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Artikel von Sheridan Voysey

Wann man opfern sollte

Im Februar 2020, als die COVID-19-Krise gerade begann, beeindruckten mich die Bedenken einer Zeitungskolumnistin. Würden wir uns bereitwillig selbst isolieren, fragte sie sich, unsere Arbeits-, Reise- und Einkaufsgewohnheiten ändern, damit andere nicht krank werden? „Dies ist nicht nur ein Test der klinischen Ressourcen“, schrieb sie, „sondern auch unserer Bereitschaft, uns für andere einzusetzen.“ Plötzlich war das Bedürfnis nach tugendhaften Verhalten in den Schlagzeilen.

Unbegrenzt

Da sitze ich nun in einem Restaurant des Einkaufszentrums, mein Körper ist angespannt und mein Magen verkrampft wegen bevorstehender Arbeitstermine. Während ich meinen Burger auspacke und einen Bissen nehme, eilen Menschen um mich herum, die sich ihre eigenen Sorgen machen. Wie begrenzt wir doch alle sind, denke ich mir, begrenzt in Zeit, Energie und Kapazität.

Komplett in Christus

In einem populären Film spielt ein Schauspieler einen erfolgsverwöhnten Sportagenten, dessen Ehe zu bröckeln beginnt. Bei dem Versuch, seine Frau Dorothy zurückzugewinnen, schaut er ihr in die Augen und sagt: „Du machst mich komplett.“ Es ist eine herzerwärmende Botschaft, die einen Mythos aus der griechischen Philosophie wiedergibt. Dem Mythos zufolge ist jeder von uns eine „Hälfte“, die ihre „andere Hälfte“ finden muss, um komplett zu werden.

Keine Rache üben

Der Landwirt klettert in seinen Traktor und beginnt mit der morgendlichen Inspektion des Ernteguts. Als er den äußersten Rand des Grundstücks erreicht, beginnt sein Blut zu kochen. Jemand hatte die Abgeschiedenheit der Farm genutzt, um seinen Müll illegal abzuladen – schon wieder.

Größe in Demut

Cuthbert ist eine sehr beliebte Figur in Nordengland. Verantwortlich für die Evangelisierung eines Großteils der Gegend im siebten Jahrhundert, beriet Cuthbert Monarchen und beeinflusste Staatsangelegenheiten; und nach seinem Tod wurde die Stadt Durham ihm zu Ehren erbaut. Aber Cuthberts Vermächtnis ist nicht nur in dieser Hinsicht groß.

Neid überwinden

In dem Film Amadeus spielt der alternde Komponist Antonio Salieri auf seinem Klavier für einen Priester, der ihn besucht. Der beschämte Priester gibt zu, dass er die Melodien nicht erkennt. „Was ist mit diesem hier?“, fragt Salieri und spielt eine bekannte Melodie. „Ich wusste gar nicht, dass Sie dieses Stück geschrieben haben“, sagt der Priester. „Das habe ich auch nicht“, antwortet Salieri. „Das war Mozart!“ Die Zuschauer bemerkten, dass Mozarts Erfolg bei Salieri einen tiefen Neid hervorgerufen hat. Es kamen sogar Gerüchte auf, Salieri habe eine Rolle bei Mozarts Tod gespielt.

Zuversichtliche Gebete

Nachdem Richard und Susanne jahrelang versucht hatten, ein Kind zu bekommen, waren sie überglücklich, als Susanne schwanger wurde. Ihre gesundheitlichen Probleme stellten jedoch ein Risiko für das Baby dar, und so lag Richard jede Nacht wach und betete für seine Frau und sein Kind. Eines Nachts hatte Richard das Gefühl, dass er nicht so viel beten musste, da Gott ihm versprach, sich um die Dinge zu kümmern. Eine Woche später erlitt Susanne eine Fehlgeburt. Richard war am Boden zerstört. Er fragte sich: Hatten sie das Baby verloren, weil er nicht genug gebetet hatte?

Kinder Gottes

Ich habe einmal auf einer säkularen Konferenz für kinderlose Paare gesprochen. Mit gebrochenem Herzen über ihre Unfruchtbarkeit verzweifelten viele Teilnehmer an ihrer Zukunft. Da ich auch den Weg der Kinderlosigkeit gegangen war, versuchte ich, sie zu ermutigen. „Man kann eine bedeutungsvolle Identität haben, ohne Eltern zu werden“, sagte ich. „Ich glaube, dass Sie herrlich und ausgezeichnet gemacht sind, und dass es für Sie eine andere Bestimmung gibt.“

Unser wahres Selbst

In einem alten Fotoalbum finde ich das Bild eines kleinen Jungen. Er hat ein rundes Gesicht, Sommersprossen und glatte hellblonde Haare. Er liebt Zeichentrickfilme, hasst Avocados und besitzt nur eine Schallplatte und zwar von der schwedischen Popband ABBA. In diesem Album entdecke ich auch das Bild eines Teenagers. Sein Gesicht ist lang, nicht rund. Sein Haar ist gewellt, nicht glatt. Er hat keine Sommersprossen, mag Avocados, schaut gerne Kinofilme und würde niemals zugeben, dass er eine Platte von ABBA besitzt! Der Junge und der Teenager sind eine Person. Laut der Wissenschaft haben sie unterschiedliche Haut, Zähne, Blut und Knochen. Und doch sind sie beide ich. Dieses Paradoxon überraschte die Philosophen. Wer sind wir denn nun wirklich, da wir uns doch im Laufe unseres Lebens verändern?

Schuld und Vergebung

In seinem Buch Human Universals (Menschliche Universalien) beschreibt der Anthropologe Donald Brown mehr als vierhundert Verhaltensweisen, die seiner Ansicht nach in der ganzen Menschheit verbreitet sind. Diese beinhalten Dinge wie Spielzeug, Witze, Tänze und Sprüche, die Vorsicht vor Schlangen und das Binden von Dingen mit Schnüren. Ebenso glaubt er, dass es in allen Kulturen Konzepte von richtig und falsch gibt, in denen Großzügigkeit gelobt wird, Versprechen geschätzt werden und Dinge wie Gemeinheit und Mord als falsch verstanden werden. Wir alle haben ein Gewissen, wo auch immer wir herkommen.

Die Natur wahrnehmen

Mein Freund Mark und ich besuchten vor kurzem einen meiner Lieblingswanderplätze. Wir stiegen einen windgepeitschten Hügel hinauf, überquerten ein Feld mit Wildblumen bis hin zu einem Wald aus hoch aufragenden Kiefern und stiegen dann in ein Tal hinab, wo wir einen Moment innehielten. Wolken schwebten sanft über uns. In der Nähe plätscherte ein Bach. Wir hörten die Vögel singen. Mark und ich standen fünfzehn Minuten lang schweigend da und nahmen alles in uns auf.

Milch kommt zuerst

Im siebten Jahrhundert befanden sich im Vereinigten Königreich viele Königreiche oft im Krieg. Als ein König, Oswald von Northumberland, zum Glauben an Jesus kam, rief er nach einem Missionar, der das Evangelium in seine Region bringen sollte. Ein Mann namens Corman wurde entsandt, aber die Dinge liefen nicht gut. Er empfand die Engländer als „störrisch“, „barbarisch“ und uninteressiert an seinen Predigten, also kehrte er frustriert nach Hause zurück.

Schwierige Menschen

Lucy Worsley ist eine britische Historikerin und Fernsehmoderatorin. Wie die meisten Menschen in der Öffentlichkeit erhält sie manchmal unangenehme Post – in ihrem Fall wegen einer leichten Sprachbehinderung, die ihr R wie ein W klingen lässt. Eine Person hat dies geschrieben: „Lucy, ich will ganz offen sein: Bitte geben Sie sich mehr Mühe, Ihre träge Rede zu korrigieren oder das R aus Ihren Drehbüchern zu entfernen – ich konnte Ihre Fernsehserie nicht durchstehen, weil sie mich so genervt hat. Mit freundlichen Grüßen, Darren.“

Slum Musik

Cateura ist ein kleiner Slum in Paraguay, Südamerika. Seine Bewohner überleben, indem sie Dinge von der Mühlkippe recyceln. Aber aus diesen aussichtslosen Bedingungen ist etwas Schönes entstanden - ein Orchester.

Ängste aushalten

Lothar war als Pastor in eine kleine Stadt gezogen. Nach anfänglichen Erfolgen wandte sich einer der Alteingesessenen gegen ihn. Er warf Lothar unglaubliche Dinge vor und ging mit der Geschichte sogar zur Zeitung. Er druckte Flugblätter, um sie in die Briefkästen zu verteilen. Lothar und seine Frau begannen intensiv zu beten. Denn, wenn den Lügen geglaubt wurde, würde ihr Leben auf den Kopf gestellt.

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