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Artikel von Monica Brands

Heilende Flut

Schon als Kind habe ich Gewitter geliebt. Sobald ein richtiger Sturm aufkam—mit Donnergrollen und Regen wie aus Kübeln—bin ich mit meinen Geschwistern hinausgerannt und draußen herumgeschlittert. Wenn wir wieder rein mussten, waren wir nass bis auf die Knochen.

Perfekte Unvollkommenheit

Einer meiner Universitätsprofessoren, der mein Zögern aufgrund meiner perfektionistischen Veranlagung bemerkte, gab mir einen weisen Rat. „Lass nicht zu, dass Perfektion der Feind des Guten ist“, sagte er und erklärte, dass das Streben nach Perfektion die Risiken verhindern kann, die für Wachstum nötig sind. Zu akzeptieren, dass meine Arbeit immer unvollkommen sein wird, gab mir die Freiheit, weiter zu wachsen.

Segen in der Patsche

Ich habe mich selbst in die Patsche gebracht, also sehe ich, dass ich selber daraus komme, denke ich mir manchmal. Auch wenn ich an Gottes Gnade glaube, neige ich dazu so zu handeln, als ob seine Hilfe nur vorhanden ist, wenn ich sie verdiene.

Frei, um zu folgen

Mein Langlauftrainer der High-School riet mir einmal vor einem Rennen: „Versuche nicht, die Führung zu übernehmen. Die Führer brennen zu schnell aus“. Stattdessen schlug er vor, dass ich eng hinter den schnellsten Läufern blieb. Indem sie die Geschwindigkeit vorgaben, konnte ich die mentale und physische Stärke konservieren, die ich brauchte, um das Rennen gut zu beenden.

Verborgene Freundlichkeit

Als ich vom College abging, musste ich mir ein strenges Budget für Nahrungsmittel zulegen—fünfundzwanzig Dollar die Woche, um genau zu sein. Eines Tages, als ich mich an der Kasse anstellte, vermutete ich, dass meine ausgewählten Lebensmittel wohl etwas mehr als mein verbliebenes Geld betragen würden. „Hören Sie einfach auf, wenn wir zwanzig Dollar erreichen“, sagte ich der Kassiererin. Ich konnte beinahe alles kaufen, außer einer Tüte Paprika.

Warum wir leben

Als ich in letzter Zeit Finanzratgeber las, fiel mir ein interessanter Trend auf. Während wir alle solche Bücher mit guten Ratschlägen haben, hinterlassen viele den Eindruck, dass man zunächst Kosten reduzieren muss, um später wie Millionäre zu leben. Aber ein Buch bot einen erfrischenden anderen Ansatz. Dort hieß es, einfach zu leben ist notwendig für ein reiches Leben. Wenn man mehr oder schönere Dinge haben will, um sich freuen zu können, dann schlägt das Buch vor, „Du verpasst den Punkt, warum wir leben.“

Leben verändern

Manchmal kann der Einfluss anderer Menschen unser Leben von Grund auf verändern. Bei Rock‘n‘Roll-Legende Bruce Springsteen war es die Musik. Bestätigung für seine eigene Arbeit fand er in der Erfahrung, die er selbst gemacht hatte: „Mit dem richtigen Song kannst du das Leben eines anderen in drei Minuten verändern.“

Von Gott gehalten

Ich war zum Mittagessen bei meiner Schwester. Kurz bevor wir fertig waren, sagte sie zu meiner dreijährigen Nichte Annica, es sei Zeit für ihr Mittagsschläfchen. Annica protestierte mit Tränen in den Augen. „Aber Tante Monica hat mich heute noch nicht in den Arm genommen.“ Meine Schwester lächelte: „Gut, dann macht das noch. Wie lange braucht ihr?“ „Fünf Minuten.“

Durchgetragen

Vor kurzem habe ich ein paar alte Tagebücher aus meiner Studentenzeit gefunden und konnte es mir nicht verkneifen, hineinzuschauen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich damals anders über mich gedacht habe als heute. Einsamkeit und Zweifel an meinem Glauben scheinen damals sehr stark gewesen zu sein. Aber im Rückblick kann ich erkennen, dass Gott es gut mit mir gemeint hat. Wenn ich sehe, wie behutsam er mich durch jene Zeit gebracht hat, darf ich mir sagen, dass auch das, was mir heute zu schaffen macht, einmal in der größeren Geschichte von Gottes heilender Liebe aufgehen wird.

Volle Genüge

Als ich zu meiner Schwester kam, stürzten sofort meine Neffen auf mich los, um mir ihr neues Punktesystem zu zeigen, eine elektronische Liste mit den Aufgaben, die ihnen im Haushalt aufgetragen sind. Haben sie ihren Job gut erledigt, können sie einen grünen Knopf drücken und es gibt Punkte auf ihrem Guthabenkonto. Bei kleinen Vergehen, wenn sie etwa die Haustür offenlassen, werden Punkte abgezogen. Ein hoher Punktestand bringt reizvolle Belohnungen, zum Beispiel Computerzeit, und so sind meine Neffen jetzt außergewöhnlich motiviert, ihre Aufgabe zu erfüllen und die Türen zu schließen!

Hausputz

Vor kurzem habe ich in der Wohnung ein paar Zimmer umgeräumt. Das dauerte länger, als erwartet, denn ich wollte nicht einfach mein Durcheinander in einen anderen Raum verlegen, sondern dort ganz neu und ohne Altlasten beginnen. Ich putzte und sortierte stundenlang und vor dem Haus stapelten sich Säcke mit Dingen, die weggeworfen, weitergegeben oder recycelt werden sollten. Schließlich aber hatte ich ein schönes Zimmer, in dem ich mich gern aufhalten werde.

Vertrauenswürdig

„Ich vertraue niemand mehr“, sagte meine Freundin unter Tränen. „Ich werde doch nur enttäuscht.“ Ihr Ex-Freund hatte sofort nach der Trennung angefangen, schlecht über sie zu reden. Sie hatte keine leichte Kindheit gehabt und gerade erst versucht, Vertrauen zu üben. Sein Verrat bestätigte alte Erfahrungen.