Autoren

Alle anzeigen

Artikel von Cindy Hess Kasper

Durch dick und dünn

Am 28. Januar 1986 explodierte das Space Shuttle „Challenger“ der NASA 73 Sekunden nach dem Start. In einer tröstenden Rede zitierte der amerikanische Präsident Ronald Reagan aus dem Gedicht „High Flight“, in dem John Gillespie Magee, ein Pilot des Zweiten Weltkriegs, von der „hohen, unübertroffenen Heiligkeit des Weltraums“ und dem Gefühl, seine Hand auszustrecken, um „das Antlitz Gottes“ zu berühren, geschrieben hatte.

Liebevolle Ermahnung

Mehr als fünfzig Jahre lang strebte mein Vater nach Exzellenz in seinem Lektorat. Seine Leidenschaft war es, nicht nur nach Fehlern zu suchen, sondern auch die Vorlage in Bezug auf Klarheit, Logik, Textfluss und Grammatik zu verbessern. Papa benutzte einen grünen Stift für seine Korrekturen, nicht einen roten. Einen grünen Stift empfand er als „freundlicher“, während rote Schrägstriche einen Neuling oder einen weniger selbstbewussten Schriftsteller stören könnten. Sein Ziel war es, sanft einen besseren Weg aufzuzeigen.

Glaubensinvestition

Es war sein zwölftes Weihnachtsfest. Karl wartete voller Spannung, dass endlich die Geschenke unter dem Baum ausgepackt wurden. Er hoffte auf ein neues Fahrrad, aber er wurde enttäuscht. Im letzten Päckchen, das er auspackte, war ein Wörterbuch. Auf der ersten Seite las er: „Für Karl von Mama und Papa, 1958. In der Hoffnung, dass du dich in der Schule anstrengst. Alles Liebe.“

Kleine Fische

Über mehrere Jahre hinweg entwickelte ein britisches Ehepaar, das in Westafrika lebte, eine starke Freundschaft mit einem Mann in ihrer Stadt und teilte oft die Liebe Jesu und die Heilsgeschichte mit ihm. Ihr Freund wollte jedoch die lebenslange Treue, die er einer anderen Religion gegenüber hatte, nicht aufgeben, obwohl er erkannte, dass der Glaube an Christus „die größere Wahrheit“ sei. Seine Besorgnis war zum Teil finanzieller Natur, da er ein Oberhaupt seines Glaubens war und von der Vergütung abhing, die er erhielt. Er befürchtete auch, sein Ansehen bei den Menschen in seiner Gemeinde zu verlieren.

Unermüdliche Liebe

Heidi und Jeff kamen nach einem Überseeaufenthalt in einem heißen Klima nach Hause und blieben etliche Monate in der Nähe ihrer Familie in einem sehr viel kälteren Teil der Welt. Der Winter hatte gerade begonnen. Es wäre das erste Mal, dass viele ihrer 10 Kinder die natürliche Schönheit des Schnees erleben würden.

Der Mensch ist vergesslich

Eine Frau beschwerte sich bei ihrem Pastor, dass er sich in seinen Predigten so häufig wiederholte. „Warum tun Sie das?“, wollte sie wissen. „Der Mensch ist vergesslich“, war die Antwort.

Stark und mutig

Jede Nacht, wenn der junge Kaleb seine Augen schloss, fühlte er die Dunkelheit, die ihn umgab. Die Stille seines Zimmers wurde regelmäßig durch das Knarren des Holzhauses in Costa Rica durchbrochen. Dann wurden die Fledermäuse auf dem Dachboden aktiver. Seine Mutter hatte ein Nachtlicht in sein Zimmer gestellt, aber der kleine Junge fürchtete sich immer noch vor der Dunkelheit. Eines Nachts klebte Kalebs Vater einen Bibelvers an das Fußende seines Bettes. Sie lautete: „Sei stark und mutig! Hab keine Angst. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir“ (V. 9). Kaleb begann, diese Worte jede Nacht zu lesen – und er ließ dieses Versprechen Gottes an dem Fußende kleben, bis er zur Universität ging.

Auf Abwege geraten

Der Humorist Michael Yaconelli, der in der Nähe von Bauernhöfen lebte, bemerkte, wie die Kühe beim Grasen zu Wanderungen neigen. Eine Kuh bewegte sich immer weiter, immer auf der Suche nach den sagenumwobenen „grüneren Weiden“. Am Rande des Grundstücks entdeckte die Kuh vielleicht kühles, frisches Gras unter einem schattenspendenden Baum. Gleich hinter einem kaputten Teil des Zaunes war ein schmackhafter Klumpen Laub. Dann wiederum könnte die Kuh weit über den Zaun hinaus auf die Straße drängen. Langsam knabberte sie sich den Weg frei, bis sie sich verirrte.

Loslassen

„Ihr Vater liegt im Sterben“, sagte die Hospizschwester. „Im Sterben liegen“ bezeichnet die letzte Phase des Sterbeprozesses und fühlt sich so an, als wäre man ganz allein auf einer Einbahnstraße unterwegs. An Vaters letztem Tag saß ich mit meiner Schwester an seinem Bett. Wir wussten nicht, ob er uns noch hörte. Wir küssten seinen kahlen Kopf und sprachen ihm Verheißungen Gottes zu. Wir sangen „Bleibend ist deine Treu“ und lasen Psalm 23. Wir sagten ihm, wie lieb wir ihn hätten, und dankten ihm dafür, dass er unser Vater war. Wir wussten, dass er gern bei Jesus sein wollte, und sagten ihm, dass er gehen dürfe. Das auszusprechen war der erste schmerzliche Schritt des Loslassens. Ein paar Minuten später wurde er freudig in die ewige Heimat aufgenommen.

Der Bevorzugte

Der Bruder meines Mannes lebt ein paar hundert Kilometer entfernt. Trotz der Entfernung ist Gavin wegen seines Humors und seines freundlichen Herzens immer ein beliebtes Familienmitglied. Solange ich mich jedoch erinnern kann, scherzten seine Geschwister gutmütig über seinen Status als „Lieblingskind“ der Mutter. Vor einigen Jahren schenkten sie ihm sogar ein T-Shirt mit den Worten „Ich bin Mamas Liebling“. Während alle die Albernheit der Geschwister genossen haben, ist echte Bevorzugung kein Witz.

Im Einklang mit Gott

Ich hörte dem Klavierstimmer zu, wie er an dem eleganten Flügel arbeitete, und dachte an die Zeiten, als ich von demselben Instrument die herrlichen Klänge des „Warschauer Konzerts“ oder die Melodie von „Du großer Gott“ gehört hatte. Doch jetzt musste der Flügel unbedingt gestimmt werden. Während manche Tasten noch stimmten, klangen andere leicht daneben und sorgten für einen unschönen Klang. Die Aufgabe des Klavierstimmers bestand nicht darin, alle Tasten auf denselben Ton zu stimmen, sondern dafür zu sorgen, dass jede im Zusammenspiel mit den anderen ein harmonisches Ganzes erzeugte.

Gedanken der Freude

In einer Sammlung von Interviews (What We Keep) berichten Menschen von einem Gegenstand, der ihnen so viel bedeutet, dass sie ihn niemals hergeben würden.

Bring, was du hast

„Steinsuppe“, eine alte Geschichte mit vielen Versionen, erzählt von einem hungernden Mann, der in ein Dorf kommt, aber niemand hat dort etwas Essen für ihn übrig. Er legt einen Stein und Wasser in einen Topf über einem Feuer. Fasziniert beobachten die Dorfbewohner ihn, als er beginnt, seine „Suppe“ zu rühren. Irgendwann bringt man ein paar Kartoffeln mit, um die Mischung zu ergänzen; ein anderer hat ein paar Karotten. Eine Person fügt eine Zwiebel hinzu, eine andere eine Handvoll Gerste. Ein Bauer spendet etwas Milch. Schließlich wird die „Steinsuppe“ zu einer leckeren Mahlzeit.

Absichtliche Freundlichkeit

Eine junge Mutter, die mit ihren Kindern alleine ein Flugzeug bestieg, versuchte verzweifelt, ihre dreijährige Tochter zu beruhigen, als diese anfing zu treten und zu weinen. Dann begann auch ihr hungriger viermonatiger Sohn zu weinen.

Leichte Beute

Vor vielen Jahren hatten Soldaten, die in einem Dschungel kämpften, ein ungewöhnliches Problem. Eine dort wuchernde Kletterpflanze streckte sich ohne Vorwarnung nach ihnen aus und umschlang sie mitsamt ihren Waffen. Sie waren gefangen. Je mehr sie versuchten, sich zu befreien, desto mehr Zweige griffen nach ihnen. Die Soldaten nannten die Pflanze die „Wartet-mal-Klette“, weil sie jedes Mal, wenn sie in ihre Fänge geraten waren und sich nicht mehr weiterbewegen konnten, den Kameraden zurufen mussten: „Wartet mal, ich hänge fest!“

Diese Website verwendet Cookies, um Dir auf Deine persönlichen Interessen zugeschnittene Inhalte bereitzustellen. Indem Du diese Website nutzt und weiter navigierst, akzeptierst Du diese Cookies. Erfahre mehr wie wir Cookies nutzen und wie Du Cookies ausschaltest.