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Artikel von Marvin Williams

Bleibt wach!

Ein deutscher Bankangestellter war gerade dabei 62,40 Euro vom Konto eines Kunden zu überweisen, als er übermüdet an seinem Schreibtisch einschlief. Währenddessen lag sein Finger auf der „2“-Taste, was zu einer Überweisung von 222 Millionen Euro auf das Konto des Kunden führte. Zu den Folgen des Fehlers gehörte die Entlassung des Vorgesetzten, der die Überweisung überprüft hatte. Weil er nicht aufpasste, wurde der Ausrutscher des schläfrigen Mitarbeiters fast zu einem Albtraum für die Bank. Nur durch den Alarm eines Bankcomputers wurde der Fehler erkannt und konnte so noch verhindert werden.

Gottes Kompass

Während des Zweiten Weltkriegs diente Waldemar Semenov als junger Ingenieur an Bord der SS Alcoa Guide, als ein deutsches U-Boot auftauchte und das Feuer auf das Schiff eröffnete. Das Schiff wurde getroffen, fing Feuer und begann zu sinken. Semenov und seine Crew ließen ein Rettungsboot zu Wasser und nutzten den Kompass des Schiffes, um in Richtung der Schifffahrtswege zu segeln. Nach drei Tagen entdeckte ein Patrouillenflugzeug ihr Rettungsboot. Dank des Kompasses konnten Semenov und 26 weitere Besatzungsmitglieder gerettet werden.

Der perfekte Name

An einem heißen und schwülen Tag im August brachte meine Frau unseren zweiten Sohn zur Welt. Aber er blieb namenlos, da es uns schwerfiel, einen Vornamen auszusuchen. Nachdem wir viel Zeit in Eisdielen und auf langen Autofahrten gemeinsam verbracht hatten, konnten wir uns immer noch nicht entscheiden. Er war drei Tage lang einfach „Baby Williams“, bevor er schließlich Micha genannt wurde.

Er füllt, was leer ist

Der Psychologin fiel sofort auf, dass die Fünfzehnjährige etwas verbarg – sie trug ein langärmeliges T-Shirt, das sie bis halb über die Hand gezogen hatte, wie es Menschen tun, die sich selbst verletzen. Als sie die Ärmel zurückzog, entdeckte sie zu ihrer Überraschung, dass auf dem Unterarm mit einer Rasierklinge das Wort „leer“ eingeritzt war. Die Therapeutin war traurig, aber auch froh, dass der Teenager bereit gewesen war, Hilfe zu suchen.

Freude am Sinnlosen

2010 führte James Ward, bekannt für seinen Blog „Ich mag langweilige Sachen“, die erste „Langeweile-Konferenz“ durch. Dabei geht es einen Tag lang um das Banale, Normale, oft Übersehene. In der Vergangenheit waren das Themen wie das Niesen, das Rattern von Verkaufsautomaten und Tintendrucker aus dem Jahr 1999. Ward weiß, dass die Themen langweilig klingen. Aber die meisten Redner schaffen es, zu einer banalen Sache einen interessanten, sinnvollen und oftmals lustigen Vortrag zu halten.

Das Einmaleins des Lebens

Nach dem plötzlichen Tod meiner Mutter wollte ich gern mit dem Bloggen beginnen. Ich wollte Beiträge schreiben, die Menschen dazu inspirieren, ihre Zeit auf der Erde zu nutzen, um bedeutende Lebensmomente zu schaffen. Also wandte ich mich an einen Anfängerleitfaden zum Bloggen. Ich lernte, welche Plattform ich verwenden sollte, wie man Titel auswählt und wie man überzeugende Beiträge verfasst. Und im Jahr 2016 wurde mein erster Blogbeitrag geboren.

Ein großer Liebesakt

In Oregon Malheur National Forest breitet sich ein Pilz, der im Volksmund als der Honigpilz bekannt ist, durch Baumwurzeln über 2.200 Hektar aus, was ihn zum größten lebenden Organismus macht, der jemals gefunden wurde. Seit mehr als zwei Jahrtausenden spinnt er seine schwarzen Fäden durch den Wald und tötet dadurch die Bäume. Seine „rhizomorphen“ Fäden graben sich bis zu drei Meter tief in den Boden. Und obwohl der Organismus unglaublich groß ist, begann er mit einer einzigen mikroskopischen Spore!

Hoffnungsvolle Erwartung

Im Film Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft läuft einem Universitätsprofessor ein streunender Hund zu, ein Akita-Welpe. Die beiden werden gute Freunde. Jeden Abend wartet der Hund am Bahnhof auf die Heimkehr seines Herrchens. Eines Tages stirbt der Professor während der Arbeit an Herzversagen und kommt nicht mehr zurück. Der Hund wartet stundenlang und läuft zehn Jahre lang jeden Abend zum Bahnhof.

Gottes Führung

Als ihre Bank versehentlich knapp 100.000 Pfund auf ihrem Konto gutschrieb, begab sich ein Paar auf einen Einkaufsbummel. Sie kauften einen Geländewagen, ein Wohnmobil und zwei Vierradfahrzeuge und beglichen ihre Rechnungen. Als die Bank den Einzahlungsfehler entdeckte, forderte sie das Paar auf, das Geld zurückzugeben. Leider hatten die Eheleute das Geld bereits ausgegeben. Sie wurden dann wegen schweren Diebstahls angeklagt. Als das Ehepaar beim Amtsgericht eintraf, sagte der Ehemann zu einem Reporter: „Wir haben einen schlechten Rechtsbeistand in Anspruch genommen.“ Die beiden lernten, dass das Befolgen schlechter Ratschläge (und das Ausgeben von Geld, das ihnen nicht gehörte) dazu führen könnte, ihr Leben zu verpfuschen.

Süße Sache

Russische Hochzeitsbräuche sind reich an Bedeutung und Symbolik. Einer dieser Bräuche findet während des Hochzeitsempfangs statt. Der Moderator spricht einen Toast auf das Brautpaar aus und alle trinken einen Schluck, erheben die Gläser und rufen: „Gorko! Gorko!“ („Bitter“). Bei jedem „Gorko“-Ruf müssen die Brautleute aufstehen und sich küssen, um das Getränk wieder süß zu machen.

Er wird uns nicht loslassen

Julio fuhr mit dem Fahrrad über eine viel befahrene Brücke – als er in eine Situation auf Leben und Tod geriet. Ein Mann stand auf einem Felsvorsprung über dem Fluss und bereitete sich darauf vor, zu springen. Da Julio wusste, dass die Polizei nicht rechtzeitig kommen würde, handelte er schnell. Er erinnert sich, dass er von seinem Fahrrad stieg und die Arme ausstreckte und etwas sagte wie „Tu das nicht. Wir lieben dich.“ Dann packte er wie ein Schäfer mit einem Krummstab den verzweifelten Mann und brachte ihn mit Hilfe eines anderen Passanten in Sicherheit. Berichten zufolge wollte Julio den Mann nicht mehr loslassen, auch nicht, nachdem er in Sicherheit war.

Einzigartig

Der Mensch ist nichts Besonderes — findet zumindest der Londoner Zoo. Im Jahr 2005 eröffnete er eine viertägige Ausstellung: „Menschen in ihrer natürlichen Umgebung.“ Die menschlichen „Exponate“ waren in einem Online-Wettbewerb ausgewählt worden. Als Verständnishilfe hatte der Zoo eine Tafel aufgestellt, auf der man Einzelheiten über Ernährung, Wohnraum und Bedrohungen nachlesen konnte. Ziel der Ausstellung, so ein offizieller Sprecher, war es, die Einzigartigkeit des Menschen herunterzuspielen. Ein Besucher schien zuzustimmen, als er sagte: „Wenn man die Menschen hier wie Tiere sieht, hilft das zu verstehen, dass wir wirklich nichts Besonderes sind.“

Auf Nimmerwiedersehen

Seit dem Jahr 2006 feiert eine Gruppe Menschen ein ungewöhnliches Ereignis zu Silvester. Es nennt sich „Good Riddance Day“ — Der Tag des Nimmerwiedersehens. Basierend auf einer lateinamerikanischen Tradition schreiben Personen unangenehme, peinliche Erinnerungen, schlechte Erfahrungen oder Dinge des vergangenen Jahres auf und werfen sie in einen industriellen Aktenvernichter. Manche gehen mit einem Vorschlaghammer an das Ding, das sie nie wiedersehen wollen.

Er trug unsere Lasten

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Betriebskostenrechnungen überraschend hoch sein können. Aber der Amerikaner Kieran Healy erhielt eine Wasserrechnung, die das Herz zum Stoppen bringt. Die Rechnung besagte, dass er 100 Millionen Dollar schuldet! Überzeugt davon, dass er nicht so viel Wasser im Vormonat verbraucht hatte, fragte er scherzend an, ob er die Rechnung in Raten begleichen könne.

Hilferuf

Nach fünf Toten und einundfünfzig Verletzten im Jahr 2016 lancierte die Stadt New York eine Kampagne zum Verhalten bei Liftunfällen. Die schlimmsten Fälle waren immer jene, wo Menschen versucht hatten, sich selbst zu retten. Am besten ist es, so die Behörden: „Alarm auszulösen, ruhig zu bleiben und zu warten.“ Die New Yorker Baubehörde ist verpflichtet, sofort zu reagieren, um Menschen vor Schaden zu bewahren und aus ihrer prekären Lage zu befreien.

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