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Artikel von Patricia Raybon

Verfolgt von Gottes Güte

Bei meinem ersten Job während meiner Schulzeit arbeitete ich in einem Damenbekleidungsgeschäft, in dem eine als Kundin verkleidete Sicherheitsbeamtin Frauen verfolgte, von denen sie annahm, dass sie die Waren stehlen könnten. Bestimmte Personen entsprachen dem Profil derjenigen, die die Ladenbesitzer für verdächtig hielten. Andere, die keine Bedrohung darstellten, wurden in Ruhe gelassen. Ich bin selbst in Geschäften profiliert und verfolgt worden, eine interessante Erfahrung, da ich diese Taktik noch immer erkenne.

Ein bescheidener Snack

Die Tüte mit den Chips war klein, aber sie erteilte einer Missionarin eine wichtige Lektion. Eines Abends in der Dominikanischen Republik kam sie zu einem Kirchentreffen und öffnete ihre Chips, als eine Frau, die sie kaum kannte, nach der Tüte griff und sich ein paar davon schnappte. Auch andere bedienten sich.

Gott meine Arbeit geben

Die Zeitschrift, für die ich schrieb, kam mir wichtig vor. Daher bemühte ich mich, der hochrangigen Redakteurin den bestmöglichen Artikel zu präsentieren. Da ich mich unter Druck gesetzt fühlte, ihre Anforderungen zu erfüllen, schrieb ich meine Gedanken und Ideen immer wieder um. Aber was war denn mein Problem? War es das schwierige Thema? Oder war meine eigentliche Sorge: Würde die Redakteurin von mir und nicht nur von meinen Worten überzeugt sein?

Die Temperatur erhöhen

Mein Mann Daniel war neugierig auf die Temperaturunterschiede in und um unser Haus. Als Fan von Gadgets war er begeistert, als er sein neuestes „Spielzeug“ auspackte – ein Thermometer, das die Temperaturwerte von vier „Zonen“ rund um unser Haus anzeigt. Ich scherzte, dass es ein „dummes“ Gerät sei, aber ich war überrascht, dass ich die Temperaturen ebenfalls häufig überprüfte. Die Unterschiede zwischen innen und außen faszinierten mich.

Diener der Nacht

Es ist 3 Uhr morgens in einem Akutkrankenhaus. Ein besorgter Patient drückt zum vierten Mal in einer Stunde die Ruftaste. Die Nachtschwester antwortet klaglos. Bald darauf ruft ein weiterer Patient, der um Aufmerksamkeit bittet. Die Krankenschwester ist nicht überrascht. Sie hat sich vor fünf Jahren für die Nachtschicht entschieden, um der Tageshektik in ihrem Krankenhaus zu entgehen. Dann kam die Realität. Nachtdienst bedeutete oft, dass sie zusätzliche Aufgaben übernehmen musste, wie das Heben und Drehen von Patienten alleine. Es bedeutete auch, den Zustand der Patienten genau zu überwachen, damit die Ärzte in Notfällen benachrichtigt werden konnten.

Halte es einfach

Die E-Mail war kurz, aber dringend. „Bitte um Errettung. Ich möchte Jesus kennenlernen.“ Was für eine erstaunliche Bitte! Im Gegensatz zu zögernden Freunden und Familienmitgliedern, die Christus noch nicht angenommen hatten, musste diese Person nicht überzeugt werden. Meine Aufgabe war es, meine Selbstzweifel in Bezug auf die Evangelisation zu besänftigen und einfach wichtige Konzepte, Bibelstellen und vertrauenswürdige Quellen weiterzugeben, die auf die Bitte dieses Mannes eingingen. Von da an würde Gott ihn im Glauben auf seinem Weg leiten.

Unsere Gaben verwalten

2013 drehte der britische Schauspieler David Suchet die letzten TV-Folgen von Agatha Christies beliebtem belgischen Detektiv Hercule Poirot und spielte außerdem in einem Theaterstück mit. Zwischen diesen Projekten übernahm er „die Rolle seines Lebens“: eine von ihm eingesprochene Audioversion der gesamten Bibel, von Genesis bis zur Offenbarung – 752.702 Wörter, über 200 Stunden lang.

Hilfe von Gott

Der Polizeibeamte konnte nur noch staunen. „Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen von Gebeten“, meinte er, waren hinauf zu Gott gestiegen, als in den Bergen seines Heimatstaats ein großer Waldbrand tobte. In zwölf Stunden fielen über 40.000 Hektar den Flammen zum Opfer. Sie vernichteten dreihundert Häuser und bedrohten ganze Städte. Dann kam das „Gottesgeschenk“: Nein, kein Regen, sondern Schnee! Ungewöhnlich früh für die Jahreszeit, fiel er auf die brennende Natur. Fast ein halber Meter nasser Schnee bremste die Brände und löschte sie stellenweise völlig aus.

Er hört uns

Im Alter von 18 Monaten hatte der kleine Manuel die Stimme seiner Mutter noch nie gehört. Dann versorgten ihn die Ärzte mit seinem ersten Hörgerät und seine Mutter, Laura, fragte ihn: „Kannst du mich hören?“ Die Augen des Kindes leuchteten auf. „Hi, Baby!“, fügte sie hinzu. Ein lächelnder Manuel antwortete seiner Mutter mit fröhlichem Glucksen. Mit Tränen in den Augen wusste Laura, dass sie Zeuge eines Wunders geworden war. Sie hatte Manuel als Frühgeburt zur Welt gebracht, nachdem Einbrecher dreimal auf sie geschossen hatten. Mit einem Gewicht von nur 500 Gramm verbrachte Manuel 158 Tage auf der Intensivstation und es war nicht sicher, ob er es überleben würde, geschweige denn, dass er hören könnte.

Besser als Gold

Als der Goldsucher Edward Jackson während des großen Goldrausches in den USA nach Kalifornien aufbrach, beklagte er in seinem Tagebucheintrag vom 20. Mai 1849 seine zermürbende, von Krankheit und Tod geprägte Wagenreise. „Oh lasst meine Knochen nicht hier“, schrieb er. „Wenn möglich, dann begrabt sie zu Hause.“ Ein anderer Goldgräber namens John Walker schrieb: „Es ist das größte Glücksspiel, das man sich vorstellen kann. Ich kann keinem Menschen raten, zu kommen.“

Im Gebet bedacht

In der großen afrikanischen Kirche fiel der Pastor auf die Knie und betete zu Gott. „Erinnere dich an uns!“ Als der Pastor flehte, antwortete die Menge und rief: „Vergiss uns nicht, Herr!“ Als ich diesen Moment auf YouTube sah, war ich überrascht, dass auch ich Tränen vergoss. Das Gebet wurde Monate zuvor aufgenommen. Und doch erinnerte es mich an die Zeit meiner Kindheit, als ich den Pastor unserer Gemeinde die gleiche Bitte an Gott richten hörte: „Erinnere dich an uns, Herr!“

Unsere wahre Identität

Als erstes suchte der Mann eine Kiste. Dann füllte er seinen Einkaufskorb mit Haken, Ködern, Schwimmern, Leinen und Gewichten. Schließlich nahm er noch fünf lebende Köder dazu und wählte eine Angelrute aus. „Waren Sie schon mal Angeln?“, fragte der Verkäufer. Der Mann verneinte. „Dann nehmen Sie das auch noch dazu“, meinte der Verkäufer und reichte ihm einen Verbandskasten. Der Mann nahm ihn und zahlte. Dann ging er Fischen – erfolglos. Außer Kratzern und Wunden von den Angelhaken fing er sich nichts ein.

Du bist nicht allein

„Schön, dich zu sehen!“ „Dich auch!“ „Freut mich, dass du da bist!“ So klang es von allen Seiten. Die Gemeinde versammelte sich online für das Abendprogramm. Als Rednerin sah ich schweigend zu, wie einer nach dem anderen sich zuschaltete. Da ich eher introvertiert bin und nicht alle kannte, kam ich mir ein bisschen vor wie ein Außenseiter. Dann sah ich meinen Pastor. Eine alte Bekannte war auch dabei. Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr allein. Gott, so schien es mir, hatte mir Unterstützung geschickt.

Zeit, um zu reden

Dreißig Jahre lang arbeitete die afroamerikanische Frau treu für eine große, weltweit tätige Firma. Doch als sie versuchte, mit ihren Mitarbeitern über die Rassenungerechtigkeit zu sprechen, begegnete ihr nur Schweigen. Schließlich aber, im Frühjahr 2020, als sich die offenen Diskussionen über Rassismus auf der ganzen Welt ausweiteten, begannen ihre Kollegen „einen offenen Dialog zu führen“. Mit gemischten Gefühlen war sie dankbar, dass die Diskussionen begannen, aber sie fragte sich, warum sie so lange brauchten, um sich zu dem Thema zu äußern.

Versetze deinen Zaun

Der Dorfpfarrer konnte nicht schlafen. Als der Zweite Weltkrieg tobte, hatte er einer kleinen Gruppe von Soldaten verboten, ihren gefallenen Kameraden auf dem eingezäunten Friedhof neben seiner Kirche zu begraben. Nur Beerdigungen für Kirchenmitglieder waren dort erlaubt. Also begruben die Männer ihren geliebten Freund außerhalb des Zauns.