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Artikel von Kirsten Holmberg

Freude und Weisheit

Jedes Jahr im Frühling überfluten die süß duftenden Kirschblüten Japan in einem exquisiten, leuchtenden Rosa und erfreuen die Sinne von Einheimischen und Touristen gleichermaßen. Die Vergänglichkeit der Blüten schärft das Bewusstsein der Japaner, die Schönheit und den Duft zu genießen, solange sie da sind: Die Kürze der Zeit macht das Erlebnis umso intensiver. Dieses bewusste Genießen von etwas, das sich schnell verändern wird, nennen sie „mono-no-aware“.

Lobende Wiesen

Mit meiner Schwiegermutter habe ich oft darüber gescherzt, dass sie mit ihren Hunden sprechen kann. Sie antwortet auf ihr Bellen mit liebevollem Verständnis. Vielleicht können sie und Hundebesitzer auf der ganzen Welt jetzt auch das Lachen ihrer Vierbeiner hören. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben herausgefunden, dass viele Tiere, darunter Hunde, Kühe, Füchse, Robben und Wellensittiche, „stimmliche Spielsignale“ haben, die auch als Lachen bekannt sind. Die Identifizierung dieser Begleitlaute hilft, das Spielverhalten eines Tieres von dem zu unterscheiden, was für einen menschlichen Beobachter wie ein Kampf aussehen könnte.

Reden mit Gottes Hilfe

Normalerweise würde man Schmetterlinge nicht als laute Lebewesen bezeichnen, schließlich ist der Flügelschlag eines einzelnen Monarchfalters lautlos. Aber im mexikanischen Regenwald, wo viele Monarchfalter ihr kurzes Leben beginnen, ist ihr kollektiver Flügelschlag erstaunlich laut. Wenn Millionen von ihnen gleichzeitig mit ihren Flügeln schlagen, klingt das wie ein rauschender Wasserfall.

Der Vorteil der Demut

Wie viele andere Lehrer widmet Carrie ihrem Beruf unzählige Stunden, oft bis spät in den Abend hinein, um Arbeiten zu korrigieren und mit Schülern und Eltern zu kommunizieren. Dabei ist sie auf den Zusammenhalt und die praktische Hilfe ihrer Kollegen angewiesen, die ihr die anspruchsvolle Arbeit erleichtern. Eine kürzlich durchgeführte Studie unter Pädagogen hat gezeigt, dass der Nutzen der Zusammenarbeit umso größer ist, je demütiger die Kollegen sind. Wenn Kollegen bereit sind, ihre Schwächen zuzugeben, fühlen sich andere sicherer, ihr Wissen zu teilen und damit allen in der Gruppe zu helfen.

Der richtige Fokus

Wir kannten Konrad seit über einem Jahr. Er gehörte zu unserer Kleingruppe in der Kirche, die sich wöchentlich traf, um über das zu sprechen, was wir über Gott gelernt hatten. Eines Abends, während unseres regelmäßigen Treffens, erwähnte er, dass er an den Olympischen Spielen teilgenommen hatte. Die Erwähnung war so beiläufig, dass sie mir fast entgangen wäre. Fast. Und dann erfuhr ich, dass ich einen Olympioniken kannte, der bei den Spielen um die Bronzemedaille gekämpft hatte! Ich konnte mir nicht vorstellen, dass er das nicht schon früher erwähnt hatte, aber für Konrad war seine sportliche Leistung zwar ein Teil seiner Geschichte, aber für seine Identität waren andere Dinge von zentraler Bedeutung: seine Familie, seine Gemeinschaft und sein Glaube.

Die Bedürfnisse anderer erfüllen

Phillips Vater litt an einer schweren psychischen Erkrankung und hatte sein Zuhause verlassen, um auf der Straße zu leben. Nachdem Cyndi und ihr kleiner Sohn Phillip einen Tag lang nach ihm gesucht hatten, machte sich Phillip zu Recht Sorgen um sein Wohlergehen. Er fragte seine Mutter, ob es seinem Vater und den anderen Obdachlosen gut gehe. Daraufhin begannen sie, Decken und Kleidung für die kalte Jahreszeit zu sammeln und an Obdachlose in der Gegend zu verteilen. Seit mehr als einem Jahrzehnt sieht Cyndi dies als ihre Lebensaufgabe an. Sie dankt ihrem Sohn und seinem tiefen Glauben an Gott dafür, dass er sie auf die Not der obdachlosen Menschen aufmerksam gemacht hat.

Wer bin ich?

Als Mitglied des Leitungsteams eines lokalen Werkes war es meine Aufgabe, andere einzuladen, sich uns als Gesprächsgruppenleiter anzuschließen. In meinen Einladungen beschrieb ich das erforderliche zeitliche Engagement und erläuterte, wie die Leiter mit ihren Kleingruppenteilnehmer umgehen sollten, sowohl bei den Treffen als auch in regelmäßigen Telefonaten. Oft zögerte ich, mich den Menschen aufzudrängen, weil ich wusste, dass sie Opfer bringen mussten, um Gruppenleiter zu werden. Und doch hat mich ihre Antwort manchmal völlig überwältigt: „Ich fühle mich geehrt“. Anstatt legitime Gründe für ihre Ablehnung zu nennen, beschrieben sie ihre Dankbarkeit gegenüber Gott für alles, was er in ihrem Leben getan hatte, als Grund für ihre Bereitschaft, etwas zurückzugeben.

Ein unmögliches Geschenk

Ich war begeistert, als ich das perfekte Geschenk für den Geburtstag meiner Schwiegermutter fand: Das Armband enthielt sogar ihre Lieblingsedelsteine! Es ist immer eine große Freude, das perfekte Geschenk für jemanden zu finden. Aber was ist, wenn das Geschenk, das die Person braucht, jenseits unserer Möglichkeiten liegt? Viele von uns wünschen sich, wir könnten jemandem Seelenfrieden, Ruhe oder sogar Geduld schenken. Wenn man das nur kaufen und mit einer Schleife verpacken könnte!

Das Projekt „Red Dress“

Das Projekt „Red Dress“ wurde von der britischen Künstlerin Kirstie Macleod ins Leben gerufen und ist inzwischen in Museen und Galerien auf der ganzen Welt zu sehen. Dreizehn Jahre lang reisten vierundachtzig Stücke tief roter Seide um den Globus, um von mehr als dreihundert Frauen (und einer Handvoll Männern) bestickt zu werden. Die Stücke wurden dann zu einem Kleid zusammengesetzt, das die Geschichten der einzelnen Künstlerinnen und Künstler erzählt.

Anbetungsfeste

Die Teilnahme an einer großen Veranstaltung kann uns auf überraschende Weise verändern. Nachdem sie mit mehr als 1.200 Menschen auf mehrtägigen Veranstaltungen in Großbritannien und anderen Teilen der Welt gesprochen hatten, fanden der Forscher Daniel Yudkin und seine Kollegen heraus, dass große Festivals unseren moralischen Kompass beeinflussen und sogar unsere Bereitschaft, Ressourcen mit anderen zu teilen. Ihre Untersuchungen ergaben, dass 63 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein „transformatives“ Erlebnis auf dem Festival hatten, durch das sie sich der Menschheit verbundener fühlten und großzügiger gegenüber Freunden, Familie und sogar völlig Fremden waren.

Schneeflocken aus Schokolade

Die Einwohner von Olten in der Schweiz wurden von einem Regen aus Schokoladenspänen überrascht, der die ganze Stadt bedeckte. Die Lüftungsanlage einer nahegelegenen Schokoladenfabrik hatte eine Fehlfunktion, die den Kakao in die Luft blies und die ganze Gegend mit der süßen Leckerei bedeckte. Der Schokoladenüberzug klingt wie ein wahr gewordener Traum für Schoko-Liebhaber!

In Gottes Händen

Mit ihrem 18. Geburtstag begann ein neuer Lebensabschnitt für meine Tochter: Als Erwachsene hatte sie nun das Recht, bei zukünftigen Wahlen zu wählen, und würde bald das Leben nach dem Abitur beginnen. Diese Veränderungen machten mir klar: Ich würde nur noch wenig Zeit mit ihr unter meinem Dach haben, um ihr das Wissen zu vermitteln, das sie braucht, um sich der Welt alleine zu stellen – der Umgang mit Finanzen, wie man die Weltgeschehnisse im Auge behält und wie man gute Entscheidungen trifft.

Samen des Glaubens

Im letzten Frühjahr, in der Nacht vor dem Vertikutieren unseres Rasens, hat ein heftiger Windsturm die Samen unseres Ahornbaums auf einen Schlag weggefegt. Als die Vertikutiermaschine den verdichteten Boden aufbrach und Unkraut und Moos aus dem Boden zog, pflanzte sie Hunderte von Ahornsamen in meinen Garten. Nur zwei Wochen später hatte ich die Anfänge eines Ahornwaldes, der durch meinen Rasen wuchs!

Die Schöpfung entdecken

Die Krubera-Woronja im eurasischen Land Georgien ist eine der tiefsten bisher erforschten Höhlen der Erde. Ein Team von Forschern hat die dunklen und beängstigenden Tiefen der größtenteils vertikalen Höhlen bis auf 2.197 Meter erkundet! Ähnliche Höhlen, etwa vierhundert an der Zahl, gibt es auch in anderen Teilen des Landes und auf der ganzen Welt. Ständig werden neue Höhlen entdeckt und neue Tiefenrekorde aufgestellt.

Tiefere Heilung

Am Ostersonntag 2020 wurde die berühmte Christus-Erlöser-Statue über Rio de Janeiro in Brasilien so beleuchtet, dass es aussah, als trage Jesus das Gewand eines Arztes. Diese ergreifende Darstellung von Christus war eine Hommage an die vielen Mitarbeiter/innen des Gesundheitswesens, die an vorderster Front gegen die Corona-Pandemie kämpfen. Die Bilder bringen die bekannte Beschreibung von Jesus als unserem großen Arzt (Markus 2,17) zum Ausdruck.