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Artikel von Cindy Hess Kasper

Gedanken der Freude

In einer Sammlung von Interviews (What We Keep) berichten Menschen von einem Gegenstand, der ihnen so viel bedeutet, dass sie ihn niemals hergeben würden.

Bring, was du hast

„Steinsuppe“, eine alte Geschichte mit vielen Versionen, erzählt von einem hungernden Mann, der in ein Dorf kommt, aber niemand hat dort etwas Essen für ihn übrig. Er legt einen Stein und Wasser in einen Topf über einem Feuer. Fasziniert beobachten die Dorfbewohner ihn, als er beginnt, seine „Suppe“ zu rühren. Irgendwann bringt man ein paar Kartoffeln mit, um die Mischung zu ergänzen; ein anderer hat ein paar Karotten. Eine Person fügt eine Zwiebel hinzu, eine andere eine Handvoll Gerste. Ein Bauer spendet etwas Milch. Schließlich wird die „Steinsuppe“ zu einer leckeren Mahlzeit.

Absichtliche Freundlichkeit

Eine junge Mutter, die mit ihren Kindern alleine ein Flugzeug bestieg, versuchte verzweifelt, ihre dreijährige Tochter zu beruhigen, als diese anfing zu treten und zu weinen. Dann begann auch ihr hungriger viermonatiger Sohn zu weinen.

Leichte Beute

Vor vielen Jahren hatten Soldaten, die in einem Dschungel kämpften, ein ungewöhnliches Problem. Eine dort wuchernde Kletterpflanze streckte sich ohne Vorwarnung nach ihnen aus und umschlang sie mitsamt ihren Waffen. Sie waren gefangen. Je mehr sie versuchten, sich zu befreien, desto mehr Zweige griffen nach ihnen. Die Soldaten nannten die Pflanze die „Wartet-mal-Klette“, weil sie jedes Mal, wenn sie in ihre Fänge geraten waren und sich nicht mehr weiterbewegen konnten, den Kameraden zurufen mussten: „Wartet mal, ich hänge fest!“

Essen und wiederholen

Als Marie und Paul heirateten, konnte keiner von ihnen kochen. Aber eines Abends wollte sich Marie an Spaghetti versuchen—sie machte so viel, dass das Paar auch für den nächsten Tag noch genug hatte. Am dritten Tag wollte Paul kochen und verdoppelte die Menge an Spaghetti und Soße, in der Hoffnung, dass der große Topf über das Wochenende reichte. Aber als sich das Paar an diesem Abend an den Tisch setzte, war es Marie, die zugab: „Ich bin die Spaghetti leid.“

Über den Gartenzaun

Im Sommer 2017 brachte Hurrikan Harvey Tod und Verwüstung an die Golfküste der USA. Viele Menschen versorgten die unmittelbar Betroffenen mit Essen, Wasser, Kleidern und Unterkünften.

Dem Lärm entgehen

Vor einigen Jahren forderte die Präsidentin eines einer Bibelschule ihre Studenten auf, einen Abend lang mit ihr „abzuschalten“. Auch wenn die Studenten zustimmten, so legten sie doch widerwillig ihre Telefone zur Seite und betraten die Kapelle. In der nächsten Stunde saßen sie still in einem Gottesdienst mit Musik und Gebet. Später beschrieb ein Teilnehmer die Erfahrung als „eine wundervolle Möglichkeit abzuschalten…ein Ort, um alle Außengeräusche auszuschalten“.

Ehre, wem Ehre gebührt

Anfang der 1960er Jahre kamen Bilder auf, auf denen Menschen oder Tiere mit großen, traurigen Augen dargestellt waren. Manche hielten sie für kitschig, andere fanden sie toll. Der Mann der Künstlerin übernahm das Management seiner Frau und das Paar verdiente eine Menge Geld. Aber der Name der Frau — Margaret Keane — erschien nicht auf ihren Arbeiten. Stattdessen pries ihr Mann die Werke als seine eigenen an. Zwanzig Jahre lang schwieg Margaret zu dem Betrug Erst als ihre Ehe in die Brüche ging, wurde in einer Gerichtsverhandlung offiziell geklärt, von wem die Kunstwerke stammten.

Unser sicherer Platz

Meine erste Arbeitsstelle war in einem Schnellrestaurant. Eines Samstagsabends lungerte ein Kerl herum und fragte mich, wann ich frei hätte. Ich hatte ein unbehagliches Gefühl. Als es später wurde, bestellte er Pommes Frites und dann einen Drink, sodass der Manager ihn nicht hinausschmeißen konnte. Obwohl ich nicht weit weg wohnte, hatte ich Angst, mich alleine auf den Heimweg zu machen, der über einige dunkle Parkplätze und eine Strecke über ein sandiges Feld führte. Schließlich ging ich um Mitternacht ins Büro, um einen Anruf zu machen.

Schätze im Himmel

Als ich aufwuchs, saßen meine beiden Schwestern und ich gerne nebeneinander auf der großen mit Zeder verkleideten Truhe meiner Mutter. Meine Mutter hatte dort unsere Wollpullover drin und Handarbeiten, die meine Großmutter gestickt oder gehäkelt hatte. Sie schätzte den Inhalt der Truhe und verließ sich auf den scharfen Geruch des Zedernholzes, dass dieser Motten fernhielt, um nicht das zu zerstören, was darinnen war.

Ein Abschied für Jetzt

Meine Enkelin Allyssa und ich haben eine Routine entwickelt, wenn wir uns verabschieden. Wir umarmen uns gegenseitig und beginnen, für etwa zwanzig Sekunden dramatisch laut zu heulen. Dann geht jeder von uns einen Schritt zurück und wir sagen ganz locker, „Bis dann“, und wenden uns ab. Trotz unserer dummen Angewohnheit, erwarten wir immer, dass wir einander wiedersehen—bald.

Dienen und bedient werden

Marilyn war einige Wochen krank gewesen und viele hatten sie in dieser schwierigen Zeit ermutigt. „Wie soll ich ihnen das je vergelten?“, fragte sie sich. Dann stieß sie eines Tages auf ein Gebet, in dem es hieß: „Bete dafür, dass andere Demut lernen, dass sie nicht nur bereit sind zu dienen, sondern auch sich dienen zu lassen.“ Auf einmal wusste sie, dass sie nichts „wiedergutmachen“ musste, sondern einfach dankbar sein und anderen die Freude gönnen konnte, jemandem zu dienen.

Wachstum braucht Zeit

Am ersten Tag in der Vorschule sollte die kleine Charlotte ein Bild von sich selber malen. Ihr Kunstwerk zeigte eine Kugel für den Körper, einen eckigen Kopf und zwei Kreise für die Augen. Am letzten Tag sollte sie noch einmal ein Selbstporträt malen. Diesmal zeigte es ein kleines Mädchen in einem bunten Kleid, ein lächelndes Gesicht und lange rote Zöpfe. Mit einer einfachen Aufgabe hatte die Schule gezeigt, welche Bedeutung die Zeit für den Reifeprozess hat.

Das tägliche Gebet

Vom Sänger und Songwriter Robert Hamlet stammt das Lied „Lady Who Prays for Me“ (Frau, die für mich betet). Er schrieb es für seine Mutter, die jeden Morgen für ihre Söhne betete, bevor sie zum Bus gingen. Nachdem eine junge Mutter das Lied gehört hatte, begann auch sie mit ihrem kleinen Sohn zu beten, bevor er am Morgen das Haus verließ. Mit herzerwärmenden Folgen! Denn fünf Minuten später war er wieder da . . . mit den Kindern von der Bushaltestelle im Schlepptau! Die Mutter war verblüfft. Auf ihre Frage erwiderte der Junge: „Ihre Mütter haben nicht mit ihnen gebetet.“

Wenn doch nur . . .

Als wir vom Parkplatz fuhren, bremste mein Mann, um eine junge Radfahrerin vorbeizulassen. Als Tom ihr mit einem Kopfnicken den Vortritt ließ, winkte sie ihm lächelnd zu und fuhr davon. Sekunden später öffnete der Fahrer eines geparkten Geländewagens schwungvoll seine Tür und die junge Frau landete auf dem Pflaster. Mit blutenden Beinen hob sie weinend ihr verbogenes Rad auf.

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