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Artikel von Cindy Hess Kasper

Genug Zeit

Als ich den dicken Band von Leo Tolstois Krieg und Frieden im Bücherregal meines Freundes sah, gestand ich: „Das habe ich noch nie ganz durchgelesen.“ „Nun“, kicherte Martin, „als ich in den Ruhestand ging, bekam ich es von einem Freund geschenkt, der mir sagte: ‚Jetzt hast du endlich Zeit, es zu lesen.‘“

Mit allen Fehlern und Schwächen

Oliver Cromwell, bekannt als der „Lordprotektor von England“, war ein militärischer Befehlshaber im 17. Jahrhundert. Damals war es üblich, dass wichtige Persönlichkeiten ihre Porträts malen ließen. Und es war nicht ungewöhnlich, dass ein Künstler es vermied, die weniger attraktiven Aspekte des Gesichts einer Person darzustellen. Cromwell wollte jedoch nichts mit einem Bildnis zu tun haben, das ihm schmeicheln würde. Er ermahnte den Künstler: „Du musst mich so malen, wie ich bin, mit Warzen und allem, oder ich werde dich nicht bezahlen.“

Süßer Schlaf

Wenn meine Bekannte Flora nachts wach liegt, denkt sie über das Lied „Mein Jesus, ich lieb dich“ nach. Sie nennt es ihr „Mitternachtslied“, weil es ihr hilft, an Gottes Verheißungen zu denken und die vielen Gründe, warum sie ihn liebt.

Die Liebe zum Lernen

Auf die Frage, wie er Journalist wurde, erzählte ein Mann die Geschichte, wie sich seine Mutter für sein Streben nach Bildung einsetzte. Während der täglichen Zugfahrt sammelte sie Zeitungen, die auf den Sitzen zurückgelassen wurden, und gab sie ihm. Während er besonders gerne etwas über Sport las, brachten ihm die Zeitungen auch Wissen über die Welt nahe, was ihm schließlich eine breite Palette von Interessen aufzeigte.

Der Schatz im Himmel

Als ich klein war, saßen meine beiden Schwestern und ich gerne nebeneinander auf der großen Holztruhe meiner Mutter. Darin waren unsere Wollpullover und Handarbeiten, die meine Großmutter gestickt oder gehäkelt hatte. Meiner Mutter war der den Inhalt der Truhe sehr wichtig und sie verließ sich auf den scharfen Geruch des Zedernholzes, der Motten fernhielt.

Illustration der Bibel

Die dekorativen blauen und weißen Keramikfliesen, die häufig in niederländischen Haushalten zu finden sind, wurden ursprünglich in der Stadt Delft hergestellt. Sie zeigen oft bekannte Szenen aus der niederländischen Kultur: schöne Landschaften, die allgegenwärtigen Windmühlen und Menschen bei der Arbeit und beim Spielen.

Notgroschen

Als in einer Kleinstadt alle kleinen Läden schließen mussten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, machten sich die Besitzer Gedanken, was sie tun konnten, damit ihre Angestellten weiter ihre Miete zahlen konnten und überhaupt genug zum Leben hatten. Als Reaktion darauf startete ein Pastor am Ort eine Initiative, um Spenden für die Ladenbesitzer zu sammeln.

Von innen zerbrochen

Als ich ein Teenager war, malte meine Mutter ein Wandbild in unser Wohnzimmer, das dort mehrere Jahre lang blieb. Es zeigte eine altgriechische Szene eines zerstörten Tempels. Die weißen Säulen lagen auf der Seite, ein bröckelnder Brunnen und eine zerbrochene Statue waren zu sehen. Als ich die hellenistische Architektur betrachtete, die einst von großer Schönheit gewesen war, versuchte ich mir vorzustellen, was sie zerstört hatte. Ich wollte die Tragödie von einst großen und blühenden Zivilisationen studieren, die von innen heraus zerfielen und zerstört wurden.

Mann des Gebets

Meine Familie erinnert sich an meinen Opa als einen Mann stark im Glauben und Gebet. Aber das war nicht immer so. Meine Tante erinnert sich an das erste Mal, als ihr Vater der Familie verkündete: „Wir werden anfangen, Gott zu danken, bevor wir essen.“ Sein erstes Gebet war alles andere als wortgewandt. Aber mein Opa setzte die Gebetspraxis in den nächsten fünfzig Jahren fort und betete oft während des Tages. Als er starb, schenkten wir meiner Oma eine Pflanze mit dem Namen „Praying Hands“ (betende Hände) und sagten: „Opa war ein Mann des Gebets.“ Seine Entscheidung, Gott zu folgen und jeden Tag mit ihm zu sprechen, machte ihn zu einem treuen Diener Christi.

Gott kennt deine Geschichte

Als ich nach dem Mittagessen mit meiner besten Freundin nach Hause fuhr, dankte ich Gott laut für sie. Sie kennt und liebt mich, trotz meiner Fehler. Sie gehört zu einem kleinen Kreis von Menschen, die mich so akzeptieren, wie ich bin – mit meinen Macken, Gewohnheiten und Eigenheiten. Dennoch gibt es Teile meines Lebens, die ich nicht mit ihr oder anderen, die ich liebe, teilen kann – Zeiten, in denen ich eindeutig nicht die Heldin war, Zeiten, in denen ich urteilend oder unfreundlich oder lieblos war.

Die Freude, die Gott schenkt

Wenn Maria draußen unterwegs ist, versucht sie immer, andere anzulächeln. Das ist ihre Art, andere zu berühren, denen vielleicht ein freundliches Gesicht gut tut. Meistens wird ihr Lächeln freundlich erwidert. Aber während der Pandemie, in der Maria eine Gesichtsmaske tragen musste, stellte sie fest, dass niemand mehr ihr Lächeln sehen konnte. Das ist traurig, dachte sie, aber ich werde nicht aufhören. Vielleicht werden sie in meinen Augen sehen, dass ich lächle.

Weise Worte

Der Mann meiner Nichte schrieb kürzlich auf einer Social Media-Plattform: „Ich würde online noch viel mehr sagen, wenn da nicht diese leise Stimme wäre, die mich warnt, es nicht zu tun. Als Jünger Jesu denkst du vielleicht, die leise Stimme käme vom Heiligen Geist. Tut sie aber nicht. Sie kommt von meiner Frau Heidi.“

Hast du Pläne?

Simon, ein junger Mann von fast achtzehn Jahren, erwartete den Beginn seines Studiums an seiner Wunschuniversität. Er engagierte sich in einer christlichen Bekenntnisschule und freute sich auf die Teilnahme an einer ähnlichen Tätigkeit in der neuen Umgebung. Er hatte Geld von seinem Teilzeitjob gespart und hatte auch hervorragende Aussichten auf einen neuen Job. Er hatte sich einige großartige Ziele gesetzt, und alles lief genau nach Plan.

Durch dick und dünn

Am 28. Januar 1986 explodierte das Space Shuttle „Challenger“ der NASA 73 Sekunden nach dem Start. In einer tröstenden Rede zitierte der amerikanische Präsident Ronald Reagan aus dem Gedicht „High Flight“, in dem John Gillespie Magee, ein Pilot des Zweiten Weltkriegs, von der „hohen, unübertroffenen Heiligkeit des Weltraums“ und dem Gefühl, seine Hand auszustrecken, um „das Antlitz Gottes“ zu berühren, geschrieben hatte.

Liebevolle Ermahnung

Mehr als fünfzig Jahre lang strebte mein Vater nach Exzellenz in seinem Lektorat. Seine Leidenschaft war es, nicht nur nach Fehlern zu suchen, sondern auch die Vorlage in Bezug auf Klarheit, Logik, Textfluss und Grammatik zu verbessern. Papa benutzte einen grünen Stift für seine Korrekturen, nicht einen roten. Einen grünen Stift empfand er als „freundlicher“, während rote Schrägstriche einen Neuling oder einen weniger selbstbewussten Schriftsteller stören könnten. Sein Ziel war es, sanft einen besseren Weg aufzuzeigen.