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Artikel von Patricia Raybon

Verlangsamungszeit

Seit der Erfindung der elektrischen Uhr in den 1840er Jahren hat sich viel geändert. Wir sehen jetzt die Uhrzeit auf Smartwatches, Smartphones und Laptops. Das gesamte Lebenstempo scheint schneller zu sein, sogar unser gemächliches Gehen beschleunigt sich. Dies gilt insbesondere für Städte und kann sich nach Ansicht von Wissenschaftlern negativ auf die Gesundheit auswirken. „Wir bewegen uns immer schneller und reagieren so schnell wie möglich auf Menschen“, bemerkte der britische Verhaltensforscher Wiseman „Das veranlasst uns zu der Annahme, dass jetzt alles passieren muss.“

Von seinem Wort geführt

Paul Arnolds erster Job beim BBC in London war es, „Laufschritte“ in Radiohörspielen zu machen. Während die Schauspieler aus dem Skript lasen, machte Paul als Inspizient dementsprechende Geräusche mit seinen Füßen. Er achtete darauf, dass die Geschwindigkeit zur Stimme und dem Text des Schauspielers passte. Die Herausforderung war, „dass beide zusammenarbeiteten“.

Gott fragen

Als bei meinem Mann Krebs diagnostiziert wurde, fand ich nicht die „richtige“ Art, um Gott zu bitten, ihn zu heilen. In meiner beschränkten Sicht hatten andere Menschen solch ernsthafte Probleme—Krieg, Hungersnot, Armut, Naturkatastrophen. Dann, eines Morgens, während unserer morgendlichen Gebetszeit, hörte ich, wie mein Mann demütig betete: „Herr, bitte heile meine Krankheit.“

Den Fremden lieben

Als jemand aus meiner Familie zu einer anderen Religion übertrat, drängten mich meine christlichen Freunde, sie zur Rückkehr zu Jesus zu „überzeugen“. Mir war es wichtiger, sie zunächst so zu lieben, wie Jesus es tun würde—auch in der Öffentlichkeit, wo manche über ihre „eigenartige“ Kleidung die Stirn runzelten oder böse Bemerkungen machten. „Geh heim!“, brüllte ein Mann aus seinem Auto. Es war ihm egal oder er wusste nicht, dass sie schon zu Hause war.

Gestärkt durch ein Lied

Die Bewohner des französischen Le Chambon-sur-Lignon unterstützten jüdische Flüchtlinge während des 2. Weltkrieges, um sich vor den Nazis zu verstecken. Sie sangen Lieder in den dichten Wäldern, die ihre Stadt umgaben, um die Flüchtlinge wissen zu lassen, dass sie aus ihren Verstecken kommen konnten. Auf Initiative ihres Pastors André Trocmé und seiner Frau, hatten sie jüdischen Flüchtlingen auf ihrem windgepeitschten Hochplateau Zuflucht geboten. Das musikalische Signal war nur ein Merkmal der mutigen Dorfbewohner, die bis zu 3.000 Juden vor dem beinahe sicheren Tod retteten.

Leitendes Licht

Das Restaurant war reizend, aber dunkel. Nur eine kleine Kerze brannte auf jedem Tisch. Um Licht zu schaffen, nutzten Gäste ihre Handys, um die Speisekarte zu lesen, einander anzuschauen und sogar um zu sehen, was sie aßen.

Zweite Chance

Im Fahrradladen „Zweite Chance“ in unserer Nachbarschaft bauen Freiwillige ausrangierte Fahrräder neu zusammen und spenden sie an bedürftige Kinder. Der Ladengründer verschenkt auch Räder an bedürftige Erwachsene, an Obdachlose, Behinderte und Kriegsveteranen, die Probleme haben, sich im Alltag zurechtzufinden. Nicht nur die Fahrräder bekommen eine zweite Chance, sondern manchmal auch ihre Empfänger. Ein Veteran fuhr mit dem neuen Fahrrad zu einem Vorstellungsgespräch.

Abfall oder Schatztruhe

Das Haus steht am Ende einer steilen Straße in einem armen Vorort von Bogota, der Hauptstadt von Kolumbien. Äußerlich ist nichts Besonderes an dem Haus, doch es beherbergt eine Bibliothek mit 25.000 Büchern. Bücher, die andere weggeworfen haben und die der Müllmann Jose Alberto Gutierrez gesammelt hat, um sie den armen Kindern in seiner Umgebung zur Verfügung zu stellen.

Den Neid beenden

Weltweit erinnert man sich an den berühmten französischen Künstler Edgar Degas wegen seiner Gemälde von Balletttänzerinnen. Weniger bekannt ist der Neid, den er gegenüber seinem Freund und künstlerischem Rivalen Édouard Manet empfand, ebenfalls ein berühmter Künstler. Degas sagte über Manet: „Alles was er tut, passt sofort, während ich endlose Mühen auf mich nehme, um es richtig zu machen.“

Nach Gottes Ebenbild

Als ihre wunderschöne braune Haut anfing, ihre Farbe zu verlieren, bekam eine junge Frau Angst, als würde sie selbst verschwinden oder sich selbst verlieren. Mit viel Make-Up deckte sie die helleren Hautstellen ab, die die Weißfleckenkrankheit verursacht hatte und die sie „meine Flecken“ nannte. Die Ursache war der Verlust des Hauptpigments Melanin, der der Haut die Farbe gibt.

Nie allein

Ein Bekannter war dabei, ein Bibelhandbuch für Pastoren in Indonesien zu schreiben. Er war fasziniert von der Kultur des Zusammenhaltens in diesem Volk. Goton royong — „gegenseitige Hilfe“ — wird in jedem Dorf praktiziert. Nachbarn helfen einander, um vielleicht ein Dach zu reparieren oder eine Brücke oder Straße zu bauen. In den Städten ist es nicht anders, sagt mein Bekannter: „Die Leute gehen immer miteinander irgendwohin — etwa zum Arzt. Das ist normal. Man ist nie allein.“

Die Schönheit genießen

Das Gemälde fiel mir direkt auf. Es war ausgestellt in einem langen Flur eines großen Stadtkrankenhauses und die tiefen Pastelltöne und die Figuren der Navajo-Indianer waren so atemberaubend, dass ich anhielt und es voller Staunen betrachtete. „Sieh dir das an“, sagte ich zu meinem Mann.

Von Gott umgeben

In einem geschäftigen Flughafen kämpfte eine junge Mutter alleine. Ihr Kleinkind hatte einen massiven Trotzanfall, schrie, trat und weigerte sich, das Flugzeug zu besteigen. Überwältigt und hochschwanger, gab die junge Mutter schließlich auf, sank frustriert auf den Boden, bedeckte ihr Gesicht und begann zu weinen.

Weggewischt

Als der britische Ingenieur Edward Nairne den Radiergummi erfand, griff er eigentlich nach einem Stück Brot. Brotrinden wurden 1770 verwendet, um Flecke vom Papier zu entfernen. Indem er aus Versehen ein Stück Kautschuk ergriff, entdeckte Nairne, dass dieser seinen Fehler entfernt hatte und die gummierten Krümel leicht mit der Hand weggewischt werden konnten.

Fika-Geist

Das Café in der Nähe meiner Wohnung heißt Fika. Fika kommt aus dem Schwedischen, und bedeutet, dass man bei Kaffee und Gebäck zusammensitzt, und zwar immer mit Familie, Freunden oder Kollegen. Ich bin keine Schwedin, aber der Geist von Fika beschreibt genau das, was ich an Jesus am meisten liebe — dass er sich Zeit nahm, um mit anderen beim Essen zusammenzusitzen.

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