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Artikel von Xochitl Dixon

Ich sehe dich

Als Xavier zwei Jahre alt war, raste er in alle Gänge eines kleinen Schuhgeschäfts. Er versteckte sich hinter Türmen aus Schuhboxen und lachte, wenn mein Mann Alan sagte: „Ich sehe dich.“

Wie angekündigt

Während eines Urlaubs buchten mein Mann und ich eine gemütliche Rafting–Tour. Da ich nur Sandalen, ein Strandkleid und einen Hut mit breiter Krempe anhatte, stöhnte ich auf, als wir feststellten, dass der Ausflug—im Gegensatz zu der Anzeige—leichte Stromschnellen enthielt. Glücklicherweise fuhren wir mit einem Paar, das Erfahrung im Wildwasser-Rafting hatte. Sie zeigten meinem Mann die Grundlagen des Paddelns und versprachen, uns sicher zu unserem Ziel zu navigieren. Dankbar für meine Schwimmweste, schrie ich auf und griff nach dem Plastikgriff auf dem Raft, bis wir das matschige Ufer flussabwärts erreicht hatten. Ich ging ans Ufer und schüttete das Wasser aus meiner Handtasche und mein Mann half mir, den Saum meines nassen Kleides auszuwringen. Wir hatten uns gut amüsiert, obwohl der Ausflug anders gewesen war, als angekündigt.

Der perfekte Vater

Ich stand im überfüllten Gang eines Geschäfts und bemühte mich, die perfekte Karte zum Vatertag zu finden. Auch wenn wir uns nach Jahren einer angespannten Beziehung versöhnt hatten, fühlte ich mich meinem Vater gegenüber nie nahe.

In Frieden durchhalten

Wenn ich Gott durch meine Kämpfe mit chronischen Schmerzen hindurch vertraue, kann selbst der kleinste Rückschlag sich wie ein fieser feindlicher Angriff anfühlen. Problem Nummer Eins drückt mich von rechts. Problem Nummer Zwei schubst mich von hinten. Problem Drei boxt mir direkt auf die Nase. Während dieser Zeiten, wenn meine Kraft nachlässt und sofortige Erleichterung ausbleibt, scheint das Weglaufen und Verstecken eine gute Idee zu sein. Aber da ich vor meinen Schmerzen nicht fliehen kann, auch nicht meine Umstände ändern kann oder meine Gefühle ignorieren kann, lerne ich langsam, mich auf Gott zu verlassen, dass er mich hindurchträgt.

Ausbildung am Arbeitsplatz

Als der Lehrer meines Sohnes mich bat, als Aufsichtsperson im Wissenschaftscamp zu dienen, zögerte ich. Wie konnte ich als Vorbild auftreten, wenn Fehler meine Vergangenheit übersäten, während ich kämpfte, stolperte und in alte Gewohnheiten verfiel? Gott half mir, meinen Sohn zu lieben und zu erziehen, aber oft zweifelte ich daran, dass er mich benutzen könnte, um anderen zu dienen.

Nur durch Gebet

Meine Freundin rief mich spät abends während ihrer Krebsbehandlung an. Überwältigt von ihren unkontrollierbaren Schluchzern, weinte ich mit und sprach ein stummes Gebet. Was soll ich tun, Herr?

Ehre dem Züchter

Eines Tages bemerkte ich unerwartet etwas Gelbes zur Rechten unserer Auffahrt. Sechs Halme Narzissen, eingeklemmt zwischen zwei großen Steinen, blühten hell und groß. Weil ich nicht gepflanzt, gedüngt oder absichtlich gewässert hatte, konnte ich nicht herausfinden, wie oder warum die Blumen in unserem Garten wuchsen.

Wir werden nicht zerbrechen

Als gebürtige Kalifornierin und Liebhaberin aller sonnigen Dinge, umgehe ich alles, was kalt ist. Allerdings liebe ich schöne Schneefotos. Ich konnte nicht anders, als zu lächeln, als meine Freundin ein Winterfoto eines Bäumchens vor ihrem Fenster zeigte. Bewunderung wandelte sich in Traurigkeit, knorrige Äste bogen sich unter der schweren Last glitzernder Eiszapfen.

Loslassen

Als unser Sohn Xavier sechs Jahre war, kam einmal eine Bekannte mit ihrem kleinen Sohn zu Besuch und Xavier wollte ihm ein paar Spielsachen geben. Ich freute mich über seine Großzügigkeit—bis er ihm ein Stofftier entgegenstreckte, nach dem mein Mann lange gesucht hatte. Meine Bekannte erfasste die Situation und wollte ablehnen. Aber Xavier ließ sich nicht beirren: „Mein Papa gibt mir viele Spielsachen zum Verschenken.“

Fähig und bereit

Mein Mann war auf der Arbeit, als ich die Nachricht über die Krebsdiagnose meiner Mutter erhielt. Ich hinterließ ihm eine Nachricht und wandte mich an Freunde und Familie. Niemand war erreichbar. Mit zitternden Händen bedeckte ich mein Gesicht und weinte. „Hilf mir, Gott.“ Eine daraus folgende Zusicherung, dass Gott mit mir war, tröstete mich in den Momenten, als ich mich völlig einsam fühlte.

Der Schuldenauslöscher

Ich wollte die Tränen unterdrücken, als ich meine Arztrechnung prüfte. In Anbetracht der deutlichen Gehaltskürzung meines Mannes nach einer langen Zeit der Arbeitslosigkeit, würde selbst die Bezahlung der Hälfte in kleinen Raten Jahre dauern. Ich betete, ehe ich die Arztpraxis anrief, um unsere Situation zu schildern und einen Zahlungsplan anzufordern.

Gute Erinnerungen

Durch die Kirche klang Musik. Die Gemeinde hatte sich zur Silvesterfeier versammelt und mein Herz war voll Freude beim Gedanken an all die Gebete, die wir im zurückliegenden Jahr gesprochen hatten. Wir hatten getrauert um Kinder, die falsche Wege gingen, den Tod geliebter Menschen, den Verlust von Arbeitsstellen und zerbrochene Beziehungen. Aber wir hatten auch Gottes Gnade erlebt. Er hatte Herzen verändert und Beziehungen geheilt. Wir hatten Siege gefeiert und Hochzeiten, Examen und Taufen, Geburten und Adoptionen, hatten unsere Kinder dem Herrn geweiht und noch viel mehr.

Ewige Hoffnung

In der Woche vor Weihnachten, zwei Monate nachdem meine Mutter gestorben war, standen Weihnachtseinkäufe und—dekorationen nicht zuoberst auf meiner Liste. Die Versuche meines Mannes, mich in meinem Kummer über den Verlust unserer glaubensstarken Mutter zu trösten, wehrte ich ab. Nur widerwillig verfolgte ich, wie unser Sohn Xavier die Lichterketten aufhängte. Ohne ein Wort zu sagen, schaltete er sie ein, bevor er mit seinem Vater das Haus verließ, um an die Arbeit zu gehen.

Ohne Wenn und Aber

Wegen einer Verletzung aus dem Jahr 1992 leide ich unter chronischen Schmerzen in Hals, Nacken und Schultern. Es ist nicht immer leicht, Gott damit zu loben. Aber wenn mir mein Zustand geradezu unerträglich scheint, dann tröstet mich der Gedanke an Gottes Gegenwart. Er stärkt mich und versichert mir, dass er unwandelbar gut ist, seine Macht keine Grenzen kennt und seine Gnade mich hält. Und wenn die Zweifel kommen, dann ermutigt mich der Glaube von Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Sie verehrten Gott und vertrauten darauf, dass er bei ihnen war, auch wenn ihre Lage hoffnungslos schien.

Meisterwerke

Mein Vater fabriziert Köcher zum Aufbewahren von Pfeilen für Bogenschützen. Er ritzt Tierfiguren in ein Lederstück und näht es dann zusammen.