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Artikel von Kirsten Holmberg

Vor Gott verstecken

Ich schloss die Augen und begann laut zu zählen. Meine Mitschüler rannten aus dem Raum, um ein Versteck zu finden. Nachdem ich alle bis auf meine beste Freundin gefunden hatte, suchte ich nochmal jeden Raum und jedes Versteck ab. Ich kam mir lächerlich vor, als sie schließlich hinter einer von der Decke hängenden Blume hervorsprang. Nur der Kopf war von der Pflanze verdeckt worden – der Rest ihres Körpers war die ganze Zeit deutlich zu sehen gewesen!

Nahegekommen

Im Zuge der Covid-19 Pandemie erforderte das Öffnen meines Bankschließfachs noch mehr Vorschriften als zuvor. Jetzt musste ich einen Termin vereinbaren, bei meiner Ankunft anrufen, um Einlass in die Bank zu erhalten, meinen Ausweis und meine Unterschrift vorzeigen und dann darauf warten, von einem bestimmten Bankangestellten in den Tresorraum geführt zu werden. Drinnen angekommen, schlossen sich die schweren Türen wieder, bis ich in der Metallbox gefunden hatte, was ich brauchte. Hätte ich die Anweisungen nicht befolgt, hätte ich nicht eintreten können.

Virtuell verbunden

Als das neuartige Coronavirus über den Globus marschierte, rieten Gesundheitsexperten zu mehr räumlichem Abstand zwischen den Menschen, um die Ausbreitung zu verlangsamen. Viele Länder forderten ihre Bürger auf, sich selbst in Quarantäne zu begeben. Organisationen schickten Mitarbeiter nach Hause, um per Remote-Arbeit zu arbeiten, während andere einen finanziell schwächenden Verlust der Beschäftigung erlitten. Wie andere nahm ich an Kirchen- und Kleingruppentreffen über digitale Plattformen teil. Als Welt praktizierten wir neue Formen des Miteinanders, obwohl wir physisch nicht verbunden waren.

Ich will hierbleiben!

Stefan riss sich von seiner Mutter los und rannte zurück zur Kirche. Er wollte nicht ins Auto! Seine Mutter eilte hinter ihm her und versuchte ihn zu erwischen, damit sie heimfahren konnten. Als sie den Vierjährigen schließlich fest umklammert hielt, schluchzte er und schaute über die Schulter zur Kirche zurück.

Lass die Glocke läuten

Nach einer langen Serie von über 30 Bestrahlungen galt Darla endlich als krebsfrei. Im Krankenhaus war es Tradition, am Ende der Behandlung an der „Krebsfrei“-Glocke zu läuten und so die Freude über die neu gewonnene Gesundheit zu bekunden. In ihrem Enthusiasmus zog Darla so heftig, dass die Schnur zerriss und sie die Glocke in der Hand hielt. Das Gelächter war groß.

Jugendlicher Glaube

Die Teenagerjahre gehören oft zu den leidvollsten Zeiten im Leben – sowohl für die Eltern als auch für den Teenager. In meinem jugendlichen Bestreben, von meiner Mutter unabhängig zu sein, lehnte ich ihre Werte offen ab und rebellierte gegen ihre Regeln. In meinen Augen waren sie nur dazu da, mich unglücklich zu machen. Diese Zeit in unserer Beziehung war von Spannungen geprägt. Mutter beklagte sich über meine Weigerung, ihre sinnvollen Anweisungen zu beherzigen, da sie wusste, dass sie mir unnötige emotionale und körperliche Schmerzen ersparen würden.

Die große Geschichte der Bibel

Als Carsten die Kiste mit den gekauften Glasmalereistücken öffnete, fand er nicht die Fragmente, die er für ein Projekt bestellt hatte, sondern intakte, ganze Fenster. Er recherchierte die Herkunft der Fenster und fand heraus, dass sie aus einer Kirche entfernt worden waren, um sie vor den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg zu schützen. Carsten bewunderte die Qualität der Arbeit und wie die „Fragmente“ ein schönes Gesamtbild ergaben.

Gnädig zu anderen sein

Unser Sohn verbrachte die ersten Jahre seines Lebens in einem Kinderheim, bevor wir ihn adoptierten. Als wir mit ihm nach Hause gehen wollten, baten wir darum, seine Habseligkeiten mitzunehmen. Traurigerweise hatte er keine. Wir tauschten die Kleidung, die er trug, gegen die neuen Sachen, die wir für ihn mitgebracht hatten, und ließen auch einige Kleidungsstücke für die anderen Kinder zurück. Obwohl ich betrübt darüber war, wie wenig er hatte, freute ich mich, dass wir nun helfen konnten, seine physischen und emotionalen Bedürfnisse zu erfüllen.

Das „Was“ in unserem Zeugnis

Daniel kam zu mir, um sich Rat zu holen, wie er mit seiner Angst vor öffentlichen Auftritten umgehen sollte. Wie so viele andere auch, begann sein Herz zu rasen, sein Mund fühlte sich trocken an und sein Gesicht wurde knallrot. Glossophobie gehört zu den häufigsten auftretenden sozialen Ängsten, die Menschen haben – viele witzeln sogar, dass sie eine größere Angst vor dem öffentlichen Reden hätten als vor dem Sterben! Um Daniel zu helfen, seine Angst zu überwinden, schlug ich ihm vor, sich auf den Inhalt seiner Botschaft zu konzentrieren, anstatt darauf, wie gut er sie vortragen würde.

Hin zu geistlicher Reife

In einer kürzlich durchgeführten Umfrage wurden die Befragten gebeten, das Alter zu nennen, in dem sie ihrer Meinung nach erwachsen geworden sind. Diejenigen, die sich selbst für erwachsen hielten, wiesen auf bestimmte Verhaltensweisen als Beweis für ihren Status hin. Ein Budget zu haben und ein Haus zu kaufen stand ganz oben auf der Liste als Zeichen des „Erwachsenwerdens“. Andere Aktivitäten für Erwachsene reichten vom wöchentlichen Kochen des Abendessens und der Vereinbarung eigener Arzttermine bis hin zu der humorvolleren Fähigkeit, sich für Snacks zum Abendessen zu entscheiden oder sich darauf zu freuen, an einem Samstagabend zu Hause zu bleiben, anstatt auszugehen.

Gebrochenes Licht

Auf einer Wanderung hoch oben in den Bergen fand sich Adrian über einigen tiefhängenden Wolken wieder. Als die Sonne hinter ihm stand, schaute Adrian nach unten und sah nicht nur seinen Schatten, sondern auch ein brillantes Schauspiel, das als Brockengespenst mit Glorie bekannt ist. Dieses Phänomen ähnelt einem Regenbogen, der den Schatten einer Person umkreist. Das Brockengespenst tritt auf, wenn der Schatten des Beobachters auf eine Nebel- oder Wolken-Schicht fällt. Adrian beschrieb es als einen „magischen“ Moment, der ihn eine tiefe Freude empfinden ließ.

Er jubelt über uns

Ein junger Vater hält seinen kleinen Jungen in den Armen, singt ihm etwas vor und schaukelt ihn im beruhigenden Rhythmus. Das Baby ist hörgeschädigt und kann weder die Melodie noch die Worte hören. Doch der Vater singt trotzdem, in einem zärtlichen Akt der Liebe für seinen Sohn. Und seine Mühen werden mit einem entzückenden Lächeln seines kleinen Jungen belohnt.

Die „Ballast“-Aktivität

Karen, eine Sekundarschullehrerin, entwickelte eine Aktivität, um ihren Schülern beizubringen, wie sie einander besser verstehen können. Während der „Ballast-Aktivität“ schrieben die Kinder einige der emotionalen Gewichte auf, die sie mit sich trugen. Die Notizen wurden anonym ausgetauscht, sodass die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Nöte der anderen erhielten. Dieser Austausch war oft mit einer tränenreichen Reaktion der Altersgenossen verbunden. Das Klassenzimmer ist seither von einem tieferen Gefühl des gegenseitigen Respekts unter den jungen Teenagern erfüllt, die nun ein größeres Mitgefühl für einander haben.

Der Grund für Ruhe

Wenn du länger leben willst, mach Urlaub! Vierzig Jahre nach einer Studie über männliche Führungskräfte mittleren Alters, die jeweils ein Risiko für Herzerkrankungen hatten, haben Forscher in Helsinki, Finnland, ihre Studienteilnehmer erneut untersucht. Die Wissenschaftler entdeckten etwas, was sie bei ihrem ursprünglichen Befund nicht erwartet hatten: Unter denen, die sich Zeit für Urlaub genommen hatten, war die Todesrate niedriger.

Aufsehen

Der schielende Tintenfisch, Histiotheutis heteropsis, lebt in den Tiefen des Meeres, in die kaum ein Sonnenstrahl dringt. Seinen Spitznamen hat er, weil er zwei ganz unterschiedliche Augen hat. Das linke entwickelt sich schneller als das rechte – bis es schließlich fast doppelt so groß ist. Forscher meinen, dass er das rechte – kleinere – Auge benutzt, um nach unten in die dunklen Tiefen zu schauen. Mit dem größeren, linken Auge schaut er nach oben zur Sonne.

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