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Artikel von Elisa Morgan

Strichmännchen-Lektion

Eine Freundin von mir, genauer gesagt meine Seelsorgerin, malte ein Strichmännchen auf ein Blatt Papier. Sie betitelte dies mit: das „private“ Selbst. Dann malte sie eine weitere, etwas größere, Figur um die Figur und nannte dies: das „öffentliche“ Selbst. Der Unterschied zwischen den Figuren, zwischen dem privaten und öffentlichen Selbst, steht für das Maß, in dem wir Integrität besitzen.

Bärenstark

„Teddy“ war ein Geschenk für meinen Enkel — ein Bündel Liebe in einem großen Plüschtier. Er war noch ein Baby und reagierte mit Staunen. Dann so etwas wie Ehrfurcht. Und schließlich Neugier. Er stupste Teddy mit seinen kleinen Fingern an die Nase und als Teddy daraufhin vornüber in seine Arme purzelte, war da nur noch FREUDE! Er legte seinen kleinen Kopf auf Teddys flauschige Brust und umklammerte ihn mit seinen Armen. Ein breites Lächeln zeigte alle seine Grübchen und er kuschelte sich ganz fest an den neuen Freund. Das Kind hatte keine Ahnung, dass der Teddy ihn nicht wiederlieben konnte. Mit kindlicher Unschuld spürte er die Liebe des Bären und erwiderte sie von ganzem Herzen.

Was Gott sieht

Früh am Morgen lehne ich mich ruhig an das Fenster unseres Wohnzimmers, aus dem man auf die Wildnis hinter unserem Haus schaut.

Handgemacht für dich

Meine Großmutter war eine talentierte Näherin, die viele Wettbewerbe gewonnen hat. In meinem Leben zelebrierte sie Höhepunkte mit einem handgenähten Geschenk. Ein weinroter Mohair-Pullover zu meinem Abschluss. Eine türkise Steppdecke zu meiner Hochzeit. Drehte ich eine Ecke von jedem Teil um, entdeckte ich ihre Unterschrift, die da hieß: „Handgemacht für dich von deiner Munna“. Mit jedem gestickten Wort, spürte ich die Liebe meiner Großmutter und empfing eine starke Aussage ihres Glaubens in meine Zukunft.

Aus dem Zusammenhang

Ich stand am Flughafen in der Schlange, um einzuchecken, als mir jemand auf die Schulter tippte. Ich drehte mich um und sah in ein lächelndes Gesicht: „Elisa, kennst du mich noch? Ich bin’s, Johanna.” Ich kramte in meinem Gedächtnis, wusste aber nicht, wo ich sie hintun sollte. Waren wir mal Nachbarn? Kolleginnen? Ich hatte keine Ahnung.

Unendliche Dimensionen

Ich liege still auf der mit Plastik bezogenen Matte und halte meinen Atem auf Kommando an, während die Maschine rattert und klickt. Ich kenne viele Menschen, die ein MRT über sich ergehen ließen, aber für Menschen wie mich, die unter Platzangst leiden, ist es nötig, sich auf etwas zu konzentrieren — auf Jemanden, der viel größer ist als ich.

Die „Hoffnung auf einen Baby“-Baum

Nachdem ich den Baum mit klaren Lichtern geschmückt hatte, band ich pinke und blaue Schleifen an die Zweige und taufte ihn unseren „Hoffnung auf einen Baby-“ Weihnachtsbaum. Mein Mann und ich hatten seit mehr als vier Jahren auf die Adoption eines Babys gewartet. Sicherlich doch zu Weihnachten!

Schwierige Gespräche

Ich fuhr einmal über fünfzig Kilometer, um mit einem Mitarbeiter ein ernstes Gespräch zu führen. Ich hatte erfahren, dass er unsere Firma nicht gut vertrat. Nun hoffte ich, mit dieser Unterredung seine Einstellung zu ändern und Schaden abzuwenden.

Funkeln

„Twinkle, Twinkle, Little Star“ ist ein englisches Wiegenlied. Der Text, ursprünglich ein Gedicht von Jane Taylor, beschreibt die Wunder von Gottes Universum, in dem Sterne „hoch über der Welt hängen“. In den kaum veröffentlichten späteren Strophen, dient der Stern als Führer, der dem Reisenden den Weg erhellt.

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