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Artikel von Cindy Hess Kasper

Dienen und bedient werden

Marilyn war einige Wochen krank gewesen und viele hatten sie in dieser schwierigen Zeit ermutigt. „Wie soll ich ihnen das je vergelten?“, fragte sie sich. Dann stieß sie eines Tages auf ein Gebet, in dem es hieß: „Bete dafür, dass andere Demut lernen, dass sie nicht nur bereit sind zu dienen, sondern auch sich dienen zu lassen.“ Auf einmal wusste sie, dass sie nichts „wiedergutmachen“ musste, sondern einfach dankbar sein und anderen die Freude gönnen konnte, jemandem zu dienen.

Wachstum braucht Zeit

Am ersten Tag in der Vorschule sollte die kleine Charlotte ein Bild von sich selber malen. Ihr Kunstwerk zeigte eine Kugel für den Körper, einen eckigen Kopf und zwei Kreise für die Augen. Am letzten Tag sollte sie noch einmal ein Selbstporträt malen. Diesmal zeigte es ein kleines Mädchen in einem bunten Kleid, ein lächelndes Gesicht und lange rote Zöpfe. Mit einer einfachen Aufgabe hatte die Schule gezeigt, welche Bedeutung die Zeit für den Reifeprozess hat.

Das tägliche Gebet

Vom Sänger und Songwriter Robert Hamlet stammt das Lied „Lady Who Prays for Me“ (Frau, die für mich betet). Er schrieb es für seine Mutter, die jeden Morgen für ihre Söhne betete, bevor sie zum Bus gingen. Nachdem eine junge Mutter das Lied gehört hatte, begann auch sie mit ihrem kleinen Sohn zu beten, bevor er am Morgen das Haus verließ. Mit herzerwärmenden Folgen! Denn fünf Minuten später war er wieder da . . . mit den Kindern von der Bushaltestelle im Schlepptau! Die Mutter war verblüfft. Auf ihre Frage erwiderte der Junge: „Ihre Mütter haben nicht mit ihnen gebetet.“

Wenn doch nur . . .

Als wir vom Parkplatz fuhren, bremste mein Mann, um eine junge Radfahrerin vorbeizulassen. Als Tom ihr mit einem Kopfnicken den Vortritt ließ, winkte sie ihm lächelnd zu und fuhr davon. Sekunden später öffnete der Fahrer eines geparkten Geländewagens schwungvoll seine Tür und die junge Frau landete auf dem Pflaster. Mit blutenden Beinen hob sie weinend ihr verbogenes Rad auf.

Keine Anerkennung?

Die 1950er und 1960er Jahre waren die Zeit der Hollywood-Musicals. Besonders populär waren drei Schauspielerinnen—Audrey Hepburn, Natalie Wood und Deborah Kerr. Einen großen Teil ihrer Anziehungskraft verdankten sie jedoch der atemberaubenden Musik. Ja, der Erfolg der klassischen Filme basierte in Wirklichkeit vor allem auf dem Können von Marni Nixon, die jeder der genannten Damen ihre Stimme lieh. Allerdings wurde ihr Beitrag lange Zeit kaum gewürdigt.

Ein vollkommener Vater

Mein Vater gestand mir einmal: „Als ihr klein wart, war ich selten zu Hause.“

Herzenshaltung

Wenn mein Mann im Lobpreisteam unserer Gemeinde die Harmonika spielt, schließt er manchmal die Augen. Er sagt, das hilft ihm, sich zu konzentrieren. Er kann besser spielen, wenn er nicht abgelenkt wird—nur die Harmonika, die Musik und er.

Wenn der Morgen kommt

Es war schon spät, als wir vor dem Landgasthof außerhalb von München ankamen. Unser gemütliches Zimmer hatte sogar einen Balkon. Aber draußen herrschte dichter Nebel, sodass man in der Dunkelheit nichts sehen konnte. Doch als ein paar Stunden später die Sonne aufging, löste der Nebel sich auf und wir konnten sehen, was uns am Abend verborgen geblieben war—eine absolut idyllische Szenerie. Friedliche, üppig grüne Weiden, Schafe mit Glöckchen um den Hals, die darauf grasten, und dicke weiße Wolken am Himmel, die aussahen wie noch mehr Schafe—riesige, flauschige Schafe!

Fehler machen

„Es wurden Fehler gemacht“, sagte der Manager, als es um die illegalen Praktiken ging, in die seine Firma verwickelt war. Er wirkte zerknirscht, distanzierte sich aber von dem Vorwurf, dass er persönlich irgendetwas falsch gemacht hätte.

Liebesschlösser

Im Juni 2015 entfernte die Stadt Paris fünfundvierzig Tonnen Schlösser von den Geländern der Pont des Arts. Junge Pärchen hatten sie dort angebracht. Sie ritzen ihre Initialen in ein Schloss, hängen es an das Brückengeländer, schließen es und werfen den Schlüssel in die Seine.

Berühmt und bescheiden

Fast alles dreht sich heute ums Berühmtsein—entweder um das eigene oder das Leben berühmter Leute, das wir in allen Einzelheiten verfolgen. Internationale Konzert-oder Filmauftritte. Interviews in Fernsehshows. Millionen Follower auf Twitter.

Ein Buch zum Trinken

W eil es in manchen Teilen der Welt so schwer ist, sauberes Trinkwasser zu finden, hat eine Organisation mit dem Namen Wasser ist Leben ein fantastisches Hilfsmittel entwickelt, das „Trinkbuch“. Die Seiten des Buches sind mit Nanopartikeln aus Silber beschichtet, die fast 99,9 Prozent aller schädlichen Bakterien aus dem Wasser herausfiltern! Jede heraustrennbare Seite kann mehrmals verwendet werden und für den Preis von nur fünf Cent bis zu 100 Liter Wasser filtern.

Vorbereitungen

W ir standen am Sarg meines Schwiegervaters in der Aufbahrungshalle und einer seiner Söhne nahm einen Hammer und legte ihn neben Vaters gefaltete Hände. Jahre später, als meine Schwiegermutter starb, schob ihr eines der Kinder ein Spiel Stricknadeln in die Finger. Die liebevollen Gesten weckten Erinnerungen daran, wie oft sie diese Werkzeuge zu Lebzeiten benutzt hatten, und wurden uns so zum Trost.

Erinnerungen . . .

Ein Problem mit dem Älterwerden ist die Angst, dement zu werden und das Kurzzeitgedächtnis zu verlieren. Aber Dr. Benjamin Mast, ein Fachmann auf dem Gebiet der Alzheimer-Krankheit, macht Mut. Er sagt, das Gehirn der Patienten sei oft so „abgenutzt“ und „eingefahren“, dass sie, wenn sie alte Lieder hören, jedes Wort mitsingen können. Er meint darum, geistliche Übungen wie etwa Bibellesen, Beten und Singen könnten bewirken, dass die Wahrheit so tief in unser Gehirn „einsinkt“, dass sie bei Bedarf abgerufen werden kann.

Sichtbare Einschränkung

Als mir der Arzt und die Physiotherapeutin ein paar Wochen nach meiner Schulteroperation rieten, die Armschlinge  jetzt einmal wegzulassen, hatte ich Angst. Mit der   Schlinge hatte ich mich sicher gefühlt. Da las ich den Satz: „Vom Tragen der Schlinge wird in dieser Phase abgeraten, es sei denn als sichtbares Zeichen einer Einschränkung in einer unsicheren Umgebung.“