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Artikel von Patricia Raybon

Er hört uns

Im Alter von 18 Monaten hatte der kleine Manuel die Stimme seiner Mutter noch nie gehört. Dann versorgten ihn die Ärzte mit seinem ersten Hörgerät und seine Mutter, Laura, fragte ihn: „Kannst du mich hören?“ Die Augen des Kindes leuchteten auf. „Hi, Baby!“, fügte sie hinzu. Ein lächelnder Manuel antwortete seiner Mutter mit fröhlichem Glucksen. Mit Tränen in den Augen wusste Laura, dass sie Zeuge eines Wunders geworden war. Sie hatte Manuel als Frühgeburt zur Welt gebracht, nachdem Einbrecher dreimal auf sie geschossen hatten. Mit einem Gewicht von nur 500 Gramm verbrachte Manuel 158 Tage auf der Intensivstation und es war nicht sicher, ob er es überleben würde, geschweige denn, dass er hören könnte.

Besser als Gold

Als der Goldsucher Edward Jackson während des großen Goldrausches in den USA nach Kalifornien aufbrach, beklagte er in seinem Tagebucheintrag vom 20. Mai 1849 seine zermürbende, von Krankheit und Tod geprägte Wagenreise. „Oh lasst meine Knochen nicht hier“, schrieb er. „Wenn möglich, dann begrabt sie zu Hause.“ Ein anderer Goldgräber namens John Walker schrieb: „Es ist das größte Glücksspiel, das man sich vorstellen kann. Ich kann keinem Menschen raten, zu kommen.“

Im Gebet bedacht

In der großen afrikanischen Kirche fiel der Pastor auf die Knie und betete zu Gott. „Erinnere dich an uns!“ Als der Pastor flehte, antwortete die Menge und rief: „Vergiss uns nicht, Herr!“ Als ich diesen Moment auf YouTube sah, war ich überrascht, dass auch ich Tränen vergoss. Das Gebet wurde Monate zuvor aufgenommen. Und doch erinnerte es mich an die Zeit meiner Kindheit, als ich den Pastor unserer Gemeinde die gleiche Bitte an Gott richten hörte: „Erinnere dich an uns, Herr!“

Unsere wahre Identität

Als erstes suchte der Mann eine Kiste. Dann füllte er seinen Einkaufskorb mit Haken, Ködern, Schwimmern, Leinen und Gewichten. Schließlich nahm er noch fünf lebende Köder dazu und wählte eine Angelrute aus. „Waren Sie schon mal Angeln?“, fragte der Verkäufer. Der Mann verneinte. „Dann nehmen Sie das auch noch dazu“, meinte der Verkäufer und reichte ihm einen Verbandskasten. Der Mann nahm ihn und zahlte. Dann ging er Fischen – erfolglos. Außer Kratzern und Wunden von den Angelhaken fing er sich nichts ein.

Du bist nicht allein

„Schön, dich zu sehen!“ „Dich auch!“ „Freut mich, dass du da bist!“ So klang es von allen Seiten. Die Gemeinde versammelte sich online für das Abendprogramm. Als Rednerin sah ich schweigend zu, wie einer nach dem anderen sich zuschaltete. Da ich eher introvertiert bin und nicht alle kannte, kam ich mir ein bisschen vor wie ein Außenseiter. Dann sah ich meinen Pastor. Eine alte Bekannte war auch dabei. Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr allein. Gott, so schien es mir, hatte mir Unterstützung geschickt.

Zeit, um zu reden

Dreißig Jahre lang arbeitete die afroamerikanische Frau treu für eine große, weltweit tätige Firma. Doch als sie versuchte, mit ihren Mitarbeitern über die Rassenungerechtigkeit zu sprechen, begegnete ihr nur Schweigen. Schließlich aber, im Frühjahr 2020, als sich die offenen Diskussionen über Rassismus auf der ganzen Welt ausweiteten, begannen ihre Kollegen „einen offenen Dialog zu führen“. Mit gemischten Gefühlen war sie dankbar, dass die Diskussionen begannen, aber sie fragte sich, warum sie so lange brauchten, um sich zu dem Thema zu äußern.

Versetze deinen Zaun

Der Dorfpfarrer konnte nicht schlafen. Als der Zweite Weltkrieg tobte, hatte er einer kleinen Gruppe von Soldaten verboten, ihren gefallenen Kameraden auf dem eingezäunten Friedhof neben seiner Kirche zu begraben. Nur Beerdigungen für Kirchenmitglieder waren dort erlaubt. Also begruben die Männer ihren geliebten Freund außerhalb des Zauns.

Von der Weisheit zur Freude

Das Telefon klingelte und ich nahm sofort ab. Am anderen Ende der Leitung war das älteste Mitglied unserer Gemeindefamilie – eine dynamische, hart arbeitende Frau, die beinahe 100 Jahre alt war. Um ihrem neuesten Buch den letzten Schliff zu geben, bat sie mich um einige Antworten zum Thema Schreiben, die ihr helfen sollten, die Ziellinie zu überqueren. Aber wie so oft, war ich es bald, die ihr Fragen stellte – über das Leben, Arbeit, Liebe, Familie. Ihre wunderbaren Geschichten waren alle mit wahrer Freude gewürzt und ihre vielen Unterweisungen, Ergebnis eines langen Lebens, sprühten nur so vor Weisheit. Sie sagte zu mir: „Bestimme dein Tempo selbst.“ Und schon bald lachten wir über Zeiten, in denen sie genau das vergessen hatte.

Der Bibel vertrauen

Billy Graham, der bekannte amerikanische Evangelist, beschrieb einmal seinen Kampf, die Bibel als vollkommen wahr zu akzeptieren. Eines Nachts, als er allein im Mondlicht spazieren ging, fiel er auf die Knie, legte seine Bibel auf einen Baumstumpf und konnte nur ein Gebet „stottern“: „Oh, Gott! Es gibt viele Dinge in diesem Buch, die ich nicht verstehe.“

Zuerst vergeben

Wir nannten uns „Schwestern in Christus“, aber meine weiße Freundin und ich begannen, uns wie Feinde aufzuführen. Eines Morgens beim Frühstück in einem Café stritten wir uns heftig über unsere unterschiedlichen Rassenansichten. Dann trennten wir uns, und ich schwor mir, sie nicht wiederzusehen. Ein Jahr später wurden wir jedoch im selben Werk angestellt – wir arbeiteten in derselben Abteilung und konnten nicht anders, als uns wiederzutreffen. Zunächst unbeholfen sprachen wir über Konflikte. Mit der Zeit half Gott uns, uns sich bei dem anderen zu entschuldigen und zu heilen und im Dienst unser Bestes zu geben.

Für Jesus blühen

Meine jüngere Tochter brachte mir nach einem Aufenthalt in Amsterdam als besonderes Überraschungsgeschenk Tulpenzwiebeln mit. Ich war aufgeregt und freute mich sehr, meine Tochter nach langer Zeit wiederzusehen. Aber ich war nicht ganz aufrichtig, als sie mir die Tulpenzwiebeln überreichte. Meine Freude war gespielt, denn ich mag Tulpen nicht besonders. Sie blühen früh und nur sehr kurz. Außerdem war Juli, es war heiß und keine gute Zeit zum Pflanzen.

Reinigungsmethode

Am Waschbecken stehend singen zwei Kinder fröhlich „Happy Birthday“ – je zweimal – während sie ihre Hände waschen. „So lange dauert es, um die Bakterien abzuwaschen“, weiß die Mutter. Selbst vor der COVID-19 Pandemie lernten sie, sich die Zeit zu nehmen, um den Schmutz von ihren Händen zu waschen.

Er wird für dich kämpfen

Das verwundete Pferd wurde Drummer Boy genannt, eines von 112 Reittieren, die während der berühmten Attacke der „Leichten Brigade“ im Krimkrieg (1853-1856) britische Soldaten in die Schlacht trugen. Das Tier zeigte eine solche Tapferkeit und Ausdauer, dass der ihm zugeteilte Kommandant, Oberstleutnant de Salis, entschied, dass sein Pferd eine Medaille ebenso verdient hätte wie seine tapferen Männer. Dies geschah dann auch, obwohl ihr militärisches Vorgehen gegen die feindlichen Streitkräfte scheiterte. Doch die Tapferkeit der Kavallerie, gepaart mit dem Mut ihrer Pferde, machte den Zusammenstoß zu einem der größten militärischen Momente Großbritanniens, der bis heute gefeiert wird.

Er kennt deinen Namen

Nachdem Bruch mit unserer damaligen Gemeinde, kamen mein Mann und ich nach drei langen Jahren wieder einmal zum Gottesdienst. Aber wie würden die Menschen uns behandeln? Würden sie uns willkommen heißen? Würden sie uns lieben? Uns verzeihen, dass wir weggegangen sind? Wir erhielten unsere Antwort an einem sonnigen Sonntagmorgen. Als wir durch die großen Kirchentüren traten, hörten wir ständig unsere Namen. „Pat! Dan! Wie schön, euch zu sehen!“ Die amerikanische Kinderbuchautorin Kate DiCamillo schrieb in einem ihrer bekannten Bücher: „Nichts ist schöner in dieser traurigen Welt, als der Klang, wenn jemand, den du liebst, deinen Namen ruft!“

Tapfere Liebe

Die vier Kapläne waren nicht als Helden bekannt. Aber in einer eisigen Februarnacht 1943, als ihr Transportschiff, die SS Dorchester, im Zweiten Weltkrieg vor der Küste Grönlands torpediert wurde, gaben die vier alles, um Hunderte von in Panik geratenen Soldaten zu beruhigen. Als das Schiff sank und verletzte Männer in überfüllte Rettungsboote sprangen, beruhigten die vier Kapläne das Chaos, indem sie „Mut predigten“, sagte ein Überlebender.

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