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Artikel von Marvin Williams

Einzigartig

Der Mensch ist nichts Besonderes — findet zumindest der Londoner Zoo. Im Jahr 2005 eröffnete er eine viertägige Ausstellung: „Menschen in ihrer natürlichen Umgebung.“ Die menschlichen „Exponate“ waren in einem Online-Wettbewerb ausgewählt worden. Als Verständnishilfe hatte der Zoo eine Tafel aufgestellt, auf der man Einzelheiten über Ernährung, Wohnraum und Bedrohungen nachlesen konnte. Ziel der Ausstellung, so ein offizieller Sprecher, war es, die Einzigartigkeit des Menschen herunterzuspielen. Ein Besucher schien zuzustimmen, als er sagte: „Wenn man die Menschen hier wie Tiere sieht, hilft das zu verstehen, dass wir wirklich nichts Besonderes sind.“

Auf Nimmerwiedersehen

Seit dem Jahr 2006 feiert eine Gruppe Menschen ein ungewöhnliches Ereignis zu Silvester. Es nennt sich „Good Riddance Day“ — Der Tag des Nimmerwiedersehens. Basierend auf einer lateinamerikanischen Tradition schreiben Personen unangenehme, peinliche Erinnerungen, schlechte Erfahrungen oder Dinge des vergangenen Jahres auf und werfen sie in einen industriellen Aktenvernichter. Manche gehen mit einem Vorschlaghammer an das Ding, das sie nie wiedersehen wollen.

Er trug unsere Lasten

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Betriebskostenrechnungen überraschend hoch sein können. Aber der Amerikaner Kieran Healy erhielt eine Wasserrechnung, die das Herz zum Stoppen bringt. Die Rechnung besagte, dass er 100 Millionen Dollar schuldet! Überzeugt davon, dass er nicht so viel Wasser im Vormonat verbraucht hatte, fragte er scherzend an, ob er die Rechnung in Raten begleichen könne.

Hilferuf

Nach fünf Toten und einundfünfzig Verletzten im Jahr 2016 lancierte die Stadt New York eine Kampagne zum Verhalten bei Liftunfällen. Die schlimmsten Fälle waren immer jene, wo Menschen versucht hatten, sich selbst zu retten. Am besten ist es, so die Behörden: „Alarm auszulösen, ruhig zu bleiben und zu warten.“ Die New Yorker Baubehörde ist verpflichtet, sofort zu reagieren, um Menschen vor Schaden zu bewahren und aus ihrer prekären Lage zu befreien.

Linderung durch die Veranda

An einem besonders heißen Tag wollte der achtjährige Carmine McDaniel sichergehen, dass der Postbote der Nachbarschaft nicht dehydrierte. So ließ er auf der Verandatreppe eine Kühltasche mit einem Sportgetränk und Wasserflaschen stehen. Die Sicherheitskamera der Familie zeichnete die Reaktion des Postboten auf: „Oh, Mann, Wasser und Gatorade. Danke, Gott; danke!“

Durch die Kraft des Geistes

Was tust du, wenn dir ein Berg im Wege steht? Die Geschichte von Dashrath Manjhi kann uns inspirieren. Als seine Frau starb, weil er es nicht schaffte, sie ins Krankenhaus zu bringen, damit sie die nötige medizinische Hilfe bekam, tat Manjhi was unmöglich erschien. Er verbrachte zweiundzwanzig Jahre, um ein riesiges Loch in einen Berg zu meißeln, damit andere Dorfbewohner das Krankenhaus erreichen konnten, um die medizinische Versorgung zu bekommen, die sie brauchten. Vor seinem Tod, feierte ihn die indische Regierung für seine Leistung.

Ein neuer Name

Mark Labberton schreibt in einem Artikel über Leiterschaft, welche Bedeutung Namen haben können: „Ich kann mich noch daran erinnern, wie ein musikalischer Freund mich einmal ‚Musiker‘ nannte. So hatte mich noch niemand bezeichnet. Ich spielte eigentlich kein Instrument und war kein Solosänger. Und trotzdem fühlte ich mich sofort erkannt und geliebt . . . Er hatte etwas zutiefst Wahres über mich bemerkt und ausgesprochen.“

Bleib dran

Eine meiner liebsten Fernsehsendungen ist The Amazing Race. Es handelt sich um eine Realityshow, in der zehn Paare in ein fremdes Land geschickt werden, wo sie mit Zug, Bus, Taxi, Rad oder zu Fuß von einem Punkt zum anderen rennen müssen, wo sie dann Anweisungen für die nächste Aufgabe finden. Ziel ist, dass ein Paar vor allen anderen an den festgesetzten Zielpunkt kommt. Der Preis beträgt eine Million Dollar.

Zusammenwirken

Meine Frau kocht einen fantastischen Gulaschtopf. Sie nimmt rohes Fleisch, schneidet Kartoffeln und Süßkartoffeln, Sellerie, Champignons, Möhren und Zwiebeln in Scheiben und wirft alles zusammen in den Schongarer. Sechs oder sieben Stunden später schwebt ein köstlicher Duft durchs Haus und der erste Bissen ist eine Wonne. Es ist immer zu meinem Vorteil, wenn ich warte, bis die Zutaten im Garer zusammenwirken und etwas entsteht, was sie einzeln nicht zuwege bringen würden.

In schöner Eintracht

Der Anblick von drei Raubkatzen, die sich aneinander kuscheln und miteinander spielen, ist äußerst ungewöhnlich. Doch genau das kann man in Noahs Arche, einem Tierasyl in Georgia, Tag für Tag beobachten. Ein Löwe, ein bengalischer Tiger und ein Schwarzbär, alle drei völlig verwahrlost und vernachlässigt, konnten 2001 von den Mitarbeitern gerettet werden. „Wir hätten sie trennen können“, sagte der stellvertretende Direktor. „Aber da sie als eine Art Familie kamen, haben wir beschlossen, sie zusammenzulassen.“ In der Zeit der Misshandlungen hatte sich das Trio gegenseitig Trost gegeben und trotz ihrer Unterschiede leben sie friedlich zusammen.

Warnung!

Die folgenden Warnungen konnte man schon auf Verpackungen lesen:

Pforten der Anbetung

W enn man im Internet einige der größten Städte dieser Welt eingibt, findet man dort auch so berühmte Tore wie das Brandenburger Tor in Berlin, das Jaffa-Tor in Jerusalem oder die Tore von Downing Street in London. Ob sie zur Verteidigung oder aus Repräsentationszwecken gebaut wurden, sie alle markieren den Unterschied zwischen einem Außen und Innen bestimmter Stadtbezirke. Manche Tore sind offen; andere sind nur wenigen geöffnet.

Vergleichssucht

Thomas J. DeLong, ein Professor an der Harvard Business School, hat bei seinen Studenten und Kollegen einen beunruhigenden Trend festgestellt—die „Vergleichssucht“. Er schreibt: „Mehr als je zuvor . . . sind Geschäftsleute, Wall Street-Analysten, Anwälte, Ärzte und andere Berufsgruppen davon besessen, ihre Leistungen mit denen anderer zu vergleichen . . . Das ist schlecht für den Einzelnen und schlecht für die Firmen. Wenn man Erfolg mehr an äußeren als an inneren Kriterien misst, verringert man die eigene Zufriedenheit und Hingabe.“

Weiterklettern!

Richard brauchte einen Schubs, und er bekam ihn. Er war mit seinem Freund Kevin beim Klettern. Kevin sicherte das Seil. Aber Richard war inzwischen erschöpft. Er hätte am liebsten aufgegeben und bat Kevin, ihn abzuseilen. Doch Kevin drängte ihn, weiterzumachen. Sie seien jetzt schon viel zu weit oben, um wieder umzukehren. Und so beschloss Richard am Seil zwischen Himmel und Erde, es zu versuchen. Er staunte selbst, als er auf einmal wieder Kontakt mit dem Felsen hatte und weiterklettern konnte. Und das nur, weil sein Freund ihm gut zugeredet hatte.

Der Geist macht frei

Bis vor kurzem hatten viele Städtchen im ländlichen Irland weder Hausnummern noch Postleitzahlen. Wenn es also in einem Ort drei Patrick Murphys gab, dann erhielt der zuletzt zugezogene Murphy seine Post erst, nachdem sie zu den anderen beiden gegangen war, die schon länger dort wohnten. „Meine Nachbarn bekamen die Post zuerst“, berichtet der letzte Patrick. „Sie lasen alles durch und sagten dann: ‚Nein, das ist wohl nicht für uns.‘“ Um diesem Durcheinander ein Ende zu setzen, hat die irische Regierung vor kurzem endlich ein Postleitzahlsystem eingeführt, das dafür sorgt, dass die Post an die richtige Adresse gelangt.

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