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Artikel von Kirsten Holmberg

Den Kritiker zum Schweigen bringen

Ich arbeite mit einem Team, um ein jährliches Gemeinschaftsfest zu organisieren. Wir verbrachten elf Monate damit, viele Details herauszuarbeiten, damit das Ereignis ein Erfolg wird. Wir wählten das Datum und den Veranstaltungsort. Wir legten die Eintrittspreise fest. Wir wählten alles, vom Lebensmittellieferanten bis zu den Tontechnikern. Als das Ereignis näher rückte, beantworteten wir Fragen der Öffentlichkeit und gaben Unterstützung. Als alles vorbei war, baten wir um ein Feedback. Einiges war gut, anderes war schwer zu hören. Unser Team hörte Begeisterung von Teilnehmern, aber auch Beschwerden. Negatives Feedback kann entmutigend sein und uns manchmal dazu bringen, aufgeben zu wollen.

Niemand liebt mich

Als ich ein Kind war und mich einsam oder zurückgewiesen fühlte oder Selbstmitleid hatte, versuchte meine Mutter mich manchmal aufzuheitern, indem sie ein beliebtes Liedchen sang: „Niemand liebt mich, jeder hasst mich. Ich denke, ich gehe hinaus und esse Würmer.“ Wenn ein Lächeln auf meinem traurigen Gesicht erschien, half sie mir, die vielen besonderen Beziehungen und Gründe zur Dankbarkeit, die ich wirklich hatte, zu erkennen.

Blickwechsel

Meine Heimatstadt erlebte den härtesten Winter seit dreißig Jahren. Mir taten die Muskeln weh vom stundenlangen Schneeschaufeln. Als ich nach dem scheinbar aussichtslosen Bemühen ins Haus ging und müde die Stiefel von den Füßen zog, wurde ich von den Kindern und einem warmen Feuer begrüßt. Und als ich aus der Geborgenheit der Stube aus dem Fenster sah, änderte sich mein Blick komplett. Statt noch mehr Arbeit, sah ich die Schönheit der vereisten Äste und die weiße Decke, die der Schnee auf die farblose Winterlandschaft gelegt hatte.

Der Grund zum Singen

Als ich dreizehn Jahre alt war, forderte meine Schule von uns Studenten, vier praktische Kurse zu belegen, einschließlich Hauswirtschaft, Kunst, Chor und Holzarbeit. An meinem ersten Tag im Chor rief die Lehrerin jeden Schüler einzeln zum Klavier, um ihre Stimmen zu hören und sie nach ihrem Stimmumfang im Raum aufzustellen. Als ich dran war, sang ich die Noten, die sie spielte, mehrfach, wurde aber keinem Teil im Raum zugeordnet. Stattdessen, nach mehrfachen Versuchen, schickte sie mich ins Büro, damit man für mich eine andere Klasse fand. Von diesem Moment an schien es mir, als könnte ich überhaupt nicht singen und meine Stimme sollte nicht in einem Lied gehört werden.

Was wir hören wollen

Als Menschen suchen wir gewöhnlich Informationen, die unsere Meinung bestärken. Forschungen haben gezeigt, dass wir tatsächlich doppelt so häufig nach Informationen suchen, die unsere Position unterstreichen. Wenn wir von unserem eigenen Denken derart überzeugt sind, vermeiden wir, dieses Denken durch gegensätzliche Meinungen herauszufordern.

Glaube mit vier Buchstaben

Mit einer Tendenz zum Pessimismus komme ich schnell zu negativen Schlussfolgerungen, wie sich Situationen in meinem Leben darstellen werden. Werden Bemühungen eines Arbeitsprojekts behindert, bin ich schnell davon überzeugt, dass auch kein weiteres Projekt erfolgreich sein wird—selbst wenn es völlig zusammenhanglos ist—ich werde nie fähig sein, meine Zehen bequem zu berühren. Und, wehe mir, ich bin eine schreckliche Mutter, die nichts richtigmachen kann. Niederlage in einem Bereich, wirkt sich auf meine Gefühle in vielen anderen Bereichen aus.

Direkte Anweisungen

Mein zweites Kind wollte unbedingt in einem „Bett für große Mädchen“ im Zimmer ihrer Schwester schlafen. Jeden Abend deckte ich Britta zu und gab konkrete Anweisung, im Bett zu bleiben. Ich warnte sie, dass sie zurück ins Gitterbett müsse, wenn sie nicht gehorchte. Nacht für Nacht, fand ich sie im Flur und musste meinen entmutigten Liebling zurück ins Gitterbett bringen. Jahre später erfuhr ich, dass ihre eigentlich süße ältere Schwester nicht begeistert davon war, eine Zimmergenossin zu haben und wiederholt Britta gesagt hätte, dass sie mich hätte rufen hören. Britta hörte auf die Worte ihrer Schwester, suchte nach mir und landete so wieder in ihrem Gitterbett.

Gnade vor Recht

Als meine Kinder mal wieder stritten und zu mir kamen, um einander anzuschwärzen, nahm ich sie einzeln zur Seite und hörte mir an, was sie zu sagen hatten. Da beide Schuld hatten, fragte ich sie beide am Ende des Gesprächs, welche Konsequenzen das Verhalten des anderen ihrer Meinung nach verdient hätte. Beide sprachen sich für eine umgehende Bestrafung aus. Zu ihrer Überraschung gab ich jedem die Strafe, die es für den anderen verlangt hatte. Plötzlich jammerten sie beide, wie „unfair“ die Bestrafung sei—jetzt, wo sie sie selbst getroffen hatte—obwohl sie sie für den anderen als absolut gerechtfertigt gehalten hatten!

Vorkommando

Eine Bekannte stand kurz vor dem Umzug in eine über 1500 Kilometer entfernte Stadt. Weil es terminlich ziemlich eng war, teilte sie sich die Aufgaben mit ihrem Mann. Er kümmerte sich um eine neue Wohnung und alles Drumherum, sie sorgte für das Packen. Ich staunte, wie gelassen sie mit diesem Arrangement umging und fragte sie, wie sie das schaffe. Es sei nicht einfach, sagte sie, aber sie habe im Lauf der Jahre gelernt, ihrem Mann zu vertrauen. Er kenne ihre Bedürfnisse und Vorlieben und nehme sie ernst.

Was steckt darin?

„Willst du sehen, was darin ist?“, fragte meine Freundin. Ich hatte ihr soeben ein Kompliment für die antike Flickenpuppe ausgesprochen, die ihre Tochter in ihren kleinen Armen hielt. Sofort wurde ich neugierig und antwortete, ja, ich würde sehr gerne sehen, was darin ist. Sie drehte die Puppe um und öffnete einen versteckten Reißverschluss, der auf dem Rücken eingenäht war. Aus dem Stoffkörper zog Emily vorsichtig einen Schatz: die Flickenpuppe, die sie während der Jahre ihrer Kindheit zwei Jahrzehnte zuvor geliebt und gehalten hatte. Die „äußere“ Puppe war lediglich eine Hülle, die ohne das innere Herzstück keine Kraft oder keinen Halt gehabt hätte.

Noch einmal beginnen

Wenn Ende Dezember die Weihnachtsfestlichkeiten beendet sind, wenden sich meine Gedanken oft dem kommenden Jahr zu. Während die Kinder Ferien haben und unser täglicher Rhythmus langsam ist, reflektiere ich, was mir das letzte Jahr gebracht hat und wohin mich hoffentlich das nächste Jahr bringen wird. Dieses Reflektieren bringt manchmal Schmerz und Bedauern über die von mir gemachten Fehler mit sich. Aber die Aussicht, ein neues Jahr zu beginnen, füllt mich mit Hoffnung und Erwartung. Ich fühle mich so, als hätte ich wieder die Möglichkeit, mit einem frischen Start zu beginnen, egal, was das letzte Jahr gebracht hatte.

Rührei mit Speck

In der Fabel vom Huhn und dem Schwein beschließen die beiden Tiere, ein Restaurant zu eröffnen. Beim Planen der Speisekarte schlägt das Huhn vor, Rührei mit Speck anzubieten. Das gefällt dem Schwein gar nicht und es wendet ein: „Nein, danke. Da wäre ich ja direkt betroffen, und du bist nur beteiligt.“

Besser verstehen

Nachdem wir unseren Adoptivsohn vom Ausland zu uns geholt hatten, überschüttete ich ihn mit Liebe und versuchte ihm alles zu geben, was ihm in der Vergangenheit gefehlt hatte, vor allem gute Nahrung, da er unterernährt war. Trotzdem wuchs er kaum. Nach knapp drei Jahren erfuhren wir, dass er einige starke Nahrungsmittelunverträglichkeiten hatte. Nachdem wir sie wegließen, legte er in wenigen Monate über zehn Zentimeter zu. Ich machte mir Vorwürfe, hatte ich doch in bester Absicht gehandelt. Aber ich freute mich auch über seine Fortschritte!

Das schönste Geschenk

Mein Mann hatte vor kurzem einen runden Geburtstag, einen mit einer Null am Ende. Ich überlegte hin und her, wie wir dieses wichtige Ereignis gebührend feiern konnten. Gemeinsam mit den Kindern diskutierte ich, welche Idee wir verwirklichen wollten. Die Feier sollte zum Ausdruck bringen, dass nun ein neues Jahrzehnt begann, und auch, wie sehr wir alle ihn schätzen und lieben. Unser Geschenk sollte der Bedeutung dieses wichtigen Meilensteins in seinem Leben entsprechen.

Viel besser

Ich habe einen Tag nach meiner Mutters Geburtstag. Früher fiel es mir schwer, ihr etwas zu schenken, das ihr gefiel und ich mir leisten konnte. Sie nahm mein Geschenk immer voll Freude an, und am nächsten Tag, meinem Geburtstag, erhielt ich mein Geschenk von ihr. Und jedes Mal übertraf es meins bei weitem. Dabei hatte sie nicht die Absicht, mein Geschenk herabzuwürdigen. Sie schenkte einfach entsprechend ihren Möglichkeiten, und da hatte sie schlichtweg mehr Spielraum als ich.