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Artikel von John Blase

Gedanken und Gebete

„Ich werde an dich denken und für dich beten.“ Wenn man diese Worte hört, fragt man sich vielleicht, ob die Person es wirklich ernst meint. Aber bei Edna Davis brauchte man sich das nicht zu fragen. Jeder in der Kleinstadt kannte „Frau Ednas“ gelben Notizblock: Seite für Seite, mit einem Namen nach dem anderen. Jeden Morgen in aller Frühe betete die ältere Frau laut zu Gott. Nicht jeder auf ihrer Liste erhielt die gewünschte Gebetserhörung. Aber viele bezeugten bei ihrer Beerdigung, dass etwas Großes in ihrem Leben geschehen war, und sie schrieben es den ernsten Gebeten von Frau Edna zu.

Schau auf die Früchte

„Würde der echte [Name der Person] bitte aufstehen?“ Das ist der Satz am Ende einer Spielshow, die ich mir gerne ansehe. Eine Gruppe von vier Prominenten stellt Fragen an drei Personen, die behaupten, dieselbe Person zu sein. Natürlich sind zwei von ihnen Hochstapler, aber es liegt an der Jury, die tatsächliche Person zu erkennen. In einer Folge versuchten die Prominenten, „den echten Hans Joosten“ zu erraten, den Moorforscher und ehemaligen Professor. Die Prominenten erkannten die Schwierigkeit dabei, selbst wenn sie gute Fragen stellten. Die Betrüger ergaunerten sich die Wahrheit, was für unterhaltsames Fernsehen sorgte.

Wir brauchen Jesu Hilfe

Es kam schließlich der Tag, an dem ich erkannte, dass mein Vater verletzbar war. Als Junge kannte ich seine Stärke und Entschlossenheit. Aber in meinen frühen Erwachsenenjahren verletzte er sich am Rücken, und mir wurde plötzlich die Sterblichkeit meines Vaters bewusst. Ich wohnte wieder bei meinen Eltern, um meinem Vater im Bad zu helfen, ihm beim Anziehen zu assistieren, ihm sogar ein Glas Wasser zum Mund zu führen. Es war demütigend für ihn. Er unternahm einige anfängliche Versuche, kleine Aufgaben zu erledigen, gab aber zu: „Ich kann nichts ohne deine Hilfe tun.“ Nach vielen Jahren fand er zu seiner alten Stärke zurück, aber diese Erfahrung hat uns beiden eine wichtige Lektion erteilt. Wir sind aufeinander angewiesen.

Glaubensgespräch zu Hause

„Es gibt keinen Ort wie Zuhause.“ Diese unvergesslichen Zeilen von Dorothy aus Der Zauberer von Oz offenbart ein Erzählprinzip, das in einer Vielzahl unserer bekanntesten Geschichten zu finden ist, von Star Wars bis zum König der Löwen. Man nennt es „die Reise des Helden“. Kurz gesagt: Ein gewöhnlicher Charakter lebt ein gewöhnliches Leben, als ein außergewöhnliches Abenteuer auftaucht. Die Figur verlässt ihr Zuhause und reist in eine andere Welt, in der Prüfungen und Tests sowie Mentoren und Schurken auf sie warten. Wenn die Figur die Prüfungen besteht und sich als heldenhaft erweist, kehrt sie am Ende mit Geschichten und Weisheit nach Hause zurück. Der letzte Teil ist entscheidend.

Unser Vater

Meistens bete ich morgens das Vaterunser. Ehe ich mich nicht in diesen Worten verankert habe, bin ich noch für nichts zu gebrauchen. Kürzlich hatte ich nur die ersten beiden Worte – „Unser Vater“ – gesprochen, als mein Telefon klingelte. Es erschreckte mich, denn es war 5:43 Uhr morgens. Rate mal, wer es war? Auf dem Display stand „Papa“. Noch ehe ich antworten konnte, wurde der Anruf schnell beendet. Ich vermutete, dass mein Vater aus Versehen angerufen hatte. Und tatsächlich, das hatte er. Ein Zufall? Vielleicht. Aber ich glaube, wir leben in einer Welt, die von der Barmherzigkeit Gottes überschwemmt wird. An diesem Tag brauchte ich die Gewissheit, dass unser Vater da ist.

Offenbarung und Vergewisserung

Es gibt werdende Eltern, die ein großes Geheimnis um das Geschlecht ihres Babys machen, andere inszenieren die Bekanntgabe. Im Jahr 2019 zeigte ein Video, wie ein Auto blauen Rauch ausstieß, um anzuzeigen: „Es ist ein Junge!“ Im September sprühte ein Sprühflugzeug Hunderte Liter von rosa Wasser aus, um zu verkünden: „Es ist ein Mädchen!“ Es gab jedoch noch eine weitere „Enthüllung“: Am Ende des Jahres 2019 veröffentlichte YouVersion, dass der am meisten geteilte, hervorgehobene und mit Lesezeichen versehene Vers des Jahres auf seiner mobilen Bibel-App Philipper 4,6 war: „Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles. Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm.“

Die Stimme des Vaters

Vor Kurzem starb der Vater eines Freundes. Er war krank geworden. Sein Zustand verschlechterte sich zusehends und ein paar Tage später war er tot. Mein Freund hatte immer eine sehr enge Beziehung zu seinem Vater, aber da waren noch so viele unbeantwortete Fragen, so viele Gespräche, die sie noch hätten führen müssen. So viele ungesagte Dinge. Und nun lebt der Vater nicht mehr. Mein Freund ist ausgebildeter Therapeut und hat schon viele Menschen in Trauerzeiten begleitet. Trotzdem sagte er: „An manchen Tagen möchte ich einfach nur Papas Stimme hören, seine Zuwendung spüren. Er hat mir so viel bedeutet.“

Unbeantwortete Gebete

Sind wir schon da? / Noch nicht. / Sind wir schon da? / Noch nicht. Das war das Hin- und Her-Spiel, das wir auf der ersten (und definitiv nicht der letzten) langen Autofahrt spielten, als unsere Kinder noch klein waren. Unsere beiden Ältesten hielten das Spiel am Laufen, und wenn ich für jede Frage einen Euro bekäme, dann wäre ich heute steinreich. Es war eine Frage, von der meine Kinder besessen waren!

Gib, während du lebst

Ein erfolgreicher Geschäftsmann verbrachte die letzten Jahrzehnte seines Lebens damit, alles zu tun, um sein Vermögen zu verschenken. Der Multimilliardär spendete Geld für verschiedene Zwecke, wie zum Beispiel für die Befriedung kriegsführender Teile der Welt und die Modernisierung verschiedener Gesundheitssysteme. Der Mann sagte: „Ich glaube fest daran, zu geben, während man lebt. Ich sehe wenig Grund, das Geben hinauszuzögern … Außerdem macht es viel mehr Spaß, zu geben, während man lebt, als zu geben, wenn man tot ist.“ Geben, während man lebt, was für eine erstaunliche Einstellung.

Wir brauchen unsere Gemeinde

Ich wuchs als ältester Sohn eines Predigers auf. Jeden Sonntag gab es die klare Erwartung an mich: Ich sollte in der Kirche sein. Mögliche Ausnahmen? Vielleicht, wenn ich Fieber hatte. Aber die Wahrheit ist, dass ich total gerne ging, selbst dann, wenn ich krank war. Aber die Welt hat sich verändert und die Zahlen der regelmäßigen Kirchenteilnehmer sind nicht mehr das, was sie einst waren. Sofort stellt sich die Frage nach dem Warum. Es gibt viele verschiedene Antworten. Die Autorin Kathleen Norris zitiert an dieser Stelle einen Pastor, der auf die Frage „Warum gehen wir zur Gemeinde?“ antwortete: „Wir gehen wegen der anderen Menschen zur Gemeinde. Denn vielleicht ist jemand da, der dich dort braucht“.

Wahre Anbeter

Endlich konnte sie in die Kirche. Drinnen gelangte sie in eine kleine Grotte. Diese war von Kerzen erleuchtet und Hängelampen bestrahlten eine Stelle auf dem Fußboden. Da war er – der silberne Stern mit den vierzehn Zacken auf einer kleinen Marmorplatte. Sie war in der Geburtskirche in Bethlehem – dem Ort, an dem der Tradition zufolge Jesus geboren wurde. Und doch war sie nicht sehr beeindruckt, denn es war ihr bewusst, dass Gott viel größer ist als solch ein Ort.

Gott jubelt über dich

Siebzehn Monate nach der Geburt unseres ersten Kindes – einem Jungen – kam ein kleines Mädchen zur Welt. Ich war überglücklich bei dem Gedanken, eine Tochter zu haben, aber ich war auch ein bisschen unsicher, denn während ich ein paar Dinge über kleine Jungen wusste, war dies Neuland für mich. Wir nannten sie Sarah, und eines meiner Privilegien war es, sie in den Schlaf zu wiegen, damit meine Frau sich ausruhen konnte. Ich bin mir nicht sicher warum, aber ich begann, sie in den Schlaf zu singen, und das Lied meiner Wahl war „You Are My Sunshine“ (Du bist mein Sonnenschein). Egal, ob ich sie in meinen Armen hielt oder über ihrem Bettchen stand, ich sang ihr immer etwas vor, und ich liebte jede Minute davon. Sie ist jetzt in ihren 20ern und ich nenne sie immer noch mein Sonnenschein.

Was …

Jeden Freitagabend schließen die nationalen Nachrichten die Sendung mit einer aufmunternden Geschichte ab. Im Gegensatz zum Rest der Nachrichten ist das immer wie ein frischer Wind. Eine tolle Geschichte drehte sich kürzlich um eine Reporterin, die an COVID-19 erkrankt war, sich vollständig erholte und dann beschloss, Plasma zu spenden, um möglicherweise anderen bei ihrem Kampf gegen das Virus zu helfen. Zu dieser Zeit war noch nicht klar, wie wirksam die Antikörper sein würden. Während viele von uns sich hilflos fühlten, handelte sie und nahm die Unannehmlichkeiten der Plasmaspende auf sich. Sie empfand es „als einen kleinen Einsatz für den potenziellen Gewinn“.

Ein guter Grund

Die beiden Frauen belegten die Gangplätze einander gegenüber. Der Flug dauerte zwei Stunden, daher konnte ich einige ihrer Interaktionen beobachten. Es war klar, dass sie sich kannten, vielleicht sogar verwandt waren. Die jüngere der beiden (wahrscheinlich in den Sechzigern) griff immer wieder in ihre Tasche, um der älteren (ich schätze, sie war in den Neunzigern) frische Apfelscheiben zu reichen, dann selbstgemachte Fingersandwiches, dann ein paar Tücher zum Saubermachen und schließlich eine aktuelle Ausgabe einer Zeitung. Jede Übergabe geschah mit solcher Zärtlichkeit, solcher Würde. Als der Flug vorbei war und ich ausstieg, sagte ich zu der jüngeren Frau: „Mir ist aufgefallen, wie Sie sich gekümmert haben. Es war wunderschön.“ Sie erwiderte: „Sie ist meine beste Freundin. Sie ist meine Mutter.“

Kein überstürztes Gebet

Alice erzählte mir die Geschichte, wie das hawaiianische Volk lange Zeit vor ihren Tempeln sitzt, um sich darauf vorzubereiten, diese zu betreten. Selbst nach dem Betreten kriechen sie zum Altar, um ihre Gebete zu sprechen. Anschließend sitzen sie wiederum lange Zeit vor den Tempeln, um ihren Gebeten „Leben einzuhauchen“. Als Missionare auf die Insel kamen, empfanden die Hawaiianer deren Gebete als merkwürdig. Die Missionare standen auf, stammelten einige Sätze, nannten sie „Gebet“, sagten Amen und waren fertig. Die Hawaiianer bezeichneten diese Gebete als „atemlos“.