Our Authors

View All

Articles by David H. Roper

Das Gesicht des Vaters

Ich kann mich noch gut an das Gesicht meines Vaters erinnern. Allerdings war es schwierig, darin zu lesen. Er war ein freundlicher Mann, aber stoisch und verschlossen. Als Kind suchte ich oft nach einem Lächeln oder einem Zeichen der Zuneigung. Unser Gesicht verrät viel. Ein Stirnrunzeln, ein mürrischer Blick, ein Lächeln oder ein Augenzwinkern zeigt, was wir von anderen halten. Gesichter vermitteln Botschaften.

Vergeben!

Ein Freund von mir hat seine Familie oft überrascht, wenn er von der Arbeit nach Hause kam. Kaum war er zur Tür herein, rief er laut: „Euch ist vergeben!“ Doch es war nicht so, als hätten die Familienmitglieder ihm Unrecht getan und würden seine Vergebung brauchen. Er wollte sie daran erinnern, dass sie zwar sicher den Tag über gesündigt hatten, Gott ihnen in seiner Gnade aber völlig vergeben hatte.

Sieh die Wolken

Vor vielen Jahren saß ich einmal im Garten und sah mit meinen Söhnen den Wolken zu. „Papa“, fragte der eine, „wieso schweben die Wolken?“ „Nun“, begann ich und wollte ihm etwas aus dem reichen Schatz meines Wissens vermitteln. Aber dann verstummte ich. „Ich weiß es nicht“, räumte ich schließlich ein, „aber ich werde es herausfinden.“

Ein echter Freund

Der Dichter Samuel Foss schrieb in einem seiner Gedichte: „Lass mich am Straßenrand leben und den Menschen ein Freund sein.“ Das möchte ich auch sein—ein Freund der Menschen. Ich möchte am Wegesrand stehen und auf müde Wanderer warten. Nach denen Ausschau halten, die von anderen geschlagen und verletzt wurden, die ein verwundetes, enttäuschtes Herz in sich tragen. Ich will ihnen ein ermutigendes Wort als Erfrischung reichen, bevor ich sie wieder auf den Weg schicke. Ich kann sie vielleicht nicht „heilen“ oder ihre Probleme lösen, aber ich kann sie im Segen ziehen lassen.

Ewige Liebe

Es ist fast unmöglich, einen Tag hinter sich zu bringen, ohne in irgendeiner Weise kritisiert, ignoriert oder klein gemacht zu werden. Manchmal tun wir es sogar selbst.

Godliman-Straße

Ich war mit meiner Frau in London unterwegs, als wir auf eine Straße stießen, die „Godliman Street“ hieß. Man erzählte uns, dass hier einmal ein Mann gelebt hat, der so fromm war, dass man die Straße die „Straße des frommen (godly) Mannes“ nannte. Mir fiel dazu eine Geschichte aus dem Alten Testament ein.

Geschenkt!

„Das neueste Projekt der Techniktitanen: Den Tod besiegen“, so lautete vor einiger Zeit die Überschrift über einem Zeitungsartikel, in dem es um die Bestrebungen von Peter Thiel und anderen Größen aus dem Silicon Valley ging, das Leben ins Unendliche zu verlängern. Für ihre Projekte sind sie bereit, Milliarden zu investieren.

Da beginnen, wo man ist

Auf einer Wiese habe ich eine Blume gesehen—eine winzige, rote Blüte, die „ihre Süße an die Wüstenluft verschwendete“, um es mit dem Dichter Thomas Gray zu sagen. Ich bin mir sicher, dass sie vor mir noch keiner gesehen hat und vielleicht auch nach mir niemand mehr sehen wird. Warum diese Schönheit gerade hier fragte ich mich.

Donner und Blitz

Vor vielen Jahren war ich mit einem Freund an ein paar Fischteichen zum Angeln, als es zu regnen begann. In der Nähe war ein kleines Wäldchen mit Zitterpappeln. Dort suchten wir Unterschlupf, aber der Regen hörte nicht auf. Also beschlossen wir, den Ausflug abzubrechen und zum Auto zu rennen. Ich hatte gerade die Tür aufgemacht, als ein Blitz in die Pappeln fuhr und ein Feuerball unter gewaltigem Donner Blätter und Rinde von den Bäumen fraß und in den Ästen weiterschwelte. Dann war es still.

Gute Werke

Es heißt, die amerikanische Autorin Anne Herbert habe ihren Satz „Praktiziere spontane Gesten der Freundlichkeit und sinnlosen Schönheit“ 1982 zunächst auf einem Tischset im Restaurant notiert. Inzwischen ist daraus eine ganze Bewegung geworden und es gibt sogar den „Weltfreundlichkeitstag“.

Nach kurzem Schlaf

Henry Durbanville, ein schottischer Pastor aus einem früheren Jahrhundert, erzählt die Geschichte von einer älteren Frau in seiner Gemeinde, die in einer recht entlegenen Gegend wohnte. Sie hätte gern einmal die Stadt Edinburgh gesehen, aber sie hatte Angst vor der Reise, weil die Fahrt mit der Eisenbahn durch einen langen, finsteren Tunnel führte.

Freundlich bleiben

Als Kind habe ich die Bücher von L. Frank Baum über den Zauberer von Oz verschlungen. Vor kurzem stieß  ich auf ein Exemplar von Rinkitink in Oz mit den   Originalzeichnungen und musste wieder lachen über die Schrullen von König Rinkitink und seine unerschütterliche Freundlichkeit. Prinzessin Inga sagt es so: „Sein Herz ist sanft und freundlich und das ist viel besser, als klug zu sein.“

Geködert

V or ein paar Jahren stolperte ich über eine Anleitung zum Fischen von Claudius Aelianus, einem griechischen Autor aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Dort hieß es: „Zwischen Boroca und Thessalonica fließt der Astracus und in ihm gibt es Fische mit gepunkteter Haut (Forellen).“ Weiter schrieb er von einem „Köder für die Fische, mit dem sie überlistet werden. Sie wickelten rote Wolle um einen Haken und machten zwei Federn daran fest. Dann warfen sie den Köder aus und die Fische kamen, von der Farbe angelockt, weil sie meinten, es gäbe etwas zu Fressen“ (Vom Wesen der Tiere).

Bergauf

Hoch in den Bergen nördlich von unserem Wohnort liegt ein Gletschersee. Der Weg dorthin führt über einen steilen Gebirgskamm durch Fels und Geröll. Der Aufstieg ist ziemlich anstrengend.

Schritt für Schritt

4.Mose 33 ist ein Kapitel, das wir vielleicht ohne groß zu überlegen überspringen. Es scheint nichts weiter zu enthalten als eine Liste von Orten, an denen das Volk Israel auf dem Weg von Ägypten nach Moab lagerte. Aber es muss doch wichtig sein, denn es ist der einzige Abschnitt im ganzen Buch, in dem es heißt: „Mose schrieb auf nach dem Befehl des Herrn . . .“ (V.2).

Related Topics

> Unser Täglich Brot

Ein friedliches Heim

Fünfundsechzig Millionen. Das ist die Zahl der Flüchtlinge in unserer heutigen Welt—Menschen, die wegen Konflikten oder Verfolgung ihre Heimat verlassen mussten—und sie ist höher als je zuvor. Die UNO hat die Staatschefs aufgefordert, bei der Aufnahme der Flüchtlinge zusammenzuarbeiten, damit jedes Kind eine Schule besuchen, jeder Erwachsene eine Arbeit und jede Familie eine Bleibe finden kann.

Nicht Furcht, sondern Glaube

„Meinem Mann wurde eine bessere Stelle im Ausland angeboten. Aber ich hatte Angst, von zu Hause wegzugehen. Deshalb hat er das Angebot abgelehnt, wenn auch ungern“, erzählte mir eine Freundin. Sie erklärte, wie die Bedenken über eine solche Veränderung sie davon abhielten, sich auf Neues einzulassen, und dass sie sich manchmal fragte, was sie durch ihr Bleiben wohl verpasst hatten.

Unter seinen Flügeln

Wenn ich an Schutz und Zuflucht denke, kommen mir nicht automatisch Vogelfedern in den Sinn. Doch Federn haben mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick meinen mag.