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Artikel von Elisa Morgan

Tiefen der Liebe

Der dreijährige Dylan McCoy hatte gerade schwimmen gelernt, als er durch eine verrottete Sperrholzdecke in einen zwölf Meter tiefen, stein-gemauerten Brunnen im Garten seines Großvaters fiel. Dylan schaffte es, sich in drei Meter tiefem Wasser über Wasser zu halten, bis sein Vater zu seiner Rettung kam. Feuerwehrleute brachten Seile mit, um den Jungen hochzuziehen, aber der Vater war so besorgt um seinen Sohn, dass er bereits die rutschigen Felsen hinuntergeklettert war, um sicherzustellen, dass er in Sicherheit war.

Halte nach dem Grün Ausschau

Die schwerfällige Stimme des Kapitäns kündigte eine weitere Verzögerung an. Eingepfercht auf meinem Fensterplatz in einem Flugzeug, das bereits zwei Stunden lang unbeweglich am Boden stand, war ich frustriert. Nach einer langen Arbeitswoche sehnte ich mich nach dem Komfort und der Ruhe zu Hause. Wie lange denn noch? Als ich aus dem mit Regentropfen bedeckten Fenster blickte, bemerkte ich ein einsames Dreieck aus grünem Gras, das in der Zementlücke wuchs, wo sich die Start- und Landebahnen trafen. Ein sehr seltsamer Anblick inmitten all des Betons.

Den Eindringling entfernen

Es dämmerte noch nicht ganz, als mein Mann vom Bett aufstand und in die Küche ging. Ich sah, wie das Licht an- und ausging und fragte mich, was er wohl gerade tat. Dann erinnerte ich mich daran, dass ich am Morgen zuvor beim Anblick eines „Eindringlings“ auf unserer Küchentheke gekreischt hatte. Das bedeutet: eine unerwünschte Kreatur der sechsbeinigen Sorte. Mein Mann kannte meine Paranoia und kam sofort, um sie zu beseitigen. Heute Morgen war er früh aufgestanden, um sicherzustellen, dass unsere Küche frei von Wanzen war, damit ich ohne Bedenken eintreten konnte. Was für ein Mann!

Das Flüstergewölbe

In der hoch aufragenden Kuppel der Londoner St. Paul Cathedral können Besucher 259 Stufen erklimmen, um das Flüstergewölbe zu erreichen. Dort kann man flüstern und von einer anderen Person überall auf dem Rundweg gehört werden, sogar über den riesigen, fast 30 Meter entfernten Abgrund. Die Ingenieure erklären dieses Phänomen mit der Kugelform der Kuppel.

Groß genug

Mein Enkel rannte zu der Schlange bei der Achterbahn und stellte sich an die Messlatte, um zu sehen, ob er schon groß genug war, um mitfahren zu dürfen. Er jauchzte vor Freude, als sein Kopf über die Marke hinausragte.

Gebetseier

Vor meinem Küchenfenster baute ein Rotkehlchen ihr Nest unter unserem Terrassendach. Es war wunderschön mit anzusehen, wie sie Gräser sicher verstaute, um sich dann hinzusetzen und die Eier zu brüten. Jeden Morgen schaute ich nach ihrem Fortschritt, aber nichts geschah. Rotkehlchen-Eier brauchen zwei Wochen, um zu schlüpfen.

Erwählt, um zu vergeben

Als Mittelschüler spürte Patrick Ireland erstmals, dass Gott ihn für etwas auserwählt hatte. Aber wofür? Später, als Überlebender des schrecklichen Massakers an der Columbine (Colorado) High School, bei dem 13 Menschen getötet und 24 verletzt wurden, einschließlich Patrick, begann er eine Antwort zu erkennen.

Der lächelnde Jesus

Wie würdest du vorgehen, wenn du in einem Kinofilm die Rolle von Jesus übernehmen solltest? Das war die Frage für Bruce Marchiano, der 1993 im Bibelfilm Matthäus Jesus darstellen sollte. Ihm war bewusst, dass sich Millionen von Zuschauern aufgrund dieses Films ihr Bild von Jesus machen würden, und dies Bewusstsein lastete schwer auf ihm. Er wollte es gern „richtig“ machen. Deshalb ging er auf die Knie und bat Jesus um—Jesus im Film darstellen zu können.

Wie Jesus beten

Jede Medaille hat zwei Seiten. Die Vorderseite wird „Avers“ genannt und zeigt seit der Römerzeit in der Regel das Staatsoberhaupt eines Landes. Die Rückseite, die Kehrseite, wird als „Revers“ bezeichnet.

Ein Aufruf, etwas zurückzulassen

Als junge Frau stellte ich mir oft vor, mit meiner Jugendliebe verheiratet zu sein . . . bis wir uns trennten. Meine Zukunft lag leer vor mir und ich kämpfte damit, was ich mit meinem Leben anstellen sollte. Schließlich spürte ich, dass Gott mich so führte, dass ich ihm diene, indem ich anderen diene. So bewarb ich mich an einer Bibelschule. Dann erkannte ich mit Schrecken, dass ich Freunde und Familie verlassen würde. Um Gottes Ruf zu folgen, musste ich gehen und etwas zurücklassen.

Durchbohrte Liebe

Sie hatte angerufen. Sie hatte eine Nachricht aufs Handy geschrieben. Nun stand Carla vor dem Tor zum Grundstück ihres Bruders. Aber er reagierte nicht. Er war depressiv und suchtkrank und hatte sich zu Hause eingeigelt. Carla war verzweifelt. Sie wollte ihn aus der Isolation herausholen. Deshalb hatte sie ein paar Sachen zum Essen, die er gernhatte, und Mut machende Texte aus der Bibel zusammengesucht. Jetzt ließ sie das Päckchen über den Zaun.

Saubere Behälter

„Hass greift den Behälter an, der ihn trägt.“ Diese Worte wurden von dem ehemaligen Senator Alan Simpson bei der Beerdigung von George H. W. Bush gesprochen. Senator Simpson versuchte, die Freundlichkeit seines lieben Freundes zu beschreiben. Er erinnerte daran, dass der 41. Präsident der Vereinigten Staaten in seiner beruflichen Führung und in seinen persönlichen Beziehungen eher Humor und Liebe als Hass walten ließ.

Eine Kette voller Jas

An einem Weihnachtsfest schenkte mir meine Großmutter eine wunderschöne Perlenkette. Die schönen Perlen glänzten an meinem Hals, bis die Kette eines Tages riss. Perlen sprangen über den Holzboden unseres Hauses. Ich kroch über die Dielen und hob jede einzelne wieder auf. Die einzelne Perle war klein. Wenn sie aber miteinander verbunden waren, machten diese Perlen einen überwältigenden Eindruck!

Eine schöne Last

Es war stockdunkel. Ich hatte kaum eine halbe Stunde geschlafen und spürte, dass der Schlaf nicht allzu bald zurückkehren würde. Der Mann einer Bekannten lag im Krankenhaus und hatte die gefürchtete Diagnose erhalten: „Der Krebs ist zurück—im Gehirn und in der Wirbelsäule.“ Ich litt zutiefst mit meinen Freunden. Was für eine schwere Last! Und doch fühlte ich mich durch mein Wachen und Beten auch irgendwie getröstet. Man könnte sagen, ich trug die Last gerne im Gebet mit. Wie kann das sein?

Geschichten über Narben

Der Schmetterling flatterte in die Stiefmütterchen meiner Mutter und dann wieder hinaus. Als Kind wollte ich ihn gerne fangen. Ich rannte vom Garten in die Küche und griff nach einem Glas, aber bei meiner eiligen Rückkehr in den Garten, stolperte ich und fiel auf den Steinboden. Das Glas zersplitterte unter meinem Handgelenk und hinterließ einen hässlichen Schnitt, der mit achtzehn Stichen genäht werden musste. Heute zieht sich die Narbe wie eine Raupe über mein Handgelenk und erzählt die Geschichte der Wunde und Heilung.

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