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Artikel von Patricia Raybon

Zeit, um zu reden

Dreißig Jahre lang arbeitete die afroamerikanische Frau treu für eine große, weltweit tätige Firma. Doch als sie versuchte, mit ihren Mitarbeitern über die Rassenungerechtigkeit zu sprechen, begegnete ihr nur Schweigen. Schließlich aber, im Frühjahr 2020, als sich die offenen Diskussionen über Rassismus auf der ganzen Welt ausweiteten, begannen ihre Kollegen „einen offenen Dialog zu führen“. Mit gemischten Gefühlen war sie dankbar, dass die Diskussionen begannen, aber sie fragte sich, warum sie so lange brauchten, um sich zu dem Thema zu äußern.

Versetze deinen Zaun

Der Dorfpfarrer konnte nicht schlafen. Als der Zweite Weltkrieg tobte, hatte er einer kleinen Gruppe von Soldaten verboten, ihren gefallenen Kameraden auf dem eingezäunten Friedhof neben seiner Kirche zu begraben. Nur Beerdigungen für Kirchenmitglieder waren dort erlaubt. Also begruben die Männer ihren geliebten Freund außerhalb des Zauns.

Von der Weisheit zur Freude

Das Telefon klingelte und ich nahm sofort ab. Am anderen Ende der Leitung war das älteste Mitglied unserer Gemeindefamilie – eine dynamische, hart arbeitende Frau, die beinahe 100 Jahre alt war. Um ihrem neuesten Buch den letzten Schliff zu geben, bat sie mich um einige Antworten zum Thema Schreiben, die ihr helfen sollten, die Ziellinie zu überqueren. Aber wie so oft, war ich es bald, die ihr Fragen stellte – über das Leben, Arbeit, Liebe, Familie. Ihre wunderbaren Geschichten waren alle mit wahrer Freude gewürzt und ihre vielen Unterweisungen, Ergebnis eines langen Lebens, sprühten nur so vor Weisheit. Sie sagte zu mir: „Bestimme dein Tempo selbst.“ Und schon bald lachten wir über Zeiten, in denen sie genau das vergessen hatte.

Der Bibel vertrauen

Billy Graham, der bekannte amerikanische Evangelist, beschrieb einmal seinen Kampf, die Bibel als vollkommen wahr zu akzeptieren. Eines Nachts, als er allein im Mondlicht spazieren ging, fiel er auf die Knie, legte seine Bibel auf einen Baumstumpf und konnte nur ein Gebet „stottern“: „Oh, Gott! Es gibt viele Dinge in diesem Buch, die ich nicht verstehe.“

Zuerst vergeben

Wir nannten uns „Schwestern in Christus“, aber meine weiße Freundin und ich begannen, uns wie Feinde aufzuführen. Eines Morgens beim Frühstück in einem Café stritten wir uns heftig über unsere unterschiedlichen Rassenansichten. Dann trennten wir uns, und ich schwor mir, sie nicht wiederzusehen. Ein Jahr später wurden wir jedoch im selben Werk angestellt – wir arbeiteten in derselben Abteilung und konnten nicht anders, als uns wiederzutreffen. Zunächst unbeholfen sprachen wir über Konflikte. Mit der Zeit half Gott uns, uns sich bei dem anderen zu entschuldigen und zu heilen und im Dienst unser Bestes zu geben.

Für Jesus blühen

Meine jüngere Tochter brachte mir nach einem Aufenthalt in Amsterdam als besonderes Überraschungsgeschenk Tulpenzwiebeln mit. Ich war aufgeregt und freute mich sehr, meine Tochter nach langer Zeit wiederzusehen. Aber ich war nicht ganz aufrichtig, als sie mir die Tulpenzwiebeln überreichte. Meine Freude war gespielt, denn ich mag Tulpen nicht besonders. Sie blühen früh und nur sehr kurz. Außerdem war Juli, es war heiß und keine gute Zeit zum Pflanzen.

Reinigungsmethode

Am Waschbecken stehend singen zwei Kinder fröhlich „Happy Birthday“ – je zweimal – während sie ihre Hände waschen. „So lange dauert es, um die Bakterien abzuwaschen“, weiß die Mutter. Selbst vor der COVID-19 Pandemie lernten sie, sich die Zeit zu nehmen, um den Schmutz von ihren Händen zu waschen.

Er wird für dich kämpfen

Das verwundete Pferd wurde Drummer Boy genannt, eines von 112 Reittieren, die während der berühmten Attacke der „Leichten Brigade“ im Krimkrieg (1853-1856) britische Soldaten in die Schlacht trugen. Das Tier zeigte eine solche Tapferkeit und Ausdauer, dass der ihm zugeteilte Kommandant, Oberstleutnant de Salis, entschied, dass sein Pferd eine Medaille ebenso verdient hätte wie seine tapferen Männer. Dies geschah dann auch, obwohl ihr militärisches Vorgehen gegen die feindlichen Streitkräfte scheiterte. Doch die Tapferkeit der Kavallerie, gepaart mit dem Mut ihrer Pferde, machte den Zusammenstoß zu einem der größten militärischen Momente Großbritanniens, der bis heute gefeiert wird.

Er kennt deinen Namen

Nachdem Bruch mit unserer damaligen Gemeinde, kamen mein Mann und ich nach drei langen Jahren wieder einmal zum Gottesdienst. Aber wie würden die Menschen uns behandeln? Würden sie uns willkommen heißen? Würden sie uns lieben? Uns verzeihen, dass wir weggegangen sind? Wir erhielten unsere Antwort an einem sonnigen Sonntagmorgen. Als wir durch die großen Kirchentüren traten, hörten wir ständig unsere Namen. „Pat! Dan! Wie schön, euch zu sehen!“ Die amerikanische Kinderbuchautorin Kate DiCamillo schrieb in einem ihrer bekannten Bücher: „Nichts ist schöner in dieser traurigen Welt, als der Klang, wenn jemand, den du liebst, deinen Namen ruft!“

Tapfere Liebe

Die vier Kapläne waren nicht als Helden bekannt. Aber in einer eisigen Februarnacht 1943, als ihr Transportschiff, die SS Dorchester, im Zweiten Weltkrieg vor der Küste Grönlands torpediert wurde, gaben die vier alles, um Hunderte von in Panik geratenen Soldaten zu beruhigen. Als das Schiff sank und verletzte Männer in überfüllte Rettungsboote sprangen, beruhigten die vier Kapläne das Chaos, indem sie „Mut predigten“, sagte ein Überlebender.

Sicher an Land

In Papua-Neuguinea wartete der Stamm der Kandas mit Spannung auf die Ankunft der in ihrer Sprache gedruckten Bibeln des Neuen Testaments. Um das Dorf zu erreichen, mussten die Menschen, die die Bücher mitbrachten, jedoch in kleinen Booten über den Ozean fahren.

Besser mit Gott

In ihrer Volleyballmannschaft an der Universität lernte meine Enkelin ein Siegerprinzip. Wenn der Ball zu ihr kam, egal was passiert, konnte sie „den Ball verbessern“. Sie konnte einen Spielzug machen, der ihre Teamkollegen in eine bessere Situation brachte – ohne Wutanfälle, Schuldzuweisungen oder Ausreden. Sie konnte die Situation immer besser machen.

Freude im Lobpreis finden

Als der berühmte Schriftsteller C. S. Lewis sein Leben Jesus übergab, widerstand er zunächst dem Lob Gottes. Tatsächlich nannte er es „einen Stolperstein“. Sein Kampf bestand „in der Andeutung, dass Gott selbst es forderte“. Doch Lewis erkannte schließlich, dass „es im Prozess der Anbetung ist, dass Gott seinem Volk seine Gegenwart mitteilt“. Dann finden wir, „in vollkommener Liebe zu Gott“, in ihm eine Freude, die ebenso wenig zu trennen ist „wie der Glanz, den ein Spiegel empfängt“ von dem „Glanz, den er verströmt“.

Weises Jäten

Meine Enkelkinder rennen in meinem Garten hinter dem Haus herum. Spielen sie? Nein, sie jäten Unkraut. „Reiß es mit den Wurzeln raus!“ sagt die Jüngste und zeigt mir eine ansehnliche Trophäe. Als wir an diesem Tag das Unkraut in Angriff nahmen, hatte sie Freude daran, wie wir es genossen die Unkrautwurzeln herauszureißen. Wir verhinderten jede weitere Ausbreitung. Doch ehe sie sich freuen konnten, mussten sie sich entscheiden, es zu jäten.

Niemals aufgeben

„Die Zeit verging. Der Krieg kam.“ So beschrieb Bischof Semi Nigo des Keliko Stammes im Süd-Sudan die Verzögerungen im langen Kampf seiner Gemeinde, die Bibel in seiner eigenen Sprache zu erhalten. Tatsächlich war niemals ein einziges Wort in der Sprache der Keliko gedruckt worden. Jahrzehnte zuvor hatte der Großvater von Bischof Nigo mutig ein Bibelübersetzungsprojekt begonnen, aber Krieg und Unruhen brachten die Anstrengungen zum Stillstand. Trotz der wiederholten Angriffe auf ihr Flüchtlingslager im Norden Ugandas und der Demokratischen Republik Kongos, hielten der Bischof und seine Glaubensgenossen dennoch das Projekt am Leben.

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