacht hat.

Wie Gott will

In den Ferien besuchten Michael und Doro ein Omakase-Restaurant. Omakase ist japanisch und heißt: „Ich überlasse es dir.“ Kunden in einem Omakase-Restaurant überlassen die Auswahl dem Koch. Es war das erste Mal, dass sie so etwas ausprobierten und sie wussten nicht, was sie erwartete. Aber das Essen, das für sie ausgewählt wurde, schmeckte.

Lava im Paradies

Alles ist still, bis auf das leise Zischen der Lava, die sich am Rand des tropischen Urwalds ihren Weg sucht. Die Einwohner beobachten das Spektakel ernst und dennoch staunend. An den meisten Tagen nennen sie ihre Heimat „Paradies“. Doch heute haben ihnen die feurigen Risse in Hawaiis Puna-Distrikt wieder einmal vor Augen geführt, dass Gott ihre Inseln aus der unbezähmbaren Macht von Vulkanen entstehen ließ.

Anhaltendes Gebet

„Gebete sterben nicht.“ Der Ausspruch stammt von E. M. Bounds (1835-1913), dessen Bücher über das Gebet zu Klassikern wurden und schon Generationen geholfen haben. Er schreibt weiter über die Macht und anhaltende Wirkung unserer Gebete: „Die Lippen, die sie sagten, haben sich womöglich im Tod geschlossen, das Herz, das sie empfand, mag nicht mehr schlagen, aber die Gebete leben weiter vor Gott und Gott hat sie auf dem Herzen und Gebete überleben jene, die sie gesprochen haben. Sie überleben eine Generation, ein Jahrhundert, eine ganze Welt.“

Das war toll!

Es war der erste Querfeldeinlauf der Zwölfjährigen, aber sie hatte keine Lust zu rennen. Obwohl sie sich gut vorbereitet hatte, hatte sie Angst, schlecht abzuschneiden. Trotzdem ging sie an den Start. Ein Läufer nach dem anderen kam ins Ziel—bis auf die widerwillige Läuferin. Schließlich entdeckte ihre Mutter in der Ferne eine einsame Gestalt. Sie ging zur Ziellinie, um ihre arme Tochter beim Eintreffen zu trösten. Doch die rief stattdessen: „Das war toll!“

Ich liebe die ganze Welt

Meine dreijährige Nichte Jenna hat einen Spruch, der mir immer direkt ins Herz geht. Wenn ihr etwas richtig gut gefällt, ob ein Stück Bananenkuchen, das Springen auf dem Trampolin oder Frisbee spielen, dann ruft sie: „Ich liebe das—ich liebe die ganze Welt“ (und breitet dabei beide Arme aus).

Nie die Hoffnung verlieren

Bei einer Freundin hatte man Krebs festgestellt und der Arzt hatte ihr geraten, ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Sie weinte, als sie mich anrief und von ihren Sorgen um ihren Mann und die kleinen Kinder sprach. Ich gab das Gebetsanliegen an gemeinsame Freunde weiter. Wir freuten uns, als ein zweiter Arzt sie ermutigte, die Hoffnung nicht aufzugeben. Er und sein Team würden alles tun, um ihr zu helfen. Es war nicht immer leicht, aber sie richtete ihre Gedanken auf Gott und nicht auf die Umstände. Und sie gab nie auf.

Tun, was dran ist

Wann hattest du das letzte Mal das Gefühl, du solltest jemandem helfen, und hast es dann doch nicht getan? In ihrem Buch Die 10-Sekunden-Regel erklärt Clare De Graaf, dass solche Eindrücke ein Weg sein können, wie Gott uns zu einem tieferen Glaubensleben rufen will, einem Leben im Gehorsam, der in der Liebe zu ihm wurzelt. Die 10-Sekunden-Regel fordert uns auf, einfach „das nächste zu tun, von dem man einigermaßen begründet annehmen kann, dass Jesus es möchte“, und es sofort zu tun, „bevor man es sich anders überlegt“.

Keine Angst mehr

Drei Löwen mit schwarzen Mähnen standen um die entführte Zwölfjährige, als sie nach einer Woche von der äthiopischen Polizei gefunden wurde. Sieben Männer hatten das Kind geschnappt, in den Wald geschleppt und geschlagen. Doch wie durch ein Wunder war ein kleines Löwenrudel von den Schreien angelockt worden und hatte die Angreifer vertrieben. „Die Löwen standen Wache, bis wir sie gefunden hatten. Dann ließen sie sie stehen und verschwanden wieder im Gebüsch“, berichtete Sergeant Wondimu einem Reporter.

Eine neue Menschheit

Beim Besuch der Tate Modern in London fiel mir ein Werk des brasilianischen Künstlers Cilde Meireles auf, ein riesiger Turm aus Hunderten von alten Radioapparaten. Alle waren eingeschaltet, jeder auf einen anderen Sender. Ein unbeschreiblicher, unverständlicher Wirrwarr. Die Skulptur trug den Titel Babel.

Diese Website verwendet Cookies, um Dir auf Deine persönlichen Interessen zugeschnittene Inhalte bereitzustellen. Indem Du diese Website nutzt und weiter navigierst, akzeptierst Du diese Cookies. Erfahre mehr wie wir Cookies nutzen und wie Du Cookies ausschaltest.